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6. Januar 2008, 07:51 Uhr

Das Internet als Festplatte nutzen

Datensicherungen sind nur dann hilfreich, wenn man sie regelmäßig vornimmt. Doch oft siegt die Bequemlichkeit, und der Ärger ist groß, wenn Dateien futsch sind. Abhilfe schaffen Dienste, die Backups online ermöglichen.

Wer seine Daten online speichert, sollte sie vorher verschlüsseln© Wenda/DPA

"Dass Daten online ausgelagert werden, ist ein großer Vorteil", erklärt Michael Knott, Redaktionsleiter des Online-Magazins "netzwelt.de". Nutzer können auf ihre gespeicherten Daten an jedem Computer mit Internetanschluss zugreifen. "Die Gefahr, dass DVDs oder Festplatten zu Hause durch Verschleiß, Brand oder Wasserschaden unbenutzbar werden, besteht dann nicht mehr", ergänzt Jaroslav Smycek, Technik-Experte der Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover.

Über Profi-Wissen müssen Nutzer nicht verfügen. Das Sichern der Daten verläuft komfortabel: In der Regel bieten die Backup-Dienste Software an, die Daten automatisch vom heimischen Computer zum Anbieter überträgt. "Üblicherweise lässt sich festlegen, welche Dateien in welchen Intervallen gesichert werden sollen", sagt Knott.

Auf die Sprache achten

Online-Backups kosten im besten Fall nichts. Der zu AOL gehörende Anbieter "Xdrive" bietet fünf Gigabyte (GB) Gratis-Speicherplatz an. Bei "Mozy" gibt es zwei GB kostenlos. Die Dienste mit Sitz in den USA sind für jedermann zugänglich, allerdings müssen Nutzer des Englischen mächtig sein. Deutschsprachige Nutzer werden bei "Azillo" oder beim Schweizer Dienst "MyDrive" fündig - dort gibt es je ein GB gratis. Entweder sind die Gratisangebote werbefinanziert oder sollen auf weitere Dienstleistungen aufmerksam machen.

Manche Dienste, die auf umfangreichere Angebote setzen, sind von vornherein kostenpflichtig. Der niederländische Dienst "Carbonite" mit deutscher Webseite verlangt für sein Online-Backup knapp 50 Euro für ein Jahr oder rund 90 Euro für zwei Jahre Aufbewahrung - dafür ist der Speicherplatz unbegrenzt. Apple-Fans können einen ".Mac"-Account buchen und erhalten für rund 100 Euro im Jahr zehn GB Speicher für Backups, Homepage und E-Mails.

Auf Transfervolumen achten

Neben der Speicherkapazität zählt, wie viele Daten insgesamt hoch- und heruntergeladen werden dürfen. Bisweilen ist das Transfervolumen begrenzt. Inwiefern die Verfügbarkeit der Daten gewährleistet ist, falls es auf der heimischen Festplatte tatsächlich zum Crash kommt, sollte ebenfalls in den Nutzungsbedingungen nachgelesen werden, sagt Marit Hansen, Technik-Expertin beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein in Kiel.

Sie empfiehlt, sich vorher ein Bild vom Anbieter zu machen. Auf einen Online-Backup-Dienst zurückzugreifen, sei eine Vertrauensfrage: "Wie sicher die Daten bei den Anbietern gespeichert werden, können Nutzer nicht überprüfen." Von Webseiten mit Beta-Status, die während der Testphase die Sicherheit der Daten nicht garantieren, gelte es, die Finger zu lassen. "Graue Eminenzen gibt es in dem jungen Geschäftsfeld noch nicht, aber sich an Adressen zu halten, die in Tests allgemein immer wieder gut abschneiden, ist sinnvoll", rät Knott. Dazu zählten etwa "Xdrive", "Mozy" oder "Carbonite".

Berti Kolbow/DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
sascha949 (07.01.2008, 11:25 Uhr)
Selten so gelacht
Sind Sie sicher das diese Empfehlung nicht von Herrn Schäuble kommt?
Ein solcher Rat von sogenannten Experten zeigt wieder einmal für wie dumm man die Menschen hält.
Es ist doch überhaupt keine Aktion, Datensicherung über eine externe Festplatte vorzunehmen. Basta!!!
Guppy1000 (07.01.2008, 09:06 Uhr)
Nur was für Vertrauensselige
Meine Daten ins Netz-Nirwana zu schicken, wäre für mich der pure Horror. Und dann zu glauben, da sind sie sicher - das zeugt von einer an Dummheit grenzenden Naivität. Zur Datensicherung würde ich eigene externe Speichermedien vorziehen, die auch extern ausgelagert werden können. Da habe nur ich Zugriff und ich weiß, dass nichts ohne mein Zutun damit geschehen kann. Einmal ins Netz geschickt, lässt sich nicht mehr umkehren. Ein Gefühl der Unsicherheit wird man nicht mehr los.
dutchinmex (06.01.2008, 19:23 Uhr)
Datensicherheit ja,
aber Datenschutz? Man kann genauso gut gleich alles in Myspace & Co oeffentlich machen, denn irgendwann passiert das aus Versehen oder Absicht doch. Wer dann klagt, ist selber schuld, genauso wie mit allem von Web 2.0 und on-line Kaufen.
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