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"Deutschland ist kein souveränes Land. Wir sind nicht frei"

Xavier Naidoo fährt zum Eurovision Song Contest. Im vergangenen März sprach der Sänger in einem Interview mit dem stern über seinen Glauben, seine Weltanschauung und die Suche nach der Wahrheit.

Xavier Naidoo bei einem Konzert

Xavier Naidoo ist der Auserwählte für den Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm

Er sieht nicht aus wie ein Geläuterter, sondern wie einer, der nicht zu altern scheint. Wie ein Zeitloser. Xavier Naidoo, 43, erscheint zum Interview in einem Hamburger Hotel in grauer Jogginghose. In der linken Hosentasche hat er ein kleines Büchlein, das deutsche Grundgesetz. Naidoo sagt, er habe es immer dabei. Mitgekommen sind seine Pressefrau und sein Hund, die Bulldogge Sinclair. Der Popstar aus Mannheim, den Udo Jürgens „den größten Hoffnungsträger der deutschen Musik“ nannte, verkaufte mehr als fünf Millionen Platten, doch die Schlagzeilen über ihn waren zuletzt schlecht. Sie lauteten: „Vom Popstar zum Populisten“ oder „Prophet des rechten Glaubens“ . Wie konnte es so weit kommen?


Herr Naidoo, Sie wuchsen als Sohn südafrikanischstämmiger Eltern in Wallstadt auf, einem Stadtteil von Mannheim. Ihre Mutter war Schneiderin, Ihr Vater Industrieschweißer. Sie nannte man als Kind „Lenor“.
Ja. Leibeigener Neger ohne Rechte. Ich muss so sieben oder acht gewesen sein. Die anderen Kinder bespuckten mich, weil ich schwarz war. Aber viel schlimmer waren für mich die Erwachsenen, die mich „Bimbo“ nannten. Letztendlich habe ich allen, den Kindern voran, verziehen, mit einigen bin ich heute sogar befreundet.

Waren Sie ein angepasstes Kind?
Wahrscheinlich schon. Ich war im Kinderchor der katholischen Kirche. Später war ich Messdiener. Ich wuchs in einem katholischen Elternhaus auf, doch irgendwann in der Pubertät fing ich an, die Dinge zu hinterfragen. Es gibt da einen immer wiederkehrenden Kindheitstraum, der das gut beschreibt.

Was für ein Traum ist das?
Um mich herum stehen Menschen, meine Mutter, meine Lehrerin, Nachbarn. Und sie alle tragen Masken. Ich beobachte sie heimlich, wie sie ihre Masken aufsetzen. Und ich versuche, ihnen die Masken zu entreißen. Das ist für mich ein ganz zentraler Punkt in meinem Leben. Dieses Hinter-die-Fassade-schauen-Wollen.

Was bedeutet dieser Traum? Dass Sie vieles nicht glauben wollen?
Ich glaube schon. Es geht darum, sich nicht mit dem ersten Ersichtlichen abzufinden, sondern genauer hinzuschauen.

Mit neun Jahren wurde Ihre Kindheit von einem traumatischen Erlebnis getrübt. Sie wurden von einem Mann missbraucht.
Es passierte bei einem Besuch bei meiner Tante in Johannesburg in Südafrika. Diese hatte ein großes Anwesen. Dort arbeitete ein etwa 50-jähriger Gärtner. Ich spielte oft im Garten, redete mit ihm und brachte ihm auch mal ein Glas Wasser. Ich sagte ihm: Du erinnerst mich an meinen Vater! Eines Tages nahm er mich mit in seine Hütte. Er hob mich auf seinen Schoß und fragte mich: „Küsst du deinen Vater auch?“ Da wusste ich schon: Das hier geht in eine ganz falsche Richtung. Dann griff er mir an die Genitalien und steckte mir die Zunge in den Hals. Das war widerlich! In dieser Sekunde wurde ich erwachsen.
Wie haben Sie sich gerettet?
Ich dachte, wenn ich jetzt etwas falsch mache, dann dreht er mir den Hals um. Ich erinnere mich, dass ich unglaubliche Angst hatte zu sterben, aber ich schaffte es irgendwie, da rauszukommen.
Haben Sie sich danach jemandem anvertraut?
Ich habe das verdrängt und meiner Mutter erst Jahre später davon erzählt. Da war ich 25.

Nach Ihrem Realschulabschluss machten Sie zunächst eine Kochlehre, die Sie aber abbrachen.
Ja, damals träumte ich schon davon, Sänger zu werden. Seit einem Konzertbesuch bei Elton John war mir das klar. So etwas wollte ich auch erreichen. Doch bis dahin stand erst mal häufig der Gerichtsvollzieher vor meiner Tür. Ich hatte jede Menge Schulden. Ich dachte, mein sozialer Abstieg ist vorprogrammiert. Auch der meiner Mutter, um die ich mich nach dem Tod meines Vaters gekümmert habe.

Woher kamen die Schulden?
Weil ich ein Auto zu Schrott gefahren habe.

Autos sind heute noch Ihre Leidenschaft.
Ja, als ich das erste Geld mit meiner Musik verdiente, hatte ich eine Zeit lang mehr als 100 Autos. Ich wollte einen Autoverleih in Mannheim gründen, der es Leuten ohne Kreditkarte ermöglicht, ein Auto zu mieten. So etwas wie Carsharing, bevor es das gab. Leider spielten die Versicherungen nicht mit. Da saß ich dann auf 100 Autos, von denen viele echt Mist waren.

Wie groß ist Ihr Fuhrpark heute?
Deutlich kleiner, aber ich habe schon noch ein paar schöne Autos. Alte Daimler, alte Porsche, so manchen Oldtimer.

Sie haben sich immer als jemand verstanden, der mit seiner Musik Brücken zwischen den Menschen bauen will. Im vergangenen Jahr haben Sie die Öffentlichkeit gespalten.
Was meinen Sie genau?

Wir meinen zum Beispiel den 15. August 2014, als Sie bei einem Auftritt in Mannheim fragten: „Ist Deutschland noch besetzt?“
Das ist doch eine berechtigte Frage, die auch schon von angesehenen Politikern gestellt wurde.

Eine Verschwörungstheorie. Deren Anhänger behaupten, Deutschland sei immer noch besetzt und habe weder Friedensvertrag noch Verfassung.
Nein, es ist keine Verschwörungstheorie. Der Historiker Prof. Dr. Josef Foschepoth ist den geheimen Vereinbarungen zwischen den Amerikanern und der Bundesregierung nachgegangen. Sie existieren wirklich. Danach dürfen die Amerikaner uns überwachen. Deutschland ist insoweit kein souveränes Land, wir sind nicht frei.

Wenn man Ihre Biografie betrachtet, ergibt sich ein seltsam gespaltenes Amerika-Verhältnis. Einerseits lieben Sie amerikanische Musik, Soul und Hip-Hop. Andererseits kritisieren Sie Amerika immer wieder öffentlich. Wie kam es dazu?
Man kann doch einerseits die Musik und Kultur eines Landes lieben, jedoch andererseits mit der Politik der Regierung nicht einverstanden sein. Für Letzteres gab es ein auslösendes Moment. Das war der 11. September 2001. Dieses Ereignis hat mich einfach stutzig gemacht.

Am 3. Oktober traten Sie bei den rechtspopulistischen „Reichsbürgern“ auf. Sie sagten: „Wer die Erzählung über den 11. September als Wahrheit hingenommen hat, der hat einen Schleier vor den Augen.“ Leugnen Sie den 11. September?
Ich leugne ihn nicht, glaube aber nicht, dass das so abgelaufen ist, wie es in den Medien und von der Politik dargestellt wurde. Die Achillesferse des Anschlags ist doch das 47-stöckige Bürogebäude neben den Türmen gewesen, genauer gesagt: Gebäude Nummer 7. Dieses Gebäude ist Stunden später eingestürzt. Das sah aus wie bei einer kontrollierten Sprengung. Daran gibt es nichts zu deuten.

Auch eine populäre Verschwörungstheorie.
Es ist mir egal, was andere dazu sagen. Man braucht sich nur den Zusammensturz ansehen.

Sie glauben also wirklich, der 11. September war von den Amerikanern selbst inszeniert?
Zumindest kam dies den Machthabern in Amerika sehr gelegen, denn mit diesem Ereignis rechtfertigen sie den Abbau von Bürgerrechten und einer totalitären Überwachung.

Was suchten Sie am 3. Oktober 2014 bei einer Veranstaltung von den sogenannten Reichsbürgern in Berlin?
Angestoßen war mein Besuch durch einen Artikel auf Spiegel Online. Darin wurde behauptet, ich sei rechtspopulistisch und würde die Thesen dieser Menschen vertreten. Kurz darauf bin ich mit meiner Frau und meiner Mutter nach Berlin gekommen, um meinen Geburtstag zu feiern. Am nächsten Tag fuhr ich dann mit dem Fahrrad zum Reichstag, um mir selbst mal anzusehen, mit wem ich von der Presse in einen Topf geworfen werde. Man kann es mir doch nicht verübeln, mich zu informieren.

Die „Reichsbürger“ eint die krude Auffassung, die Bundesrepublik Deutschland sei kein rechtmäßiger Staat. Wie empfanden Sie es bei denen?

Ich habe mit den Leuten dort gesprochen, weil es mir wichtig ist, mich auch mit Menschen auszutauschen, deren Auffassung ich nicht teile. Später wurde ich gefragt, ob ich nicht auch etwas auf der Bühne sagen will.

Warum haben Sie das nicht abgelehnt?
Warum sollte ich? Wenn ich von Liebe und Frieden sprechen kann, dann ist das absolut reizvoll für mich. Besonders vor dem Reichstag, an dieser geschichtsträchtigen Stelle.

Bei der Veranstaltung sollen Reichsflaggen geschwenkt worden sein.
Ich habe keine gesehen, es wurden jede Menge unterschiedliche Flaggen geschwenkt, zum Beispiel Fahnen der Bundesländer und der USA. Außerdem ging es ja darum, was ich den Menschen dort zu sagen hatte. Im Übrigen: Ich habe mich mit so vielen musikalischen Projekten wie beispielsweise „Brothers Keepers“ oder „Rock gegen Rechts“ rechten Gruppierungen entgegengestellt. Dafür bekam ich auch Morddrohungen. Auch habe ich vor ein paar Jahren mit den Söhnen Mannheims in der Oper von Tel Aviv für eine Verständigung zwischen Israel und Deutschland gesungen.

Xavier Naidoo spricht spontan bei den „Reichsbürgern“ . Ein unglaublicher Imageschaden.
Mein Image war eh schon immer etwas verdreht. Man bezeichnete mich als homophob, als esoterischen Spinner und als religiösen Fanatiker. All das bin ich genau so wenig wie rechtspopulistisch.

Sie haben doch sicher viele Leute, die Sie beraten. Warum hat niemand gesagt: Xavier, fahr da bloß nicht hin!
Das haben ja viele gesagt, aber darauf höre ich nicht. Ich lasse mich nicht steuern, ich möchte frei bleiben. Es kümmert mich nicht, was Leute von mir denken. Diese Eigenschaft habe ich von meiner Mutter.

Wie waren die Reaktionen aus Ihrem engen Freundeskreis?
Aus reiner Vorsicht habe ich meine Mutter nach diesem Auftritt vier Wochen zu mir genommen, weil ich nicht wusste, wie ihre Nachbarn darauf reagieren. Aber es passierte in ihrem Umfeld überhaupt nichts Negatives. Klar gab es einige Leute, die vorsichtiger mit mir geworden sind. Sie dachten, der Naidoo ist jetzt völlig hohlgedreht! Ein paar Geschäftsleute, mit denen ich befreundet bin, haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, aber das waren Einzelfälle.

War es ein Fehler, auf die Bühne zu gehen?
Nein.

Nach Ihrem Auftritt warb ein NPD-Politiker mit Ihnen. Warum haben Sie dagegen nicht geklagt?
Inwiefern ein NPD-Politiker ohne mein Einverständnis mit mir geworben hat, weiß ich nicht. Im Übrigen klage ich nur in den nötigsten Fällen. Generell ist es doch so, dass ich das, was ich selbst für mich fordere, also Meinungsfreiheit, auch anderen Leuten zugestehen muss. Sonst trete ich doch meine eigenen Ideale mit Füßen.

Aber gibt es nicht Grenzen, und ist nicht die NPD genau so eine Grenze?
Die NPD kann ich nicht ernst nehmen, und ihre Thesen lehne ich strikt ab.

Lassen Sie uns über Pegida reden. Lehnen Sie Pegida auch ab?
Ich finde es erst mal nicht verwerflich, dass Leute auf die Straße gehen und ihre Meinung sagen. Aber die befürchtete Islamisierung Deutschlands sehe ich nicht. Die Argumentation dieser Bewegung ist für mich nicht akzeptabel. Im Übrigen können wir doch was dagegensetzen. Das sind 20 000 Menschen. Wir sind doch viel mehr.

Nach Ihrem Auftritt distanzierte sich der Bürgermeister Ihrer Heimatstadt Mannheim von Ihnen, und die von Ihnen mitgegründete Popakademie wollte nicht mehr mit Ihnen zusammenarbeiten. War es das wert?
Nicht alle haben sich abgewendet. Viele sagten auch: Xavier, du hast recht. Und dass der Bürgermeister sich distanziert, verstehe ich völlig. Er muss das ja machen. Er glaubt, Schaden von Mannheim abwenden zu müssen. Auch auf die Gefahr hin, dass sich Leute von mir distanzieren, werde ich meine Überzeugungen nicht ändern.

Mit 26 feierten Sie Ihren Durchbruch. Sie sangen den WM-Song „Dieser Weg“ und galten als Wegbereiter des deutschsprachigen Souls. Gleichzeitig irritierten Sie immer wieder mit Ihren Songtexten. In dem Stück „Raus aus dem Reichstag“ singen Sie beispielsweise über die jüdische Bankiersfamilie Rothschild und bezeichnen diese als „Füchse“ der Finanzwelt.
Man muss, gerade als Künstler, die Dinge beim Namen nennen dürfen, wenn Leute weiter ihre Machenschaften treiben, und zwar unabhängig von deren Nationalität, Herkunft und Glauben. Ob jetzt Obama oder die Rockefellers, da lasse ich niemanden außen vor. Der Song, den Sie meinen, handelt von der Bankenkrise. Es geht vor allem um die Commerzbank, die ich dort „Kein-Herz-Bank“ nenne.

Sie kämpfen gegen die Großen.
Immer nur. Immer gegen die Großen. Die katholische Kirche, die Politiker, die Banker. Gegen Menschen mit Macht. Und wenn mir jemand sagt, das darf man nicht sagen, dann mache ich es wahrscheinlich erst recht. Vor einigen Jahren habe ich mich einer Strafanzeige gegen Horst Köhler angeschlossen.

Warum?
Ich bin auf die bereits laufende Anzeige im Internet aufmerksam geworden: Er soll dabei mitgewirkt haben, dass Deutschland ohne verfassungsrechtliche Legitimation die Währungsunion einging. Da bin ich 2010 auf eine Polizeiwache in Mannheim gegangen, um mich der Anzeige wegen Hochverrats anzuschließen. Ich wusste selbst nicht, wie das geht, deshalb habe ich mir vorher noch etwas Mut mit einem Bier angetrunken. Auf der Wache war dann eine Studentin vor mir dran, die ihr Fahrrad als gestohlen melden wollte. Als ich Hochverrat sagte, verstanden die Beamten zuerst „Hochfahrrad“. Die dachten, man hätte mir mein Hochfahrrad geklaut. Als ich klarstellte, dass es um Hochverrat geht, musste ich in ein Hinterzimmer. Dort wurde ich dann an den Staatsschutz verwiesen. Dann musste ich einen Alkoholtest machen. Die dachten, ich sei völlig hirnverbrannt.

Was wurde aus der Anzeige?
Die Anzeige wurde nicht weiter verfolgt.

Sind Sie ein Verschwörungstheoretiker?
Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, ich bin Wahrheitssuchender.

Wie suchen und finden Sie Ihre Wahrheit?
Ich fahre mit dem Auto durch Europa und suche das Gespräch mit den Menschen. Ich war unter anderem in Kiew und Odessa in der Ukraine. In Brüssel habe ich sogar eine Wohnung gemietet und mich eine Zeit lang umgehört. Ich bin manchmal wochenlang für Freunde und Familie nicht zu erreichen. Wenn ich unterwegs bin, schalte ich einfach mein Handy aus.

Sie sprechen kein Russisch und reisen alleine in die Ukraine, um die Wahrheit zu finden. Das ist doch verrückt.
Man kann sich mit Händen und Füßen verständigen. Und es gibt ja mehr als eine Sprache. Ich habe sogar mal einige Zeit in Kiew gelebt. Mir ging es einfach darum, das, was ich spüre, mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen. Bereits zuvor habe ich meiner Band, den Söhnen Mannheims, von meinem Eindruck berichtet, dass es aufgrund der überwiegend russischstämmigen Bevölkerung in der Ostukraine zu Schwierigkeiten kommen kann. Dies hat sich jetzt leider auch bewahrheitet.

Sie klingen jetzt wie ein Prophet, der behauptet, er könne die Zukunft vorausahnen.
Nein, ich bin nur ein Künstler, ein sehr sensibler. Ich habe ein gutes Gespür für manche Dinge. Schon 2005 sang ich in dem Song „Abgrund“ darüber, dass die Finanzkrise droht. Warum muss erst ein dummer Künstler wie ich aus Mannheim kommen, während Merkel und Steinbrück heute noch sagen, sie hätten uns gut durch die Krise geführt? Wir hätten niemals in dieser Krise stecken müssen.

Welcher Partei stehen Sie nahe?
Keiner. Ich wähle auch nicht, sondern gebe meinen Stimmzettel als ungültig ab. Ich habe meine eigene Stimme, die ich erheben kann.

Würden Sie gern in die Politik gehen?
Nein. Außerdem muss man doch heute gar nicht mehr in die Politik gehen, um gehört zu werden. Ich stelle mich an die nächste Straßenecke, und zwei Stunden später steht das Zeug schon bei Youtube.

Möchten Sie sich denn weiterhin privat politisch engagieren?
Ich engagiere mich nicht politisch, sondern als Bürger gegen Unrecht auf allen Ebenen.

Sie sind bekannt als jemand, der sich offen zu seinem Christentum bekennt. Was gibt Ihnen Gott, was Sie auf der Erde nicht finden?
Das eine ist Geborgenheit, die ich von niemandem auf der Erde erwarte und mir auch niemand geben muss. Das andere ist Vergebung. Wenn du Vergebung in dein Leben lässt, dann fällt es dir auch nicht mehr schwer, die Meinungen von anderen zu akzeptieren. Das ist ein zentraler Punkt meines Glaubens.

Wie fanden Sie zu Ihrem Glauben? Gab es ein Schlüsselerlebnis?
Nach dem Tod meines Vaters reiste meine Mutter nach Südafrika, um ihn dort zu beerdigen. Ich musste leider zu Hause bleiben, weil ich gerade meinen Zivildienst ableistete. In der Silvesternacht 1992 las ich dann in der Bibel meiner Eltern und spürte plötzlich, dass Jesus für mich ein Vorbild werden könnte.

Warum machen Sie sich nicht einfach ein schönes Leben, lesen in der Bibel, produzieren neue Songs und genießen Ihren Ruhm und Reichtum?
Weil mir Deutschland einfach superwichtig ist. Und weil ich ein überzeugter Christ bin, der gegen Ungerechtigkeiten angeht.

Hat Gott Humor?
Mein Gott hat auf jeden Fall Humor. Sonst hätte er mich nicht zu dem gemacht, was ich heute bin.


Dieses Interview erschien am 12. März 2015 im stern

Kommentare (2)

  • stern-Moderation
    Wir verabschieden uns für heute und schließen die Kommentare unter diesem Artikel. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an sterncommunity@stern.de /tsy
  • Joachim Ott
    Joachim Ott
    Joachim Ott Lieber Stern: beweisen Sie doch das der Artikel 146 des Grundgesetz lückenlos umgesetzt wurde. Und bitte nicht auf Artikel 79 berufen den ich direkt mit entkräfte: Schon in einem Aufsatz aus dem Jahre 1952 hat der Verfassungsrechtler Theodor Maunz erkannt, was er als Gebot der „Normlogik“ bezeichnet hat: dass Art. 79 Abs. 3 GG seine Schutzwirkung nur erreichen kann, wenn die Unantastbarkeit, die er für bestimmte Verfassungsgrundsätze ausspricht, auch für ihn selbst gilt. Das bedeutet, dass auch die Begründung der Unantastbarkeit in Art. 79 Abs. 3 GG selbst der Ewigkeitsklausel unterliegt.

    Die Ewigkeitsklausel verhindert jedoch nicht, dass sich das deutsche Volk eine das Grundgesetz ablösende Verfassung schaffen könnte, auch wenn diese Veränderungen mit sich bringt, die eigentlich durch die Ewigkeitsklausel verhindert werden sollen. Diese Möglichkeit, eine neue Verfassung zu schaffen, sieht Art. 146 Grundgesetz in der alten wie in der neuen Fassung – hiernach äußerstenfalls als Totalrevision des Grundgesetzes vor. Einige Verfassungsrechtler haben allerdings angenommen, dass Art. 146 GG a.F. mit der deutschen Wiedervereinigung außer Kraft getreten sei und dass die neue Fassung unwirksam sei, soweit sie Änderungen betreffe, die nach Art. 79 Abs. 3 GG unzulässig sind. Das Bundesverfassungsgericht sieht Art. 146 GG als wirksam an, hat aber ausdrücklich offengelassen, ob sogar die verfassungsgebende Gewalt an die in der Ewigkeitsklausel geschützten Grundsätze „schon wegen der Universalität von Würde, Freiheit und Gleichheit“ gebunden ist. Was bleibt ist das wir für eine souveräne Verfassung Friedensverträge brauchen. Bitte vorlegen und abdrucken für die Bevölkerung, das wäre doch mal eine Maßnahme und schon wäre Ruhe, aber das macht niemand, da es das Papier nicht gibt. Meine Oma hat gesagt: Dinge müssen beweisbar sein. Solange die Regierung es nicht beweisen kann , was nun?
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