Ratgeber Ernährung

30. April 2012, 07:20 Uhr

Kaum Pestizide in frischen Kräutern

Gefroren, geschnitten oder im Topf: Kräuter gehören in jede Küche. Stiftung Warentest hat untersucht, wie stark sie mit Pestiziden belastet sind.

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Beim Schnittlauch müssen sich Verbraucher gleich gar keine Gedanken machen. Er schnitt im Test am Besten ab©

Mit Kräutern würzen statt mit Salz - dazu raten Ernährungsexperten. Doch wie belastet sind Schnittlauch, Petersilie und Basilikum? 2010 beanstandete die Lebensmittelüberwachung jede zehnte Kräuterprobe, da diese die zulässigen Pestizid-Höchstwerte überschritt. "Kein anderes Lebensmittel war so oft belastet", schreibt Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "test".

Hat sich seitdem viel verändert? Um das herauszufinden, untersuchten die Tester Küchenkräuter auf etwa 500 Pestizide. Dabei nahmen sie Petersilie, Basilikum, Schnittlauch, Rosmarin, Koriander und Minze unter die Lupe. Die Kräuter waren entweder aus dem Topf, bereits geschnitten oder tiefgefroren.

Das Ergebnis dürfte Kräuterfans freuen: Die meisten der 47 getesteten Produkte waren gar nicht bis gering mit Pestiziden belastet. Vor allem Schnittlauch war so gut wie frei von Rückständen. Vollkommen ohne Pestizide ist den Testern zufolge zwar keine Kräuterart. Doch nur eine der 47 Proben war stark belastet, vier weitere deutlich. Bei ihnen erreichte mindestens ein Pestizid mehr als die Hälfte des zulässigen Höchstgehaltes.

Bei Basilikum und Petersilie gab es nur zwei Ausreißer: Ein Petersilietopf aus dem Hellweg-Baumarkt war deutlich belastet. Auch ein geschnittenes Basilikum aus Spanien konnte nicht überzeugen.

Große Unterschiede im Preis

Der Verlierer des Tests war eine frische Minze aus Vietnam, welche die Tester in einem asiatischen Supermarkt einkauften. Dieses Produkt wies höhere Rückstände auf als zulässig - und zwar gleich von zwei Pflanzenschutzmitteln. "Die vietnamesische Minze war so stark belastet, dass sie gar nicht hätte verkauft werden dürfen", schreibt Warentest. Wird sie nur in geringen Mengen verzehrt, gehe davon allerdings trotz der überschrittenen Höchstgehalte keine gesundheitliche Gefahr aus.

Bei Rosmarin waren zwei Topfkräuter - von Kaufland und Pflanzen Kölle - deutlich mit Kupferrückständen belastet. Kupfer wird etwa gegen Pilzbefall gespritzt. Bei Koriander hielten zwar alle vier getesteten Proben die Höchstwerte ein. In dem Thai-Veggi-Koriander aus einem asiatischen Supermarkt fanden sich allerdings gleich vier Pestizide. Wie sich ein solcher Giftstoff-Cocktail auf die menschliche Gesundheit auswirkt, ist unklar.

Im Biolandbau dürfen chemisch-synthetische Pestizide nicht eingesetzt werden. Tatsächlich waren die acht Bioprodukte im Test weniger belastet als die herkömmlichen. Doch auch hier fanden die Tester geringe Rückstände, die sich zum Beispiel über die Luft oder den Kontakt mit konventionellen angebauten Kräutern übertragen haben könnten.

Die Tester empfehlen auch, einen genauen Blick auf den Preis zu werfen. Denn hier gibt es deutliche Unterschiede bei gleicher Qualität. So ist ein Topf Petersilie bei Aldi Nord mit 0,89 Euro nur etwa halb so teuer wie bei real Quality, wo er 1,99 Euro kostet. Von den Pestizidrückständen unterscheiden sich die beiden Produkte laut Warentest nicht.

Alles zu dem Test finden Sie im aktuellen "test" und unter www.test.de.

Seite 1: Kaum Pestizide in frischen Kräutern
Seite 2: Alle Ergebnisse zu Rückständen in Petersilie
 
 
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