26. April 2011, 13:00 Uhr

Traurige Ostern für PS3-Spieler

Seit Tagen ist das Playstation Network außer Betrieb. Nach einem Hackerangriff vor Ostern hat Sony das Angebot abgeschaltet. Über die Hintergründe schweigt das Unternehmen ebenso wie über das Ende Reparaturarbeiten. Von Ralf Sander

Sony Playstation Network, PS3, Playstation, PSN, Hacker, Anonymous

Mit der PS3 kann man zurzeit nicht im PSN spielen©

Wer über die Osterfeiertage ausgiebige Multiplayer-Sessions mit seiner Playstation geplant hatte, hat viel Zeit gehabt, um an der frischen Luft etwas anderes zu spielen. Seit Mittwoch funktionieren Sonys Playstation Network (PSN) und der Video-on-Demand-Service Qriocity nicht mehr. Das PSN bietet Spielern unter anderem die Möglichkeit, sich unter einander zu vernetzen, zu kommunizieren und miteinander zu spielen. Außerdem erreicht man auf diesem Weg auch den Playstation Store, in dem man ganze Spiele sowie Erweiterungen kaufen und herunterladen kann. Wie lange es dauern wird, bis Sony die Dienste wieder in Betrieb nimmt, sei noch völlig offen, heißt es im offiziellen Playstation-Blog.

Der japanische Konzern hatte vor Ostern gemeldet, dass es einen "externen Eingriff" auf das Playstation Network und Qriocity gegeben habe. Die beiden Angebote seien daraufhin abgeschaltet worden, um das Problem zu untersuchen und notwendige Reparaturen vorzunehmen. Weitere Details zu dem "Eingriff" gab Sony nicht bekannt. Ein Unternehmenssprecher in Tokio habe einem Bericht von "PC World" zufolge gesagt, dass außerdem gerade untersucht werde, ob persönliche Informationen und Kreditkartendaten der rund 75 Millionen Nutzer weltweit gestohlen worden seien. In diesem Fall werde man die Betroffenen sofort informieren.

Der Technikblog "Games Beat" wiederum spekuliert, dass Sony sein Netzwerk geschlossen habe, um Raubkopiererei vorzubeugen. Angeblich ist eine modifizierte Firmware-Version für die Playstation 3 im Umlauf, mit der man kostenpflichtige Inhalte und Spiele ohne zu bezahlen herunterladen kann, weil Kreditkartendaten nicht auf ihre Echtheit überprüft würden.

"Anonymous" weist Verdacht von sich

Nach dem Angriff auf das Playstation Network war der Verdacht zunächst auf die Anonymous-Gruppe gefallen. Anonymous, ein loser Verbund von Internetaktivisten, hatte Sony Anfang April den Krieg erklärt, nachdem das Unternehmen gegen den Hacker George "GeoHot" Hotz schwere juristische Geschütze aufgefahren hatte. Hotz war es gelungen, Schutzmechanismen der Playstation 3 zu umgehen. Daraufhin war er von Sony wegen wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt worden. Der Rechtsstreit wurde inzwischen außergerichtlich beigelegt.

Mit dem aktuellen Hackerangriff auf das PSN habe Anonymous nichts zu tun, verkündete die Gruppe auf mehreren Webseiten: "Ausnahmsweise waren wir es diesmal nicht." Sogar ein Youtube-Video wurde gebastelt, in dem dieselbe Nachricht verbal vorgetragen wird. Anonymous wirft in dem Video Sony vor, die Gruppe als Sündenbock zu verwenden, um von technischen Problemen abzulenken.

Von Ralf Sander
 
 
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