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Datenschutz Winterkorn will Spähangriffe durchs Auto verhindern


Der Trend geht zum vernetzten Fahren - da ist Datenmissbrauch vorprogrammiert. VW-Chef Martin Winterkorn fordert im Rahmen der CeBIT eine Allianz der Autobauer, um Kundeninformationen zu schützen.

"Ja zu Big Data! Ja zu mehr Sicherheit und Komfort! Aber Nein zu Bevormundung und Big Brother!": Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat eine Allianz der Autobauer für den Schutz von Nutzer-Daten in vernetzten Fahrzeugen gefordert. "Das Auto darf nicht zur Datenkrake werden", sagte Winterkorn zur Eröffnung der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover. Die Autobauer schützten ihre Kunden vor Gefahren wie Aquaplaning, Sekundenschlaf oder Staus. "Und mit dem gleichen Pflichtbewusstsein werden wir unsere Kunden auch vor dem Missbrauch ihrer Daten schützen", sagte der VW-Chef. "Wir brauchen eine Art Selbstverpflichtung der Automobilindustrie."

Rechenpower im Auto entspricht der von 20 PCs

Ein Auto als rollendes Rechenzentrum - laut Winterkorn ist das heutzutage schon Realität. "Die Rechenpower entspricht der von 20 hochmodernen PCs." Im VW-Erfolgsmodell Golf beispielsweise, steckten inzwischen in jedem Fahrzeug rund 1,5 Kilometer Kabel und mehr als 50 Steuergeräte. "Das Auto besteht schon heute zu einem guten Teil aus Bits und Bytes", sagte Winterkorn. Und das sei erst der Anfang. "Mit dem rasanten Fortschritt bei Bandbreiten und Datenverarbeitung öffnen sich für die Mobilität jetzt natürlich noch ganz andere Türen."

Wem gehören die Daten?

Das zunehmend vernetzte Fahren ist ein großer Trend, bei dem immer mehr Datenströme entstehen. Die Szenarien dahinter: Fahrzeuge kommunizieren miteinander, tauschen sich mit Rechenzentren aus, greifen auf Verkehrsinformationssysteme zu oder senden ihre Daten zu Wartungszwecken an Werkstätten. Das ist zum Beispiel für Versicherungen hochinteressant. Sie könnten Tarife auf Basis des Fahrverhaltens und zurückgelegter Strecken anbieten.

Auch für die Hersteller selber wäre es wünschenswert, Daten aus den Wagen automatisiert gesendet zu bekommen. Das könnte ihnen helfen, ärgerliche Fälle teurer Garantieleistungen zu verhindern. Denkbar ist es auch, in Forschung und Entwicklung Echtzeit-Daten aus dem täglichen Gebrauch auszuwerten. Eine Frage ist, wem solche Daten gehörten. Dem Fahrer oder Fahrzeughalter? Dem Hersteller? Oder den Dienstleistern wie Versicherungen oder Handynetzbetreibern?

fme/DPA DPA

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