Bei einer Verhaltenstherapie wird der Psychologe zunächst versuchen herauszufinden, was zu den chronischen Schmerzen geführt haben könnte. Möglich ist zum Beispiel eine Kombination aus zwei Faktoren: Die Betroffenen haben den Schmerz und sich selbst zu intensiv beobachtet, und andere haben die Pein-Geplagten deshalb zu sehr geschont.
Ein weiterer Faktor könnten Erfahrungen aus der Kindheit sein: Manche Menschen lernen schon in der Familie, sich ständig mit Schmerzen zu beschäftigen. Eine Rolle spielt außerdem, wie jemand auf Stress reagiert und ob Stress mit negativen Gedanken verbunden ist. Jeder Mensch nimmt schließlich Schmerz anders wahr. All diese Gegebenheiten können dazu führen, dass sich der Schmerz verstärkt.
Im nächsten Schritt der Therapie üben die Betroffenen, problematisches Verhalten zu verlernen und trainieren sich positives, gesundes Verhalten an. Das Ziel ist nicht unbedingt die absolute Schmerzfreiheit. Das wäre unrealistisch. Wichtiger ist es, die Schmerzen so gut wie möglich zu vermeiden und, falls sie auftreten, sie anzunehmen und zu bewältigen.
Zwei Dinge müssen Kopfschmerz-Geplagte in die Verhaltenstherapie mitbringen: die Bereitschaft, sich mit ihren Lebensumständen auseinander zu setzen, auch wenn dies nicht immer angenehm ist. Und Geduld: Denn Verhaltensweisen, die ein Leben oder zumindest einige Jahre lang gelernt wurden, lassen sich nicht innerhalb weniger Wochen ablegen.
Yamina Merabet