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26. Mai 2005, 17:20 Uhr

Die Virtuellen drücken die Preise

Mobilfunktarife werden deutlich sinken. Das erwarten einer Umfrage zufolge Führungskräfte aus der Handybranche. Ursache des Preissturzes: Discounter wie Tchibo.

Bei fallenden Preisen raubt einem Mobiltelefonieren nicht mehr das letzte Hemd© Sergei Supinski/AFP

Mobilfunkanbieter ohne eigenes Netzwerk sorgen nach einer Studie der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting für Bewegung im Mobilfunkmarkt. Um bis zu 30 Prozent könnten dank der so genannten virtuellen Netzbetreiber die Mobilfunk-Tarife sinken, heißt es in der Studie.

Derzeit glauben drei Viertel der Entscheider deutscher Mobilfunkcarrier, die Kundschaft entscheide sich aufgrund der Bekanntheit der Marke und des Images. Nur zwei von fünf der befragten Fach- und Führungskräfte sind der Ansicht, die Kunden lassen sich vor allem mit günstigen Tarifen locken. In diese Lücke stoßen jedoch neue Discountanbieter wie Tchibo, die erfolgreich mit niedrigen Tarifen Marktanteile erobern.

Beispiel Dänemark

Lange Zeit war, so Mummert, Tchibo mit einem einheitlichen Minutenpreis von 35 Cent eine günstige Alternative zu T-Mobile & Co. Doch selbst der Kaffeeröster hat mit Schwarzfunk und SIMply zwei neue, günstigere Konkurrenten bekommen. SIMply bietet zu bestimmten Zeiten Telefonate ins Festnetz für einen Cent an. In Europa buhlen derzeit 20 virtuelle Mobilfunkbetreiber um die Gunst der Kunden. Die Hälfte setzt dabei auf günstige Preise, die andere Hälfte geht mit Spezialangeboten für bestimmte Zielgruppen auf Kundenfang. Die Billiganbieter könnten dafür sorgen, dass die Mobilfunkpreise um bis zu 30 Prozent sinken, so die Einschätzung von Steria Mummert Consulting. Zum Vergleich: Bei den dänischen Nachbarn fielen die Preise durch die neuen Angebote der virtuellen Netzbetreiber um bis zu 40 Prozent.

Zugrunde liegt die aktuellen Studie "TELCO Trend" der Unternehmensgruppe Steria Mummert Consulting und des Spezialisten für Umfrage- und Beschwerdemanagement-Software Inworks. Vom Dezember 2004 bis Januar 2005 nahmen 124 Fach- und Führungskräfte der Telekommunikationsbranche - davon 40 von Mobilfunkcarriern - an der Umfrage teil.

 
 
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