Ratgeber Kinderkrankheiten

7. August 2008, 21:40 Uhr

Erste Hilfe für Kinder

Notfälle

Kinder spielen und toben. Werden sie zu wild, können sie sich in ihrem Übermut verletzen. Wenn Sie wissen, wie Sie Ihrem Kind helfen können, gehen kleinere und auch größere Unfälle in den meisten Fällen glimpflich aus.

Vergiftungen

Gefährliche Neugier

Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen: Das steht auf den Flaschen von Spülmitteln, Blumendüngern oder WC-Reinigern. Zu recht, denn diese Chemikalien sind giftig, nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene.

Entdecken Sie Ihr Kind also mit einer leeren Scheuermilchflasche, heißt es für Sie: nicht panisch zum erstbesten Gegenmittel greifen. Bei schäumenden oder ätzenden Stoffen etwa dürfen Sie bei Ihrem Kind auf gar keinen Fall Erbrechen auslösen. Überlegen Sie daher genau, was zu tun ist und sprechen Sie das mit der Giftnotrufzentrale ab. Denn: Zehn der 36 Menschen, die im letzten Jahr an Vergiftungen gestorben sind, waren Opfer falscher Hilfsmaßnahmen!

Gift-Notzentrale anrufen: 030/19240

Rufen Sie bei der Giftnotzentrale an: Rufnummer 19 240 mit den Vorwahlen für Berlin, Bonn, Mainz, München, Göttingen, Freiburg, Homburg. Den Giftnotruf Erfurt erreichen Sie unter 0361/73 07 30 und den in Nürnberg unter 0911/39 82 451 oder 0911/39 82 655. Beraterinnen informieren Sie über die Wirkung des Giftes und sagen Ihnen, was Sie tun sollen.

Die Giftzentrale braucht von Ihnen folgende Informationen:
Wie heißt das Gift, wie wird es auf der Packung beschrieben?
Wie viel von dem Gift hat Ihr Kind zu sich genommen?
Wann hat das Kind die Substanz geschluckt?
Wie alt ist Ihr Kind und wie viel wiegt es?
Welche Beschwerden hat das Kind?

Heben Sie daher unbedingt die Reste des Giftes auf! Nur so kann das geeignete Gegenmittel bestimmt werden. Halten Sie sich bei allem, was Sie tun, an die Anweisungen der Giftnotrufzentrale. Alle Gegenmaßnahmen sind zugeschnitten auf das jeweilige Gift.

Rufen Sie den Notarzt unter der Rufnummer 112 an. Legen Sie nicht von sich aus auf, wenn Sie meinen, alles gesagt zu haben. Der Sprecher der Einsatzzentrale beendet das Gespräch, wenn er alle notwendigen Informationen hat.

Kein Salzwasser, keine Milch geben!

Gegenmittel, die Mediziner empfehlen könnten, sind: medizinische Kohle - außer bei ätzenden Substanzen, Kohletabletten oder -pulver verdünnt mit Saft oder Cola, Medikamente mit dem Wirkstoff Simethicon bei Wasch- oder Spülmittelvergiftung, kleine Schlucke Wasser, Tee oder verdünnten Saft zum Verdünnen einer Substanz.

Was Sie nicht tun sollten:
Auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Kind eine Salzlösung zu trinken geben! Dadurch kann es eine Salzvergiftung bekommen und sein Körper verliert zu viel Wasser.

Geben Sie dem Kind keine Milch. Bei schäumenden (Spül-und Waschmittel), ätzenden Stoffen (Spülmaschinenreiniger) oder bei Lampenöl (Paraffinöl) dürfen Sie kein Erbrechen auslösen: Die Schleimhäute werden dadurch weiter zerstört. Außerdem kann das Kind ersticken.


Constanze Löffler

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