29. Januar 2011, 16:02 Uhr

Die Ekelshow ist gesellschaftsfähig geworden

Peer Kusmagk, Katy Karrenbauer oder Thomas Rupprath: Einer dieser drei wird heute Abend zum neuen Dschungelkönig gekrönt. Schon vor dem Finale steht RTL als Sieger fest: Der Sender fuhr Traumquoten ein - und machte das umstrittene Format gesellschaftsfähig. Von Carsten Heidböhmer

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Sehen so Sieger aus? Thomas Rupprath und Peer Kusmagk haben zusammen mit Katy Karrenbauer Chance auf die Dschungelkrone©

Damit hatte niemand gerechnet: Weder der hochfavorisierte Rainer Langhans noch die Ex-Bro'Sis Sängerin Indira Weis, die vorab im "Playboy" schon einmal ihre Argumente offengelegt hatte, stehen im Finale des Dschungelcamps. Stattdessen haben drei Kandidaten Chancen auf die Krone, die keiner auf dem Schirm gehabt hatte: Peer Kusmagk, Katy Karrenbauer und Thomas Rupprath.

Egal wie das Rennen ausgeht: Schon jetzt darf sich RTL als großer Sieger fühlen. Der Kölner Sender hat mit der fünfte Staffel der Ekelshow "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" regelmäßig Traumquoten eingefahren. Zeitweise waren es mehr als acht Millionen Zuschauer und mehr als 50 Prozent Martkanteil in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Damit ist die aktuelle Ausgabe erfolgreicher als die beiden vorherigen Staffeln. Vor allem aber hat RTL dem lange umstrittenen Format neue gesellschaftliche Akzeptanz verschafft. Galt die Sendung bis vor kurzem noch als Resterampe für erledigte Showkarrieren, so scheint es inzwischen gerade für junge Menschen erstrebenswert, sich vor einem Millionenpublikum mit hämischen Kommentaren demütigen zu lassen. Einer Umfrage der "Bild am Sonntag" zufolge gab ein Drittel der deutschen Schüler an, selbst gerne mal ins RTL-Dschungelcamp gehen zu wollen.

Peer gilt als Topfavorit

Von diesem Imagegewinn dürfte auch der Sieger profitieren. Ausgerechnet der unbekannteste Teilnehmer geht als Favorit ins Rennen. Vor zwei Wochen kannten viele Zuschauer Peer Kusmagk gar nicht mehr. Auch im Camp drängte sich der TV-Moderator zunächst nicht in den Vordergrund. Er suchte die Nähe seines väterlichen Freundes Mathieu Carrière, hielt sich ansonsten aus den Gruppenbildungen im Dschungel weitgehend raus.

Der entscheidende Moment in seiner "Heldenwerdung" kam, als sich die Campbewohner zum Gruppen-Mobbing gegen Model-Zicke Sarah Knappik zusammenschlossen. Peer machte da nicht mit - und geriet dadurch selbst ins Abseits. In dem Maße, wie er nun im Lager geschnitten wurde, stieg er in der Gunst der Zuschauer auf.

Jay Khan nach Zusammenbruch in der Klinik

Weniger glücklich verlief es für den Sänger Jay Khan. Nach seinem Rauswurf am Freitagabend fuhr er vom Camp ins Hotel und brach laut Medienberichten zusammen - angeblich, weil er von der Kritik erfuhr, seine Liebesgeschichte mit Indira Weis während der Show habe er nur inszeniert. Die Sängerin war am Vortag rausgeworfen worden.

"Ja, Jay ist im Krankenhaus. Bei ihm sind Dr. Bob, ein deutscher Arzt sowie der Psychologe, der allen Stars bei Bedarf zur Verfügung steht", sagte ein RTL-Sprecher. Zur weiteren Entwicklung verwies er auf die Sendung am Abend.

Peer Kusmagk dominiert bei Facebook

Nimmt man die Anzahl der Freunde bei Facebook als Indikator, dürfte Kusmagk heute Abend der Sieg nicht mehr zu nehmen sein. Er weist bereits mehr als 17.000 Unterstützer auf. Beeindruckend ist dabei vor allem die Entwicklung: Gestern Mittag waren es noch weniger als 10.000. Der Vergleich mit den Konkurrenten spricht Bände: Die erfolgreichste Unterstützerseite von Katy Karrenbauer kommt auf schlappe 375 Unterstützer, Thomas Rupprath immerhin auf 534 Freunde.

Auch die Buchmacher sind sich einig: Vor dem Finale sanken die Quoten für den Moderator auf 1,40, Thomas lag bei 6,00 und Katy bei 7,50.

Die Spannung scheint also raus. Die Zuschauer werden wohl trotzdem zu Millionen wiederkommen. Und dafür sorgen, dass neben dem neuen Dschungelkönig auch der Fernsehsender RTL jubeln kann.

 
 
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