Folsäure ist ein Vitamin der B-Klasse. Es soll angeblich vor Krankheiten von Herz und Kreislauf schützen. Wissenschaftlich eindeutig belegt ist das jedoch bisher nicht.
Folsäure ist in vielen Lebensmitteln reichlich enthalten, beispielsweise im Orangensaft, in Tomaten, grünem Gemüse, Vollkornprodukten oder in der Leber. Trotzdem gilt sie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als sogenannter kritischer Nährstoff: Viele Menschen jeden Alters nähmen zu wenig Folsäure zu sich. Ein Folatmangel zeige sich allerdings selten.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Frauen, die ein Kind wollen oder bereits schwanger sind sowie Stillenden, ein Präparat mit Folsäure einzunehmen. Das kann Missbildungen bei Neugeborenen wie einem offenen Rücken oder einer Fehlgeburt vorbeugen.
Manchem Speisesalz ist Folsäure beigemischt. Zahlreiche Wissenschaftler fordern, auch Mehl mit dem B-Vitamin anzureichern, wie in den USA oder in der Schweiz. Andere Wissenschaftler sehen das kritisch.
Nicht geklärt ist, ob die zusätzliche Einnahme von Folsäure die Zahl von Zwillingsgeburten erhöht. Es ist ebenfalls unklar, ob zusätzlich eingenommene Folsäure das Wachstum von Krebsvorstufen, zum Beispiel im Dickdarm, fördert.
Studien belegen, dass hohe Dosen von Folsäure einen Mangel an Vitamin B12 überdecken können. Das Problem betrifft vor allem ältere Menschen, die das Vitamin B12 aus der Nahrung nicht gut aufnehmen können.