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1. Juli 2009, 14:53 Uhr

Angeklagter ersticht Zeugin im Gerichtssaal

Tödliches Drama mitten im Prozess: Im Dresdner Landgericht hat ein Angeklagter während der Verhandlung eine Zeugin erstochen. Mehrere Menschen sollen verletzt worden sein, auch ein Schuss fiel. Die Polizei konnte den 28-jährigen Täter überwältigen. Offenbar ging es in dem Prozess um einen Streit auf einem Kinderspielplatz.

Dresden, Gericht, erstochen, Mord, Prozess, Landgericht, Zeugin

Notärzte und Polzisten bringen den verletzten Mann der erstochenen Zeugin in einen Krankenwagen© Brennpunktfoto

Ein Angeklagter hat in Dresden vor Gericht eine Zeugin erstochen. Bei dem Vorfall am Mittwochvormittag im Landgericht wurden zudem mehrere Menschen verletzt, wie eine Gerichtssprecherin sagte, die genaue Zahl ist noch unklar. Bei der Überwältigung des Täters fiel zudem ein Schuss aus einer Polizeiwaffe. Der 28-jährige Angeklagte ging nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei mit einem Messer auf die 32-jährige Zeugin los. Die Frau erlag ihren Verletzungen. Gegen den in Perm nahe dem Ural in Russland geborenen Mann werde nun wegen Totschlags ermittelt.

Streit um Schaukel

Zu dem Gewaltausbruch kam es während einer Berufungsverhandlung eines Beleidigungsprozesses, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Nach unbestätigten Angaben eines Reporters der "Sächsischen Zeitung" handelte es sich bei dem Angeklagten um den arbeitslosen Alex W. Bei der getöteten Zeugin soll es sich um eine aus Ägypten stammende Frau handeln. Wie es aus Justizkreisen hieß, wurde der Ehemann des Opfers verletzt. Im Saal seien auch Kinder gewesen.

Alex W. war vom Dresdner Amtsgericht im November 2008 zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Demnach hatte die nun getötete Frau im August 2008 auf einem Spielplatz in Dresden massiv beleidigt. Er soll sie dort unter anderem als Terroristin beleidigt haben. Er war damals mit einem Kind seiner Schwester auf dem Spielplatz, die Frau war mit einem eigenen Kind dort. Sie hatte ihn nach Feststellungen des Amtsgerichts damals gebeten, eine Schaukel, auf der er saß, für ihr Kind freizugeben. Anschließend kam es zu der Beleidigung, über die nun in dem Berufungsverfahren erneut verhandelt werden sollte.

Für das Berufungsverfahren habe es keinen Anlass zu besonderen Sicherheitsmaßnahmen gegeben, sagte eine Gerichtssprecherin. Der Beginn der Verhandlung war auf 9.30 angesetzt. Der Angeklagte griff die Frau den Angaben zufolge gegen 10.30 Uhr an. Im Gericht wurde laut "Sächsischer Zeitung" Amokalarm ausgelöst. Die Polizei konnte Alex W. jedoch schnell überwältigen, er wird zurzeit vernommen. Der Tatort wurde abgesperrt.

Der sächsische Justizminister Geert Mackenroth traf am Mittag im Gericht ein, um sich ein Bild zu verschaffen. Er sagte anschließend: "Ich bin völlig schockiert." Zu den genauen Hintergründen der Tat gebe es noch keine Erkenntnisse. Er sprach der Familie des Opfers sein tiefes Mitgefühl aus.

Erst im April hatte es in Landshut in Bayern eine Bluttat in einem Gericht gegeben. Nach jahrelangem Zwist um Geld erschoss dabei ein 60-jähriger Mann im Landgericht seine 48-jährige Schwägerin, verletzte deren Anwalt und eine zweite Schwägerin schwer und nahm sich mit einem Kopfschuss das Leben.

fgüs/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 37)
 
onkel.erwin (02.07.2009, 21:58 Uhr)
Die STERN-Admins haben natürlich völlig Recht.
Fremdenfeindliche Äußerungen sind selbstverständlich völlig überflüssig. Die Realität spricht doch für sich selbst. Warum muß man denn ständig aufs Neue auf solche Banalitäten hinweisen. Wir haben es doch langsam gemerkt: Mentalitätsdifferenzen führen zwangsläufig zu Friktionen. Die Frage ist nur, was daraus folgt und wie man damit umgeht. Der STERN weiß es: totschweigen, tabuisieren, nicht zur Kenntnis nehmen, ja nicht daran rühren, einfach die Augen verschließen.
Dieter37 (02.07.2009, 19:31 Uhr)
U-Bahn-Schläger verurteilt: 12 u. 81/2 Jahre
(Zum Urteil gegen die U-Bahn-Schläger)
Na ist doch mal ein Zeichen
in die richtige Richtung: "Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kündigte an, die beiden Angeklagten nach der Verbüßung ihrer Strafe abzuschieben. "Es würde niemand verstehen, wenn Ausländer, die eine derartige Brutalität an den Tag legen, weiter in Deutschland bleiben könnten", sagte der CSU-Politiker.
kb26919 (02.07.2009, 01:12 Uhr)
Taeter muss Anschlag geplant haben
denn sonst haette er kein Messer mit zur Verhandlung gebracht. Tut mir leid, aber die deutsche Justiz tut zu wenig um die Gesellschaft vor solchen Kriminellen zu schuetzen.
muemmelfrau (02.07.2009, 00:49 Uhr)
@liebe stern admins
meine antwort war etwas ausführlicher aber ist beim abspeichern gestern abend wohl nicht vollständig geblieben (ein schelm, wer böses dabei denkt) :-))
hier nochmal in kurzform:
>>>>Hier verstoßen Inhalt und Art insofern gegen unsere Regeln, als dass wir definieren, dass jegliche fremdenfeindlichen Äußerungen gelöscht werden.
Spocks_Kommentar (01.07.2009, 21:27 Uhr)
Nein
Nein, ich glaube nicht, daß es hier nur im eine Schaukel gegangen ist. Ich kenne die Rechtsprechung in Dresden und was da so alles abgeht.
Ich glaube, daß hier etwas ganz anderes dahintersteht. Wieso sollte ein Rußlanddeutscher wegen einer Geldstrafe wegen Beleidigung eine Ägypterin erstechen und das in Dresden? Nein, da geht es um etwas anderes.
Und es geht mit Sicherheit um die sächsiche Justiz und vor allem um die Gericht in Dresden. Wer näheres erfahren will, was dor abgeht kann auf www.justizversagen.de nachlesen.
ramteid (01.07.2009, 20:44 Uhr)
Na endlich.
Die letzten 10 Beiträge inklusive Administrator waren doch offenherzig, gut und treffend. Diesen Mißkredit bekommen die Ausländer sicher sehr oft zu spüren, obwohl sie nicht zu den Kriminellen gehören. Die können einem dann auch leid tun. Dieses Schweigen und weglassen ist ein schlimmer Fehler. Den Zulauf erhalten dann eben andere Richtungen. Ja die 68er, hoffentlich gehen die balsd in Rente.
vegefranz (01.07.2009, 19:58 Uhr)
@SLCentral. sind wir wohl einer Meinung

völlig schnurz, wo jemand herkommt (ich persönlich fände, es könnten mehr Brasilianerinnen einwandern - das ist aber nur meine persönliche meinung). In einem Land wie Deutschland sollten alle miteinander klarkommen können. Keine Toleranz muss man aber gegenüber Straftätern zeigen, nur weil uns die 68er das so anerziehen wollen. Wenn man endlich anfangen würde, diese Leute auszuweisen, wäre das für deutsche und Einwanderer ein Segen
SLCentral (01.07.2009, 19:51 Uhr)
Ich bin ein sogenanter Russlanddeutscher,
und möchte auch etwas sagen. Hofe, dass dieses Recht mir nicht verwehrt wird.
Mich betrift dieser Mord in meinem alltäglichen Leben wahrscheinlich wesentlich mehr als jeden, der hier schreibt.
Als ich das heute im Radio gehört habe, dachte ich nur.... hoffentlich kein Spätaussiedler als Täter. Komme heim und lese dann im Stern... Na, ja sehr bitter.
Mein ehrliches Beileid an die Angehörigen der Frau. Ich weiß, ob ich will oder nicht, dass auch ich indirekt mit diesem Täter in Verbindung gebracht werde ... russicher Vorname, deutscher Nachname.
Die einzigste Hofnung weckt in mir der Gedanke, dass es überall solche und solche gibt.
Und jetzt zum Konstruktiven:
Deutschland darf aufgrund von solchen Idioten die demokratischen Rechte gegenüber der einheimischen Bevölkerung nicht einschränken. Polizei muss sich selektiver um die Ausländer und Aussiedler kümmern.
Es gibt leider eingewanderte Menschen in Deutschland, die die Herdplatte wirklich anfassen müssen um festzustellen, dass man sich dann verbrennt.
Vegefranz, ich lese öfters Ihre (deine) Komentare hier und bin sehr oft anderer Meinung, aber in diesem Punkt hast du Recht.
Z.B. In Russland wäre der Typ schon wesentlich früher als "Gefährdet" eingestuft worden und viel Zeit in irgendeiner Psychiatrie oder staatlichen Entzugsklinik verbracht (ich meine nicht die komunistischen Einrichtungen um politische Gefangene loszuwerden), sondern richtige Anstalten.
In Deutschland ist das SELBSTVERSTÄNDLICH nur schwer möglich. Viele Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, die mit sich selbst nicht klarkommen ein großes Ego und "entzündete" Persönlichkeit haben.
Leider bin ich nur in der Lage in meinem Umfeld etwas zu verändnern.... und die vielen "normalen" Aussiedler müssen endlich verstehen, was solche Menschen für sie bedeuten und nicht nur zuschauen und warten.
Gesonderte statistische Erfassung der Ausländer und Aussiedler kann ich nur begrüßen, das kann nämlich viele Vorurteile beheben, aber auch viele Lücken aufzeigen, wo noch etwas zu tun ist.
Alten Griechen sagten, dass man den Brunnen graben soll bevor man Durst bekommt und Durst bekommen die Aussiedler, wenn solche Nachrichten mehr werden.
vegefranz (01.07.2009, 19:17 Uhr)
@dieter

ignoriert wird auch gerne folgendes: gerade die integrierten Einwanderer wünschen sich ein entschlossenes Vorgehen gegen kriminelle Ausländer. Die Gruppe der integrierten einwanderer leidet nämlich unter dem schlechten ruf, der durch Kriminelle verursacht wird.
In meiner Fussballmannschaft spielen 6-8 Einwanderer (so genau interessiert das beim Fussball nicht) Die Sprüche, die dort aber manchmal über Kriminelle abgegeben werden, könnte sich kein deutscher leisten ohne nicht als Obernazi bezeichnet zu werden
Dieter37 (01.07.2009, 19:05 Uhr)
@vegefranz (1.7.2009, 18:45 Uhr)
weil nicht sein kann, was nicht sein darf!
Die Wahrheit wird in unserem Land verleugnet. Auch eine Art, mit dem Thema Ausländerkriminalität umzugehen.
Das Resultat daraus wird sein, dass immer mehr Menschen sich den rechten Parteien zuwenden. Bei unseren Nachbarn können wir es ja schon beobachten. Man kann die Wahrheit nicht auf Dauer totschweigen!
Die Abneigung gegen Zuwanderer gewisser "Kulturkreis" ist doch offensichtlich und wir von eben diesen Zuwanderern täglich neu gespeist!
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