. .
Online-Neuigkeiten und Internet-Trends
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
14. August 2009, 15:05 Uhr

Geschickt verpackter Hass

Rechtsradikale Aktivitäten im Internet nehmen einer Studie zufolge weiter zu. Die Zahl der "unzulässigen rechtsextremen Beiträge" in sozialen Netzwerken und Videoplattformen hätte sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Die Neonazis versuchten vor allem, Jugendliche zu ködern.

Neonazis, Rechtsradikale

Neonazis nutzen auch das Web 2.0 für ihre Zwecke© AP

Mit bunten Webseiten, griffigen Slogans, cooler Musik und modernen Videos versuchen Rechtsextremisten stärker denn je Jugendliche über das Internet zu ködern. Die Zahl der unzulässigen rechtsextremen Beiträge in sozialen Netzwerken und Videoplattformen verdoppelte sich 2008 im Vergleich zum Vorjahr auf mehr als 1.500, wie aus einer in Berlin veröffentlichten Dokumentation von jugendschutz.net hervorgeht.

Jugendschutz.net, die Zentralstelle der Länder für Jugendschutz im Internet, wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Der Untersuchung zufolge gibt es auch so viele rechtsextremistische Szene-Webseiten wie nie zuvor: Im August 2009 wurden 1.800 gezählt, nach 1.707 im Jahr 2008 und 1.635 im Jahr 2007. Neonazi-Kameradschaften und NPD sind ebenfalls stark im Netz vertreten: Insgesamt zählten die Jugendschützer 511 Webseiten (Vorjahr: 480).

Erfolgreiche Gegenmaßnahmen

Stefan Glaser von "Jugendschutz.net" sagte: "Für Rechtsextreme sind Videos und Musik inzwischen das Propagandainstrument Nummer eins. Und die Möglichkeiten, die sich durch Web-2.0-Plattformen für die Verbreitung ihrer Hass-Botschaften bieten, sind schier unbegrenzt." Besonders tückisch sei, dass der rechtsextreme Kontext oft nicht mehr sofort zu erkennen sei. Viele Hass-Botschaften seien subtil in Video-Clips verpackt. Deren Produktion werde immer professioneller. Besonders im Web 2.0 mit täglich neu hochgeladenen Inhalten bestehe die Gefahr, sehr leicht und schnell, oft nur mit einem Mausklick, mit Hass-Botschaften konfrontiert zu werden.

Immerhin melden die Jugendschützer auch Erfolge: In 80 Prozent aller unzulässigen Fälle seien erfolgreiche Gegenmaßnahmen getroffen worden, sprich die Löschung oder Sperrung der entsprechenden Seiten, sagte Glaser. Er wies darauf hin, dass die meisten der einschlägigen Seiten aber gar nicht strafrechtlich zu verfolgen seien. Wie im Vorjahr seien lediglich 16 Prozent aller gesichteten Angebote unzulässig. Neonazis gründeten eigene soziale Netzwerke, in denen sie ungehindert gegen Minderheiten hetzen könnten, monierte Glaser. Hier seien die Betreiber dieser Dienste gefordert. Sie müssten weitere Anstrengungen unternehmen, um den Missbrauch ihrer Plattformen und die Verbreitung unzulässiger Inhalte über ihre Dienste zu verhindern.

"Wie bei Hase und Igel"

Justizministerin Zypries (SPD) sagte, das Ziel der Löschung extremistischer Seiten könne auch künftig nicht im nationalen Alleingang, sondern nur durch internationale Zusammenarbeit erreicht werden. Erfolge bei der Löschung dürften nicht darüber hinwegtäuschen, "dass wie bei Hase und Igel anstelle der gelöschten neue Angebote auftauchen werden. Daher bleiben Aufklärung und Information unverzichtbar." Derweil forderte die Deutsche Polizeigewerkschaft in der Debatte über stärkere Kontrollen im Internet mehr Personal. "Wir brauchen 2.000 Cyber-Cops", sagte der Vorsitzende Rainer Wendt der "Berliner Zeitung".

Holger Mehlig/AP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Rechtsradikalismus Was Sie gegen Nazis im Web tun können

Neonazis nutzen intensiv das Web, um ihre Botschaften zu verbreiten und sich untereinander zu vernetzen. Wer beim Surfen auf braune Spuren stößt, hat verschiedene Möglichkeiten, diese zu melden. mehr...

Rechte Propaganda im Netz Nazi 2.0

Die Zahl rechtsextremistischer Internetseiten nimmt nach Experteneinschätzung rapide zu. Im Netz bedient sich eine neue Generation von Neonazis einer neuen Strategie. Statt auf allzu dumpfe Propaganda setzt sie auf Subversives in gutem Webdesign. Doch auch ohne Tarnung bleiben die Rechten im Web häufig unbehelligt. mehr...

Rechtsradikalismus im Netz Neonazis nutzen Facebook für Propaganda

Im sozialen Netzwerk Facebook tummeln sich Rechtsradikale und Antisemiten. Sie geben sich Namen wie "Adolf Hitler" und schließen sich zu Gruppen wie "Holocaust-Leugner" zusammen. Eine deutsche Bloggerin hat eine Kampagne gegen die Neonazis gestartet. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft