2. Januar 2012, 16:56 Uhr

"Zu den Deutschen sind wir fieser"

Bei den "Stars" im Dschungelcamp genießt Dr. Bob hohes Ansehen. Das beruht jedoch nicht auf Gegenseitigkeit, wie er im stern.de-Interview klarstellt. Ein Gespräch über simulierende Promis, gefährliche Tiere - und den weinerlichsten Kandidaten aller Zeiten.

© RTL/Stefan Menne Dr. Bob Den meisten Deutschen ist Robert "Bob" McCarron als "Dr. Bob" bekannt. Unter diesem Namen betreute er als Medical Supervisor bei allen fünf deutschen und zehn britischen Staffeln die Stars im australischen Dschungelcamp. Der gelernte Rettungssanitäter, Wildbiologe und Krankenpfleger kann aber deutlich mehr als nur Trash-TV: Bei zahlreichen australischen Filmen arbeitete er als Maskenbildner mit, und im Jahr 2000 war McCarron medizinischer Leiter der Eröffnungs- und Abschlussfeier bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney.

Mr. McCarron, Sie haben im deutschen und britischen Dschungelcamp gearbeitet. Wie empfindlich sind deutsche Promis im Vergleich mit ihren britischen Kollegen?

Der größte Unterschied zwischen der deutschen und englischen Ausgabe ist: Die Deutschen machen es immer härter. Sie müssen mehr laufen und bekommen weniger Essen. Wir sind zu den Deutschen immer etwas fieser. Die deutschen Promis haben aber auch deutlich mehr Spaß dabei, sie nehmen es nicht so ernst. Sie gehen öfter schwimmen, sie spielen lustige Spiele miteinander.

Wer war der weinerlichste Kandidat, den Sie erlebt haben?

Der deutsche Teilnehmer, der den meisten Ärger hatte, war Daniel Küblböck. Er musste damals die Dschungelprüfung absolvieren, wo die Spinne im Glassarg auf sein Gesicht kletterte. Ich sah den schieren Horror in seinem Gesicht. Er riss die Maske von seinem Gesicht und rannte ins Gebüsch. Wir standen da, und wussten nicht, was wir machen sollten. Schließlich mussten wir ihn suchen.

Was war das schlimmste Gebrechen, das ein Kandidat im Dschungelcamp hatte?

Eine der gefährlichsten Situationen war in der zweiten Staffel, als Jimmy Hartwig schwer stürzte. Wir wussten nicht: Hat er eine ernsthafte Rückenmarksverletzung oder nur einen spinalen Schock? Zum Glück habe ich die richtige Diagnose gestellt, und nach fünf Stunden war er wieder auf den Beinen.

Sie hatten in der vorigen Staffel Giulia Siegel behandelt. Sie klagte damals über "unerträgliche" Rückenschmerzen. Wie schlimm waren die Beschwerden wirklich?

In der Staffel hatte Giulia mehrere Tage lang über Probleme geklagt. Meist war es nur psychisch, aber sie klagte auch über ernsthafte Rückenbeschwerden. Sie dachte, sie kann nie wieder laufen. Wir mussten sie aus dem Dschungel holen, mit ihr ins Krankenhaus fahren und sie röntgen. Zum Glück fanden wir raus: Das war alles nur in ihrem Kopf.

Haben Sie häufig Simulanten erlebt?

Jedes Mal, wenn ich neue Prominente treffe, klagen sie über Probleme. Auch in dieser Staffel. Manche klagen über Rücken- oder Knieprobleme. Manche haben Höhenangst oder Angst vor Spinnen. Manche erzählen, sie seien gegen alles allergisch. Manchmal frage ich mich: Versuchen sie nur, eine leichte Zeit im Camp zu haben, oder haben sie wirklich Probleme. Meistens erzählen sie mir kleine Lügen.

Wie gefährlich ist das Camp wirklich?

Die Frage bekomme ich ständig gestellt. Ich sage immer dasselbe - und ich lüge nie: Es ist ein richtiger Dschungel. Es gibt richtige Tiere, wir haben die gefährlichste Spinne der Welt. Wir haben sieben der tödlichsten Schlangen der Welt. Heute haben wir schon fünf Schlangen nahe der Brücke gesehen. Es ist in der Tat ein sehr gefährliches Gebiet.

Interview: Carsten Heidböhmer
 
 
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