Seit fast zehn Jahren spielt Rupert Grint Harry Potters besten Freund Ron Weasley. Dabei kann er auch ganz anders. stern.de traf den rothaarigen Schauspieler zum offenen Gespräch. Von Sophie Albers

Rupert Grint: 2001 und 2009© DPA/ Andreas Rentz/Getty Images
Rupert Grint hat ein Problem. Seit fast zehn Jahren sieht die Welt in ihm den loyalen, manchmal etwas tolpatschigen, vor allem aber harmlosen Ron Weasley. Das ist der rothaarige Freund des Super-Zauberschülers Harry Potter, den Grint seit 2001 spielt. Dass aus dem niedlichen Milchgesicht mittlerweile ein junger Mann geworden ist, ist für viele Fans nur schwer zu akzeptieren. Da hilft nur Schocktherapie.
Zu diesem Zweck dreht der 20-jährige Grint Filme wie "Cherrybomb". Ein zynisch-bitterböses Jugenddrama, das in Belfast spielt und zwei Freunde bei der Selbstzerfleischung zeigt, während sie versuchen, dieselbe Frau rumzukriegen. Ja rumzukriegen, denn in "Cherrybomb" wird gekokst, gekifft, gestohlen, geprügelt und mal mehr, mal weniger gefühlvoll gevögelt. Liebe steht eher nicht auf dem Plan. Zumindest nicht zu Beginn.
Das wird "Harry Potter"-Fans, die bei verschüchterten Küssen bereits rote Wangen bekommen, vielleicht verschrecken, doch zeigt "Cherrybomb", der auf der Berlinale Weltpremiere feierte, vor allem auch, dass Grint ein begabter Schauspieler ist. Alfonso Cuarón, Regisseur von "Harry Potter und der Gefangene von Askaban", hatte bereits vor drei Jahren erklärt, dass er Grint für den vielversprechendsten der Potter-Stars halte.
Grint selbst ignoriert solche Aussagen am liebsten. Er wirkt ein bisschen verschüchtert, während er auf dem Sofa sitzt und auch nicht weiß, wer der schreiende Glatzkopf auf seinem T-Shirt eigentlich ist.
(lacht) Allerdings. Das hat mit Ron Weasley nicht viel zu tun. Es ist ein viel erwachsenerer Film. Das habe ich genossen.
Nein, ja, vielleicht ...
Kann sein. Aber der Film ist auch für ein anderes Publikum gedacht. Wir sind ja alle ein bisschen älter geworden, da komme ich mit so was durch. Ich bin jetzt 20.
Nein, eigentlich nicht. (lacht)
Davon habe ich noch nichts gehört. Ich habe wirklich einfach noch nie was angestellt.
Mein Leben ist ja etwas anders verlaufen. Ich hatte nicht diese Zeit nach der Schule, in der ich nicht wusste, was wird ... Aber ich habe Freunde, die all das erleben.
Nicht wirklich. Das ist ja eher ein kleines Opfer angesichts der großartigen Erfahrungen, die ich gemacht habe. Und ich bin nie wirklich gerne zur Schule gegangen. (lacht)
Ja, das war es schon. Sowas habe ich vorher ja noch nie gemacht. Ich bin nicht besonders selbstsicher und war sehr nervös.

Rupert Grint beim Autogramme schreiben auf der Berlinale© Sebastian Willnow/DDP
Ja, 14 Monate oder so wird es dauern. Das wird wirklich lang. Aber das ist es wert. Es ist ein tolles Buch und von großer Bedeutung, denn es ist der letzte Film.
Ist ja noch ein bisschen hin, aber irgendwie schon.
Natürlich hat es mein Leben total verändert! Aber es ging auch alles so schnell, und ich hatte eine großartige Zeit.
Oh ja. Und ich habe keine Ahnung. Wahrscheinlich Eisverkäufer, das war lange mein Ziel. (lacht) Aber ernsthaft: Ich hatte großes Glück.
Nein, ich hatte die ganze Zeit Kontakt mit meinen Kumpels von früher. Ich hatte die Wochenenden frei, und ich habe ganz in der Nähe des Studios gewohnt. Ich konnte echt ein einigermaßen normales Leben leben.
Stimmt, das wäre wohl so, aber ich habe zum Glück noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Vielleicht kommt das noch, denn zur Zeit lebe ich in so etwas wie einer Blase.