20. Mai 2010, 15:20 Uhr

Frauenfußball im TV-Abseits

Turbine Potsdam ist Champions-League-Sieger - dass das Finalspiel der Frauen im Fernsehen ausgestrahlt wurde, ist eine Ausnahme. Trotz der anstehenden WM 2011 im eigenen Land berichten die Öffentlichen-Rechtlichen kaum über die stärkste Frauenfußball-Liga der Welt. Von M. Chopra, J. Frech, M. Böhle

Frauenfußball, im Abseits, Fernsehen, Erfolg, öffentlich-rechtlich

Birgit Prinz (Mitte) jubelt mit ihren Mitspielerinnen nach einem Tor - solch Szene sieht man selten im Fernsehen©

Sie heißen Birgit Prinz, Nadine Angerer oder Inka Grings. Ihre Namen stehen für Erfolg. Nach zwei WM- und fünf EM-Titeln in Folge können die deutschen Frauen nächstes Jahr das schaffen, was den Männern verwehrt blieb: Den WM-Titel im eigenen Land zu gewinnen. Auch die Bundesliga-Vereine überzeugen: Den Europacup gewann in den vergangenen zehn Jahren fünf Mal ein Verein aus Deutschland. Doch im Fernsehen taugt der Vereinsfußball gerade mal für die Reservebank.

Dabei sprechen die Statistiken zum Frauenfußball für sich: Die Zahl der Zuschauer wächst; besuchten in der Saison 2001/2002 nur 35.000 Zuschauer die Spiele der ersten Liga, sind es heute dreimal so viele. Mehr als eine Million DFB-Mitglieder sind weiblich – jährlich werden es rund 20.000 mehr. Fußball ist bei Mädchen inzwischen zur zweitbeliebtesten Sportart aufgestiegen.

Frauenfußball, im Abseits, Fernsehen, Erfolg, öffentlich-rechtlich

Botschafterinnen des deutschen Frauenfußballs: die Nationalspielerinnen Fatmire Bajramaj und Martina Müller©

Trotz Erfolg mangelt es an Akzeptanz

Dass "Frauenfußball im Kommen ist", hat der ehemalige Sportkoordinator der ARD, Hagen Boßdorf, bereits im WM-Jahr 2003 erkannt. Den Titelgewinn der deutschen Frauen in den USA verfolgten hierzulande schon damals über zehn Millionen Zuschauer. Und das trotz Sendezeit zu später Stunde. Die folgende WM in China bestätigte die guten Quoten. ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz sprach anschließend von einer "beeindruckenden Zuschauerzahl" und einer "hohen Akzeptanz, die der Frauenfußball mittlerweile bei den deutschen Fernsehzuschauern gewonnen hat."

Großartige Aussichten also für den Frauenfußball? Mitnichten. Der Spielbetrieb der Bundesliga wird von den Sendern weitgehend ignoriert. Dabei besitzen ARD und ZDF über ihre Agentur SportA die Senderechte. Rechte, die kaum genutzt werden. Der Hessische Rundfunk, dessen Berichterstattung über Frauenfußball nach Aussage von Sportchef Ralf Scholt "einzigartig im Verbund der ARD" ist, sendet im Jahr gerade mal "250 bis 280 Minuten". Fünf Minuten wöchentliche Sendezeit sind damit offenbar der Spitzenwert.

Im Fernsehen ist wenig Frauenfußball zu sehen

Beim DFB hat man das schon lange erkannt. In einem Interview mit der Frauenfußballseite "fansoccer.de" erklärte Präsident Theo Zwanziger bereits 2005, man müsse versuchen, "dass ZDF und ARD, zunächst vielleicht nur über die dritten Programme, mehr von Frauen-Bundesligaspielen berichten." Doch getan hat sich kaum etwas. Auch in den dritten Programmen ist vom Vereinsfußball nach wie vor wenig zu sehen.

Im Sendegebiet des Westdeutschen Rundfunks spielt mit dem 1. FCR Duisburg der amtierende Sieger der Champions League. Berichtet wird gelegentlich in der Sendung "Sport aktuell", "aber eine feste Rubrik gibt es dafür nicht", so Sprecherin Kristina Bausch. Der NDR berichtet nach eigenen Angaben "immer wieder" über die Bundesligamannschaften vom Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg, aber insgesamt sei die Attraktivität und die Akzeptanzerwartung" leider nicht mit der Männer-Bundesliga zu vergleichen, so Sprecher Ralph Coleman.

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KOMMENTARE (10 von 21)
 
Administrator (21.05.2010, 17:34 Uhr)
Liebe User,
Wir haben an dieser Stelle wieder einige Kommentare gelöscht und schließen nun die Debatte, da eine sachliche Diskussion an dieser Stelle offensichtlich nicht möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre stern.de-Admins
tannebaum (21.05.2010, 13:48 Uhr)
besonders lächerlich...
...ist dann immer der auftritt der mädels bei interviews oder bei zwischenfragen am spielfeldrand. da wollen die ja mal echt männlich wirken...

nebst ins gras rotzen und schwere gangart. äußerst möchtegern maskulin.
Balaban (21.05.2010, 13:44 Uhr)
Frauenfussball einfach zu schwach und unaktraktiv...
Die Damen sind einfach zu weit von der Klasse der Männer entfernt, dies nicht nur in den Körperlichen Atributen (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit) sondern auch in den Mentalen eigenschafften (Stellungsspiel, Kreativität, Taktisches verständniss).
Die Herren haben ganz andere Mittel was das Training angeht. Sie können sich voll dem Spiel konzentrieren (Vollprofis, die meisten Damen werden warscheinlich bezahllt wie Amateure).
Zudem Spielen auch sehr viel mehr Jungs als Mädschen Fussball (und wohl auch früher), so ist die Warscheinlichkeit größer talente auch zu endecken.
.link (21.05.2010, 13:27 Uhr)
da kann ich mich nur anschließen...
...das spiel war sehr langweilig. wenn es mehr spielerinnen auf dem niveau von bajramaj gibt, wirds evlt irgendwann mal interessant zuzuschaun. aber so?
annotator (21.05.2010, 12:55 Uhr)
Wer das Championsleague Finale gestern gesehen hat...
...braucht sich nicht zu wundern weshalb die Resonanz so gering ist.

Ich habe mir gestern zum ersten - und für lange Zeit auch letzten - mal ein Frauenfußballspiel angeschaut.

Bis auf das Elfmeterschießen und ein paar Minuten in der Verlängerung, die einen am Einschlafen gehindert haben, gab es null Höhepunkte. Bälle wurden auf beiden Seiten blind nach vorne gehauen und selbst Passspiele, geschweige denn Kombinationen oder Doppelpässe fanden in nennenswerter Zahl statt.

Alles in allem war das gestrige Spiel eher eine Anti-Werbung für den Frauenfußball.
Administrator (21.05.2010, 12:45 Uhr)
Liebe User,
wir haben an dieser Stelle einige Kommentare gelöscht. Bleiben Sie bitte sachlich.

Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
rynaldo (21.05.2010, 11:24 Uhr)
Dieses politisch korrekte Getue
... geht langsam jedem auf den Zeiger. Ich schlage folgendes vor: Der STERN bezahlt jedem, der sich freiwillig so was antut eine Prämie von ca. 50 Euro dann habt ihr eure Einschaltquote und wir haben unsere Ruhe.
tannebaum (21.05.2010, 11:01 Uhr)
@sportartmakler
bei diesem thema gebe ich ihnen 100%ig recht... (kommt selten vor, gelle)

man muss nicht alles gleichmachen. frauenfussball ist unattraktiv, langweilig und von einer furchtbaren zähigkeit geprägt.

ich würde mir auch keine männlichen sysnchronschwimmer anschauen wollen. aber die politische korrektheit verlangt es scheinbar und so werden weiter an schulen freikarten verteilt und dennoch sind die ränge leer.

zu recht! wer würde sich denn eine aufführung der laienspielgruppe aus kleinwülferrode antun, wenn er auch broadwaykarten haben kann???

wenn die mädels alle spass dran haben, dann ist doch schön. aber versucht doch nicht so zu tun, als gäbe es dafür ein breites öffentliches interesse...

cologne237 (21.05.2010, 10:52 Uhr)
Man kann aus einem Ackergaul kein Rennpferd machen
und aus Frauenfußball kein Event.

Es gibt Sportarten, die sind bei den Damen interessanter und welche, da ist es andersrum.
Bei einem Test hat die Frauennationalmannschaft gegen Jungs im Alter 14 - 16 kläglich verloren. Und dies kurz nachdem sie Weltmeister geworden sind.
Die Spiele der U 21 derherren haben doch auch keine Top Einschaltquoten.


SirDidimus (21.05.2010, 10:51 Uhr)
frauenfußball
ich habe beim dfb mal die tabelle angeguckt. es sind 12 mannschaften, der letztplazierte verein hat nur 9 punkte.

der tabellenführer hat nur eines seiner 11 spiele verloren und zwei unentschieden gespielt. ergebnisse von 6:0, 7:0 oder auch ein 3:8 zeigt doch wie schwach die schwachen vereine sind.

ich finde es gut, wenn man gewinnt und auch wenn die damen gewinnen. ich finde es auch gut, wenn man mal genug zeit hat sich das genauer anzugucken, weil eine spielerin auch mal mehrere meter mit dem ball laufen kann ohne direkt umgesenst zu werden. bei den männern (bestes beispiel die bayern) spielen so schnell, dass man kaum noch die feinheiten mitbekommt - von der verletzungsgefahr möchte ich mal gar nicht reden. ich finde steffi jones gut und auch birgit prinz.

irgendwann wird man auch frauenfußball zu festen zeiten gucken können.
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