Ratgeber Kinderkrankheiten

7. August 2008, 21:40 Uhr

Erste Hilfe für Kinder

Notfälle

Kinder spielen und toben. Werden sie zu wild, können sie sich in ihrem Übermut verletzen. Wenn Sie wissen, wie Sie Ihrem Kind helfen können, gehen kleinere und auch größere Unfälle in den meisten Fällen glimpflich aus.

Asthma-Anfall

Wenn die Luft knapp wird

Asthma ist eine Entzündung der Atemwege. Etwa zehn bis fünfzehn Prozent aller Kinder in Deutschland haben diese Krankheit. Bestimmte Reize führen dazu, dass sich ihre Bronchien verkrampfen: Sie bekommen einen Asthma-Anfall. Die Kinder können dann die eingeatmete Luft nur schwer wieder ausatmen. Das hören Sie an dem typischen pfeifenden Geräusch. Auslöser für solche Asthmaanfälle können unter anderem sein: Anstrengung, Wetterumschwung, Chemikalien, Tabakrauch, Hausstaubmilben. Wenn Ihr Kind einen Asthmaanfall hat, können Sie folgendes tun:

Geben Sie Ihrem Kind das spezielle Asthma-Spray, das der Arzt für den Notfall verschrieben hat.

Setzen Sie Ihr Kind in den Kutschersitz: breitbeinig hinsetzen, die Ellenbogen oder die Unterarme auf die Oberschenkel gestützt - so beugt sich der Körper automatisch leicht nach vorne. Diese Haltung macht das Atmen leichter. Genauso gut hilft die Torwarthaltung: breitbeinig hinstellen, die Hände auf die Oberschenkel gestützt.

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es die so genannte Lippenbremse machen kann: Lippen beim Ausatmen so eng beieinander halten, dass nur ein kleiner Mundschlitz offenbleibt - das erleichtert das Ausatmen.

Rufen Sie unter der Rufnummer 112 den Notarzt, falls es dem Kind nach einigen Minuten nicht besser geht. Legen Sie nicht von sich aus auf, wenn Sie meinen, alles gesagt zu haben. Der Sprecher der Einsatzzentrale beendet das Gespräch, wenn er alle notwendigen Informationen hat.

Pseudokrupp: Frische Luft hilft

Das Geräusch aus dem Kinderzimmer hört sich schrecklich an - wie ein Bellen. Pseudokrupp-Anfälle haben Kinder in der Regel nachts und vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn Husten- und Schnupfenviren grassieren. Betroffen sind Kinder im Alter von sechs Monaten bis acht Jahren. Der Husten wirkt besonders beim ersten Anfall bedrohlich - ist aber harmlos. Pseudokrupp ist eine Entzündung der Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes, die meist Viren, seltener Bakterien verursachen. Dabei schwillt die Schleimhaut des Kehlkopfes und der Stimmbänder an, so dass die typische Atemnot entsteht.

Das können Sie tun: Kind beruhigen und ablenken, zum Beispiel auf den Arm nehmen; in eine Decke einwickeln und ans offene Fenster oder auf den Balkon gehen, um das Kind kühle Luft einatmen zu lassen. Sie können auch den Gefrierschrank öffnen und das Kind den weißen, kühlen Nebel einatmen lassen.

Bei bedrohlichem Ausmaß Notarzt unter der Nummer 112 rufen. Legen Sie nicht von sich aus auf, wenn Sie meinen, alles gesagt zu haben. Der Sprecher der Einsatzzentrale beendet das Gespräch, wenn er alle notwendigen Informationen hat.


Constanze Löffler

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