Biobäcker backen ihr Brot aus reinem Natursauerteig oder mit Bio-Hefe. Sie verwenden keine künstlichen Triebmittel. Auch andere künstliche Zusätze lassen sie links liegen: zum Beispiel Emulgatoren oder Enzyme, mit denen andere Bäcker ihr Brot aromatisch machen.
Das gilt zumindest für Bio-Brot, das von den Anbauverbänden Bioland, Demeter, Naturland oder Biokreis kommt. Pappt hingegen das Biosiegel der EU auf dem Laib, kann das anders sein. Die EU-Ökoverordnung erlaubt auch, synthetisches Vitamin C zu verwenden.
Bio-Brot aus Weizen und Bio-Müsli haben meist einen höheren Anteil an essentiellen Aminosäuren. Weil Bio-Weizen nicht mit zusätzlichem Stickstoff gedüngt wird, haben Speisen aus diesem Getreide aber meist insgesamt weniger Eiweiß.
Brot kann schimmeln, auch wenn es nach strengen Ökorichtlinien gebacken wurde. Steckt der Pilz einmal im Laib, scheidet er giftige Stoffwechselprodukte aus. Deshalb sollten Sie verschimmeltes Brot nicht mehr essen. Im übrigen findet der Pilz Bio-Brot genauso lecker wie herkömmlich fabriziertes.
Weniger Schimmel findet sich in Bio-Teigwaren aus ökologisch angebautem Hartweizengrieß. Das liegt an der Vorliebe der Pilze, kurze Getreidehalme zu besiedeln. Solche Weizensorten werden im konventionellen Anbau bevorzugt. Ist es im Sommer warm und feucht, wirbeln die Pilzsporen von den kurzen Halmen leichter durch die Luft oder gelangen schneller in Regentropfen zur Weizenähre. Bio-Weizen hat hingegen längere Halme.
Soja enthält viel Eiweiß mitsamt essentieller Aminosäuren, viel gesunde ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe. Herkömmliche Sojapflanzen sind meist genmanipuliert. In Bio-Lebensmitteln ist dieses Genfood nicht erlaubt. Dennoch finden sich hin und wieder Spuren von Gensoja in Ökowaren. Denn beim Transport oder bei der Lagerung wird Bioware nicht immer streng von konventionell hergestellten Produkten getrennt.
Antje Helms