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Danach ist die Stirn glatt

Entdeckt wurde die Anti-Migräne-OP durch Zufall. Mittlerweile befürworten einige Mediziner das Verfahren, bei dem ein Stirnmuskel durchtrennt wird. Andere hingegen kritisieren, dass die Wirksamkeit der Operation nicht bewiesen sei.

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Umstritten: Der chirurgische Eingriff, der den Zornesmuskel durchtrennt© Vincent Lazat/Colourbox.com

Manche Operation hat nicht nur unerwünschte Folgen: Bei einigen Menschen, die sich die Zornesfalte über der Nasenwurzel wegoperieren ließen, minderten sich danach auch die Migräne-Beschwerden. Dieser Effekt wurde zum ersten Mal Ende der Neunziger Jahre beobachtet. Doch eine Operation bei Migräne ist umstritten.

Zwischen den Augenbrauen, an der Nasenwurzel, liegt ein Muskel - im Medizinjargon Corrugator genannt. Zieht man ihn zusammen, entstehen die typischen Zornesfalten auf der Stirn. Bei manchen Menschen quetscht dieser Muskel die kleinen Äste des Gesichtsnervs, des Trigeminus-Nervs, zusammen. Diese starke Stimulierung des Nervengeflechts könnte eine Migräne-Attacke auslösen. Soweit zumindest die Theorie. Befürworter dieser Annahme empfehlen folgerichtig, den Corrugator-Muskel zu durchtrennen oder zu entfernen, um die Migräne zu lindern.

Zuvor wird getestet, ob die Operation erfolgreich sein könnte. Der Arzt lähmt dafür vorübergehend den Zornesmuskel mit dem Nervengift Botulinum-Toxin. Nur wenn die Anzahl der Migräne-Anfälle in den folgenden Wochen um mehr als die Hälfte sinkt, wird der Patient zur Operation zugelassen.

Kritikern dieses Tests fehlt noch der Beweis, dass die Botox-Spritze denselben Effekt hat wie die Operation. Sie vermuten eher, dass durch den Test bevorzugt Menschen für den Eingriff auswählt, die verstärkt auf Placebos ansprechen: Sie glauben fest an den Erfolg einer Behandlung. Dadurch bessern sich ihre Beschwerden tatsächlich, zumindest für eine gewisse Zeit.

Vorsícht: Ihr Gesicht kann nachher anders aussehen

Die Operation als Migräne-Therapie wird unter Experten kontrovers diskutiert. Folgt man den Befürwortern der Methode, leiden die Patienten nach der Operation nur noch halb so oft unter Migräneattacken wie zuvor. 30 Prozent sollen sogar ganz von den Kopfschmerzen befreit worden sein. Bisher gibt es aber keine kontrollierten Studien zur Wirksamkeit dieser Operation. Die Theorie über das Zusammenspiel der genannten Muskeln ist umstritten. Dass gequetschte Fasern des Trigeminus-Gesichtsnerven Ursache oder Auslöser einer Migräne-Attacke sind, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Folgendes sollten Sie vor einer Operation bedenken:

  • Die Entfernung des Zornesmuskels kann zu dauerhaften Veränderungen der Mimik führen. Gefällt Ihnen der neue Gesichtsausdruck nicht, kann Sie das unglücklich machen.
  • Die Behandlung ist teuer. Der sogenannte Botox-Test kostet circa 450 Euro. Die Operation einschließlich Vor- und Nachuntersuchungen schlägt mit circa 3.500 Euro zu Buche. Die Kosten werden nur in Einzelfällen von wenigen Krankenkassen übernommen.
Yamina Merabet
 
 
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