Was Grippe und Erkältung voneinander unterscheidet

Die eine schleicht sich langsam heran, die andere kommt plötzlich. Die Erkältung verläuft häufig milde, die Grippe meist heftig. Die beiden Erkrankungen lassen sich gut voneinander abgrenzen.

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Eine Erkältung ist harmlos, eine Grippe kann gefährlich werden©

"Ich habe die Grippe", sagen viele, wenn sie im Winter Husten, Halskratzen oder eine verstopfte Nasen haben. Doch die meisten haben nur eine Erkältung. Die kann zwar durchaus unangenehm sein. Sie unterscheidet sich aber deutlich von der echten Grippe, der Influenza. Gemeinsam ist beiden Infektionskrankheiten, dass sie durch Viren, allerdings durch unterschiedliche Virentypen, ausgelöst werden. Eine Erkältung trifft viele Menschen bis zu viermal im Jahr; sie vergeht in der Regel von selbst, ohne Spuren zu hinterlassen. Eine Influenza hingegen ist eine sehr ernstzunehmende und - bei Komplikationen - möglicherweise tödliche Erkrankung.

Erkältung: Kommt langsam, geht schnell

Kratzen im Hals oder Halsschmerzen - das sind in der Regel die Vorboten einer Erkältung. Innerhalb weniger Tage können eine verstopfte oder laufende Nase, Niesen, Husten oder Kopfschmerzen hinzukommen. Oft gesellen sich Fieber und leichte unspezifische Schmerzen dazu. Zwei bis drei Tage nach Ausbruch des Infektes ist der Höhepunkt meist erreicht. Und nach einer Woche, manchmal auch erst nach zwei oder drei Wochen, ist das Schlimmste vorbei. Das ist der normale Verlauf bei Menschen, die an keinen weiteren Krankheiten leiden.

Grippe: Kommt schnell, bleibt lange

Die Influenza dagegen kommt plötzlich und wie aus dem Nichts. Von jetzt auf gleich stellt sich ein extremes Krankheitsgefühl ein mit Fieber, das sich wie Schüttelfrost anfühlt, mit Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen. Die Influenza erfasst nicht nur die Atemwege, sondern den gesamten Körper. Das Fieber steigt sehr schnell an.

Zu den Symptomen der echten Grippe gehören:

  • hohes Fieber: 38 bis 40 Grad Celsius
  • Muskel- und Gliederschmerzen im ganzen Körper
  • Kopfschmerzen und ein starkes Krankheitsgefühl
  • trockener Husten ohne Schleim und eine verstopfte oder laufende Nase,
  • Appetitlosigkeit und starke Müdigkeit

Nach einer banalen Erkältung sind Sie in der Regel schnell wieder fit. Nach einer Grippe fühlen Sie sich möglicherweise noch lange Zeit stark beeinträchtigt. Noch Wochen, manchmal Monate können Sie sich sehr erschöpft, matt und antriebslos fühlen. Körperliche Tätigkeiten, begleitet von heftigen Schweißausbrüchen, strengen Sie sehr stark an.

Bakterien nutzen die Situation aus

Bei einer schweren Influenza können neben den Atemwegen noch andere Organe krank sein: der Magen-Darm-Bereich, Gelenke und Muskeln oder auch das Gehirn. Wenn im Gefolge des Virusangriffes Bakterien in den Körper eindringen, belastet das den ohnehin schon geschwächten Körper zusätzlich. Besonders ältere Menschen können sich auch noch eine Lungenentzündung einfangen, die von Bakterien ausgelöst wird. Eine solche bakterielle Pneumonie kann auch schnell Menschen mit chronischen Krankheiten treffen. Gefährdet sind Personen mit chronischen Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen, mit der Zuckerkrankheit oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Entzünden können sich aber auch das Gehirn (Enzephalitis) oder der Herzmuskel (Myokarditis).

Allerdings kann eine Grippe auch so leicht verlaufen, dass man sie fälschlicherweise für eine schwere Erkältung hält. Eine derartige milde Form können Mediziner nicht von anderen Erkältungskrankheiten unterscheiden. Es sei denn, der Arzt macht Viren-Schnelltests oder Spezialuntersuchungen.

Sandra Jessel
 
 
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