Ratgeber Kinderkrankheiten

7. August 2008, 21:40 Uhr

Erste Hilfe für Kinder

Notfälle

Kinder spielen und toben. Werden sie zu wild, können sie sich in ihrem Übermut verletzen. Wenn Sie wissen, wie Sie Ihrem Kind helfen können, gehen kleinere und auch größere Unfälle in den meisten Fällen glimpflich aus.

Kopfverletzungen

Wenn der Schädel brummt

Beulen am Kopf gehören zum Kinder-Alltag: Ein Stoß an der Tür oder der Tischkante - schon schwillt die Stelle an. Bei so einem Stoß werden Gefäße verletzt. Es blutet unterhalb der Kopfhaut, und das wird als Beule sichtbar.

Trösten Sie Ihr Kind und kühlen Sie die Beule mit einem feucht-kühlen Lappen oder einem Coolpack, das Sie in ein Baumwolltuch wickeln. Sie können Ihrem Kind auch Arnikakügelchen geben oder vorsichtig Arnikasalbe auf die Stelle schmieren. Wenn die Schwellung kissenartig aussieht und an den Rändern weitläufig ausgefranst ist, sollten Sie zum Arzt gehen. Das kann nämlich ein Hinweis auf einen Schädelbruch sein.

Platzwunden: viel Blut, wenig Folgen

Platzwunden am Kopf bluten oft sehr stark. Das sieht zwar schlimm aus. Aber so eine Platzwunde ist meist harmlos und verheilt schnell wieder. Eine größere Wunde allerdings muss der Arzt nähen.

So können Sie Ihrem Kind helfen:

Beruhigen Sie Ihr Kind und waschen Sie das Blut mit kaltem Wasser ab, um die Wunde begutachten zu können.
Desinfizieren Sie die Wunde mit einem Desinfektionsmittel aus der Apotheke.
Drücken Sie mit einer sterilen Kompresse dagegen und binden Sie einen Verband darum.

Versorgen Sie die Wunde mit Strips oder Pflaster, indem Sie die Wundränder vorsichtig aneinander schieben. Pflaster hat eine Wundauflage, Strips kleben sie direkt auf die Wunde.
Große klaffende Wunden lassen Sie besser vom Arzt nähen.

Gehirnerschütterung: beobachten!

Ein heftiger Sturz führt manchmal zu einer Gehirnerschütterung. Das Kind kann dann zunächst bewusstlos sein, danach wirkt es verwirrt und benommen. Nicht selten muss es brechen, ihm ist übel und es hat Kopfschmerzen. Vor und nach einer Bewusstlosigkeit kann es sich manchmal nicht mehr an bestimmte Dinge erinnern.

Das können Sie jetzt tun:

Kontrollieren Sie Atmung und Herzschlag des Kindes. Den Puls ertasten Sie am besten an der Innenseite des Oberarms, am Hals oder - bei Kleinkindern - in der Leiste.

Bringen Sie das Kind zum Arzt oder ins Krankenhaus, damit es dort für 24 bis 48 Stunden überwacht wird.

Falls Sie das nicht wollen, sollten Sie darauf achten, ob sich der Zustand Ihres Kindes innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach dem Ereignis verschlimmert: Ob es erbricht, schläfrig wird, sich irgendwie auffällig oder verwirrt verhält. Dann rufen Sie den Notarzt oder fahren schnell ins Krankenhaus. Es kann nämlich sein, dass ein Gefäß verletzt ist und ins Gehirn blutet. Dadurch steigt der Hirndruck innerhalb des Schädels. Und das führt dazu, dass Hirnteile zusammen gedrückt und so unwiederbringlich geschädigt werden.

Schädelbruch: Ab zum Arzt!

Ein Schädelbruch ist tückischerweise nicht immer sofort zu erkennen. Die Kinder benehmen sich zunächst so wie immer. Hinweise auf einen Schädelbruch ist zum Beispiel eine wässrige Flüssigkeit, die aus dem Ohr läuft oder eine so genannte schwappende Beule - also ein Bluterguss, der sich eindrücken lässt. Nach den ersten unauffälligen Stunden kann sich der Zustand des Kindes plötzlich verschlechtern. Kleinere Kinder erbrechen, haben keine Lust mehr zu spielen, trinken nicht mehr und werden schläfrig. Beobachten Sie daher Ihr Kind ganz genau bis zu 48 Stunden nach einem Unfall. Gehen Sie mit ihm zum Arzt, wenn Ihnen irgendetwas Ungewöhnliches auffällt.

Das können Sie tun, wenn Sie den Verdacht auf Schädelbruch haben:

Geben Sie im Notfall eine Atemspende durch Nase oder Mund des Kindes und machen Sie Herzdruckmassagen.

Rufen Sie den Notarzt unter 112 an. Legen Sie nicht von sich aus auf, wenn Sie meinen, alles gesagt zu haben. Der Sprecher der Einsatzzentrale beendet das Gespräch, wenn er alle notwendigen Informationen hat.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind, beruhigen Sie es.
Lagern Sie den Kopf des Kindes leicht hoch.
Kontrollieren Sie die Atembewegungen und den Herzschlag, beziehungsweise den Puls. Sie ertasten ihn am besten an der Innenseite des Oberarms, am Hals oder in der Leiste.



Constanze Löffler

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