Für die letzten drei "Superstar"-Kandidaten wird es nicht langweilig. RTL organisierte für sie Empfänge in ihren Heimatstädten, und prompt standen Eggenfelden, Stade und Sendenhorst Kopf.

Daniel beim Empfang in seiner Heimatstadt© dpa
Die Eggenfelder sind fest von ihrem Superstar-Kandidaten Daniel Küblböck überzeugt. Zumindest, "dass Daniel mit zirka 95-prozentiger Sicherheit Superstar wird", wie es auf der Homepage des "Daniel Fanclubs Eggenfelden" heißt. Clubchef Stefan Schaitl glaubt sogar, dass Daniel "das Zeug zum Weltstar" habe. "Er wird die Herzen der Menschen in aller Welt mit seiner liebevollen Ausstrahlung erobern, wie er das in Deutschland bereits gemacht hat", schwärmt der 26-jährige Elektromeister.
Nicht nur in Daniels Heimatgemeinde hätten sich die Fans von Daniel zusammengetan, bundesweit gebe es bereits über 40 Fanclubs, und täglich würden es mehr, betont Schaitl. "Durch diese Entwicklung ist bereits deutlich zu erkennen, welche emotionale Wirkung Daniel in den Menschen auslöst."
Von Daniels Besuch in seiner Heimatstadt Eggenfelden vergangene Woche war die hiesige Fangemeinde laut Schaitl jedoch etwas enttäuscht. "Der Auftritt vom Daniel war schon stark inszeniert", murrt Schaitl. Dabei gilt Daniel Küblböck als End-Kandidat der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" bei seinen Fans als derjenige, der sich am wenigsten anpasst.
Als dann in seiner Heimatgemeinde aber auch noch die geplante Autogrammstunde mit dem Finalisten ausfiel, waren die Fans sauer. Eggenfeldens Bürgermeister Werner Schießl bittet jedoch um Nachsicht: "Daniels Sicherheit stand im Vordergrund. Deshalb musste die Autogrammstunde ausfallen", betont der Kommunalpolitiker. "Da sind schon einige Teenies ganz enttäuscht nach Hause gegangen." Es sei auch schwer einzuschätzen gewesen, wie viele Leute tatsächlich kommen würden. Mit den über 500 Fans hätte selbst RTL nicht gerechnet. Fanclubleiter Schaitl ist eher davon überzeugt, dass "RTL einfach zu wenig geplant hat."
Die örtliche Begeisterung für Daniel ist dennoch ungebrochen. Am kommenden Samstag findet in der Diskothek "Mausefalle" die Fanclubparty zur Superstar-Show statt. Nach Schaitls Einschätzung werden etwa 800 Leute vor der Videoleinwand mitfiebern und hoffentlich fleißig für ihren Superstar anrufen. Der Fanclubleiter fordert von den rund 1000 Clubmitgliedern "1000 Prozent beim Voting für Daniel". Schaitl glaubt zuversichtlich an einen Sieg von Daniel: "Wir müssen nur erreichen, dass ungefähr zwei bis fünf Millionen Leute sich für Daniel begeistern und für ihn anrufen."
Der Bürgermeister von Eggernfelden ist immer noch begeistert vom Besuch seines berühmten Gemeindemitglieds, bei dem Daniel sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen durfte und zwei Lieder quäkte: "Es war schön, dass man sich persönlich bedanken durfte und kennen lernen konnte." Durch Daniel kenne nun ganz Deutschland die Stadt Eggenfelden. "Für einen 17-Jährigen geht er ganz geschickt mit dem Ruhm um. Und dass das alles einem mal zu viel werden kann, ist doch verständlich", sagt der Bürgermeister.
RTL ging sogar so weit, in der niederbayerischen Stadt mit ihren 13.700 Einwohnern eine ganze Straße nach Daniel benennen zu wollen. Das war Bürgermeister Schießl aber zu viel. Doch immerhin den "Antonius-Kinderhort", in dem Daniel bislang eine Ausbildung als Kinderpfleger gemacht hatte, benannte die Stadt ganz offiziell um: in "DanielHaus".
Den Rummel um "Superstar" Daniel können jedoch nicht alle Jugendlichen aus Eggenfelden verstehen. Ein Mitarbeiter des örtlichen Jugendzentrums findet "das alles ziemlich übertrieben." Aus dem Jugendzentrum sei kaum jemand am Rathaus gewesen. Der örtliche "Daniel Fanclub" kämpft derweil mit rechtlichen Einschränkungen: "Wir dürfen keinerlei Fanartikel anbieten. Das hat RTL in einem Brief untersagt."
Im Mai gehen die Finalisten von "Deutschland sucht den Superstar" auf Deutschlandtournee. In Eggenfelden selbst ist kein Konzert geplant.