Samsungs Antwort auf das iPhone 5

15. März 2013, 06:41 Uhr

Samsung hat in New York sein neues Flaggschiff-Smartphone Galaxy S4 vorgestellt. Äußerlich ähnelt es seinem Vorgänger, mit neuen Funktionen wollen die Südkoreaner Erzrivale Apple zuvorkommen.

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Samsung bläst zur Jagd aufs iPhone 5: In der Nacht von Donnerstag zu Freitag stellten die Südkoreaner ihr mit Spannung erwartetes Smartphone-Flaggschiff Galaxy S4 in der New Yorker Radio City Hall vor. Dabei sticht der Nachfolger des erfolgreichen Galaxy S3 weniger durch großartige Designänderungen oder massiv verbesserte Hardware hervor. Software-Funktionen machen das Handy zum ernstzunehmenden Rivalen für Apples iPhone genauso wie für alle anderen Smartphones. Das neue Gerät, das unter anderem über einen größeren Bildschirm und eine verbesserte Kamera verfügt, soll Ende April in 155 Ländern verfügbar sein, auch in Deutschland. Einen Preis nannte Samsung nicht, erste Händler bieten das Gerät bereits für 649 Euro zur Vorbestellung an.

Gegenüber dem Vorgängermodell wächst der Bildschirm von 4,8 auf 5 Zoll, das Display beherrscht Full-HD-Auflösung. Die Hauptkamera legt von 8 auf 13 Megapixel zu. Das Galaxy S4 reagiert auf Gesten genauso wie auf Blicke und Sprache. Das Gehäuse ist weiterhin aus Kunststoff, das ganze Telefon wird aber minimal leichter und dünner. Als Betriebssystem dient die neue Android-Version 4.2.2, genannt "Jelly Bean", verfeinert mit Samsung-eigenen Funktionen.

Scrollen, ohne das Display zu berühren

Das S4 solle "ein Begleiter sein, der uns dabei hilft, das Leben in vollen Zügen zu genießen", sagte Samsungs Mobilfunk-Chef J.K. Shin bei der Vorstellung. "Für jeden von uns ist das Leben eine Reise", sagte Shin bei der Werbe-Show, die auf den New Yorker Times Square übertragen wurde. So lassen sich mit der Kamera-Software durch Mehrfachaufnahmen unerwünschte Hintergründe aus dem Bild entfernen. Front- und Rückkamera arbeiten gemeinsam, sodass der Fotograf sich klein ins eigentliche Bild einblenden kann.

Mit einer Handbewegung vor dem Telefon lassen sich Bilder oder Seiten weiterblättern - ganz ohne Berührung. Wer eine E-Mail nur kurz anlesen will, hält den Finger knapp über dem Bildschirm. Es erscheint ein Vorschautext. Wer weiterlesen möchte, kann dann auf den Bildschirm tippen. Das soll sogar mit Handschuhen klappen.

Während die technischen Daten und Bilder bereits vor der offiziellen Vorstellung im Internet kursierten, waren einige der Software-Funktionen noch unbekannt. "Wir haben unsere Ideen aus dem richtigen Leben geholt", sagte Shin.

Das Abschnittstext Galaxy S4 reagiert auf Augenkontakt, es lassen sich damit Bildschirmseiten herunterscrollen oder ein Video hält an, wenn der Blick abschweift. Der "S Translator" soll automatisch E-Mails oder andere Texte übersetzen. Mit dem Programm "S Health" kann man seine Gesundheit kontrollieren: Es registriert Schritte, die Umgebungstemperatur und die Luftfeuchtigkeit. Dank eines eingebauten Infrarot-Senders funktioniert das Galaxy S4 als Fernbedienung für Fernseher nicht nur von Samsung.

In wenigen Jahren zum Weltmarktführer

Vom Vorgängermodell S3 hatte Samsung bis Januar 40 Millionen Stück abgesetzt, von allen Modellen der Galaxy-S-Baureihe bis dahin 100 Millionen. Damit trugen die Flaggschiffe des südkoreanischen Herstellers dazu bei, dass Samsung zum führenden Smartphone-Anbieter der Welt aufgestiegen ist. Inzwischen stammt etwa jedes dritte neu verkaufte Computerhandy von den Südkoreanern, von Apple kommt jedes fünfte.

Apples Image als Primus der Technologiebranche hat einige Kratzer bekommen. Der Aktienkurs des Konzerns brach seit dem Höchststand im vergangenen Jahr um etwa 40 Prozent ein. Nach Ansicht von Experten hat der langjährige Trendsetter aus Kalifornien seinen Vorsprung bei Technologie und Design eingebüßt.

Die beiden Rivalen liefern sich in mehreren Ländern auch einen erbitterten Rechtsstreit um Patentverletzungen. Die Gerichte gelangten dabei zu unterschiedlichen Urteilen. Anfang März erklärte ein Gericht in Kalifornien knapp die Hälfte einer im vergangenen Jahr gegen Samsung verhängten Strafe von einer Milliarde US-Dollar (770 Millionen Euro) für ungültig. Der Schadenersatz für Apple muss nun in einem weiteren Prozess neu bestimmt werden.

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