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Ratgeber Grillen

Oh Sauce mio

Grillsauce selber machen

Ja, liebe Vegetarier, es gibt viele gute Gründe, kein Fleisch mehr zu essen. Aber es gibt auch Gründe, es wohl zu tun. Unsere selbst gemachten Grillsaucen etwa. Sie sind schlichtweg so schweinelecker, dass sie jeden, der zu euch überlaufen will, zurückhalten werden. Zumindest, solange der Vorrat reicht. Aber der, liebe Steakfreunde, lässt sich leicht anlegen. Von Bert Gamerschlag

Verständlich, wenn Sie die folgenden Saucen-Rezepte im ersten Reflex wegschmeißen wollen. Es lässt sich nun mal nicht leugnen, dass Sie unsere Grillsaucen - huch! - einmachen müssen.

Aber: Widerstehen Sie diesem Reflex. Im Gegenteil, verwahren Sie die Rezepte an einem sicheren Ort. Mieten Sie ein Bankschließfach - Sie brauchen ohnehin eines für die Einlagerung Ihrer Lebensversicherungspolicen, der nächste Hausbrand kommt bestimmt - und lagern Sie sie dort mit ein.

Grillsaucen selber einmachen

Wenn Sie dann einige weitere Sommer lang Supermarktsaucen zum Grillfleisch gegessen und wieder mal festgestellt haben, dass die eigentlich doch nicht so toll schmecken und ein irgendwie pelziges Gefühl auf der Zunge hinterlassen (Glutamat), und wenn Sie sich gewundert haben, dass die Supermarktsaucen vom letzten Sommer, die sie hinten im Kühlschrank wiedergefunden haben, immer noch nicht vergammelt sind (lesen Sie dazu den Beipackzettel mit den Lebensmittelzusatzstoffen und fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker), dann, dann vielleicht haben Sie die sittliche Reife und sagen:

Genug, jetzt mache ich es anders. Von heute an mache ich meine Grillsaucen selber ein. Dann brauchen Sie nur an Ihr Bankschließfach zu gehen und sich mit den geretteten Rezepten an die Arbeit zu machen.

Aber es muss Sommer sein, denn für Ihre Saucen brauchen Sie frisches, bestes, reifes Obst, ebensolches Gemüse oder gegebenenfalls auch Pilze. Sollten Sie schon jetzt die nötige Reife besitzen, können Sie natürlich auch gleich loslegen. Aber beachten Sie dabei die folgenden Einmach-Tipps unserer Köchin.

Sauberkeit, Sterilität

Nur säurebeständige Edelstahltöpfe, keine Alutöpfe verwenden! Alle Gläser und Einkochringe und Glasdeckel in heißem Spülwasser gründlich reinigen und anschließend kurz in kochendes Wasser tauchen.

Besser noch, man sterilisiert die Gläser. Dazu die gewaschenen Gläser in einen Topf komplett mit Wasser bedeckt 10 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dann mit der Öffnung nach unten auf einem Tuch abtropfen lassen. Die Gläser, mit der Öffnung nach oben, auf ein mit Küchentuch ausgelegtes Backblech stellen und bei 80 Grad im Ofen trocknen.

Die Einkochringe müssen einwandfrei sein. 2-3 Minuten in Essigwasser sprudelnd auskochen, danach heiß waschen und bis zum Gebrauch im Wasser liegen lassen. Schraubdeckel ein paar Sekunden in kochendes Wasser tauchen.

Gläser füllen, verschließen

Damit die Gläser beim Einfüllen von Heißem nicht platzen, stellt man sie auf ein feuchtes Tuch. Die Einfüllhöhe des Glasherstellers beachten. Nach dem Füllen den Rand säubern. Den Einkochring aus dem Wasser nehmen, nass auf den Glasrand legen und mit dem Deckel und den Bügeln, Klammern etc. verschließen. Auch hier die Angaben des Glasherstellers beachten. Bei Metalldeckeln darauf achten, dass sie säurebeständig sind!

Bei Gläsern mit Schraubverschlüssen den Herstellerangaben folgen. Zum Beispiel bei zweiteiligen Schraubdeckeln erst fest zudrehen, dann wieder um eine Vierteldrehung öffnen.

Das Einkochen

Sehr praktisch sind spezielle Einkochtöpfe mit Drahteinlage und Thermostat. Wer keinen solchen Topf hat, verwendet einen normalen Topf und legt ein Drahtgitter auf den Boden; wer kein Drahtgitter hat, legt den Boden dick mit Zeitungspapier aus.

Die Gläser hineinsetzen. Sie können den Topfrand und sich gegenseitig berühren. Um das laute Klappern beim Einkochen zu dämmen, kann man die Gläser mit Küchentüchern oder dick mit Zeitungspapier umwickeln.

Den Topf mit Wasser füllen, sodass die Gläser zu 3/4 bedeckt sind.

Nach dem Einkochen

Das Auffüllwasser muss der Temperatur des Glasinhalts entsprechen. Also heißer Inhalt mit heißem Auffüllwasser, kalter Inhalt mit kaltem Auffüllwasser. Den Topf mit einem Deckel verschließen. Das Wasser zum Kochen bringen. Die Einkochzeit beginnt ab dem Moment, in dem das Wasser kräftig sprudelt (100 Grad).

Nach dem Einkochen die Gläser mit einer speziellen Zange oder einem Tuch aus dem Topf nehmen und auf ein Tuch oder Gitter stellen. Bei zweiteiligen Schraubdeckeln den Deckel sofort fest zudrehen. Gläser mit einteiligen Schraubdeckeln etwa 5 Minuten abkühlen lassen, dann auf den Deckel gestellt kalt werden lassen. Bei Gläsern mit Klammern oder Bügeln müssen diese bis zum völligen Erkalten auf dem Glas bleiben und werden danach abgenommen.

Verschlusskontrolle

Bei Deckeln mit Bügeln, Klammern und Schnappverschlüssen löst man diese nach dem Abkühlen und hebt das Glas am Deckelrand leicht an. Das Vakuum muss das Gewicht aushalten können, dann sind die Gläser fest verschlossen. Bei einteiligen Metalldeckeln darf natürlich nichts auslaufen.

Von Bert Gamerschlag
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