Ratgeber Kinderkrankheiten

7. August 2008, 21:40 Uhr

Erste Hilfe für Kinder

Notfälle

Kinder spielen und toben. Werden sie zu wild, können sie sich in ihrem Übermut verletzen. Wenn Sie wissen, wie Sie Ihrem Kind helfen können, gehen kleinere und auch größere Unfälle in den meisten Fällen glimpflich aus.

Fieber und Fieberkrämpfe

Trinken und Schlafen hilft

Kinder haben viel häufiger Fieber als Erwachsene. Denn Fieber ist eine Schutzmaßnahme des Körpers gegen Entzündungen. Im Po gemessen haben gesunde Kinder normalerweise eine Körpertemperatur bis 37,5° Celsius. Ärzte sprechen von erhöhter Temperatur, wenn diese auf 37,6 bis 38 ° Celsius steigt. Ab 38° Celsius ist es dann Fieber, über 39° Celsius hohes Fieber.

Das können Sie dagegen tun:

Messen Sie mit einem digitalen Fieberthermometer die Temperatur im Po.
Machen Sie Wadenwickel mit lauwarmem Wasser – allerdings nur dann, wenn Beine und Füße wirklich heiß sind. Die Prozedur ist sonst zu belastend für den Kreislauf.
Legen Sie einen feuchten lauwarmen Waschlappen auf die Stirn Ihres Sprößlings.

Lassen Sie Ihr Kind viel trinken, damit sein Körper nicht austrocknet.
Wechseln Sie häufig Bettwäsche, Handtücher und Schlafanzug.
Lassen Sie Ihr Kind im Bett.

Gehen Sie zum Arzt, wenn Ihr Kind schwer oder außergewöhnlich krank wirkt. Auch wenn das Fieber nach einem Tag nicht sinkt, obwohl Sie alles dagegen getan haben, sollten Sie mit einem Arzt sprechen.

Ein Fieberkrampf macht Angst

Dieser Krampf entsteht durch einen raschen Anstieg des Fiebers. Für Eltern sieht er schlimm aus, er ist aber völlig harmlos: Das Kind hat Zuckungen, ist bewusstlos und verdreht gelegentlich die Augen. Das dauert eine bis mehrere Minuten. Danach fällt das Kind in einen tiefen Schlaf. Betroffen von solchen Krämpfen sind oft Kinder von sechs Monaten bis fünf Jahren.

Das können Sie bei einem Fieberkrampf tun:

Wenn das Kind bewusstlos ist, bringen Sie es in die stabile Seitenlage. Säuglinge drehen Sie auf den Bauch.
Räumen Sie spitze und scharfe Gegenstände beiseite, damit das Kind sich bei seinen Zuckungen nicht daran verletzt.

Halten Sie nicht die Arme und Beine Ihres Kindes fest; es könnte sich im Krampf verletzen. Schieben Sie nichts - etwa einen Bisskeil - zwischen die Zähne Ihres Kindes.
Benutzen Sie kein kaltes Wasser oder einen Waschlappen, um den Anfall zu beenden - er hört von selbst wieder auf.

In bestimmten Fällen sollten Sie den Notarzt unter der Nummer 112 anrufen. Und zwar dann, wenn Ihr Kind zum ersten Mal einen Fieberkrampf hat, wenn der Krampf mehrere Minuten anhält oder wenn Sie einen Krampf bei einem fremden Kind beobachten. Legen Sie nicht von sich aus auf, wenn Sie glauben, alles gesagt zu haben. Der Sprecher der Einsatzzentrale beendet das Gespräch, wenn er alle notwendigen Informationen hat.

Kontrollieren Sie die Atembewegungen und den Puls beziehungsweise den Herzschlag des Kindes. Der Puls lässt sich beim Kind am besten auf der Innenseite des Oberarmes ertasten. Und vor allem: Lassen Sie Ihr Kind nicht allein.

Wenn Ihr Kind immer wieder Fieberkrämpfe hat, können Sie ihm Diazepamzäpfchen geben. Wie oft Sie diese geben dürfen und welche Dosis die richtige für Ihr Kind ist, das besprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin.



Constanze Löffler

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