Zoll beantragt Strafbefehl gegen Bayern-Boss

9. Juni 2013, 14:28 Uhr

Erst Uli Hoeneß, jetzt Karl-Heinz Rummenigge: Die Bayern-Bosse sind ins Visier der Justiz geraten. Rummenigge wollte zwei Rolex-Uhren unverzollt einführen. Der Zoll hat einen Strafbefehl beantragt.

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Karl-Heinz Rummenigge, FC Bayern, München, Rolex,

Berichten des "Focus" zufolge hat das Hauptzollamt Augsburg einen Strafbefehl gegen Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge erlassen©

In sportlicher Hinsicht ließen die vergangenen Wochen für den FC Bayern München nichts zu wünschen übrig, die Mannschaft holte drei Titel. Auf anderer Ebene droht der Vereinsführung Ungemach: Während der Aufsichtsratsvorsitzende Uli Hoeneß seit Wochen im Mittelpunkt einer Steueraffäre steht, die für Hoeneß möglicherweise mit einer Gefängnisstrafe endet, ist nun auch der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge ins Visier der Justiz geraten. Wie der "Focus" berichtet, soll das Hauptzollamt Augsburg Strafbefehl über gut 300.000 Euro wegen zweier nicht verzollter Rolex-Uhren beantragt haben. "Der Antrag liegt vor", zitiert das Magazin den Vizepräsident des Landgerichts Landshut. Die Höhe der Strafe wollte dieser jedoch nicht bestätigen. Der Richter habe den Strafbefehl noch nicht unterzeichnet.

Rummenigge war am 7. Februar auf der Rückkehr von einem Verbandstreffen europäischer Spitzenclubs in Katar am Münchner Flughafen kontrolliert worden, als er durch den grünen Ausgang gehen wollte. Wer diesen Ausgang wählt, signalisiert damit, dass er nichts zu verzollen hat. Wird der Reisende jedoch mit zu verzollenden Gütern erwischt, gilt dies als Steuerhinterziehung. Und Rummenigge hatte zwei Rolex-Uhren dabei, ging aber wohl davon aus, dass Gastgeschenke steuerfrei seien. Tatsächlich muss aber alles über 450 Euro verzollt werden. Die fällige Zollgebühr hatte Rummenigge bereits auf den geschätzten Wert der Uhren entrichtet.

Nun droht noch ein juristisches Nachspiel. Offenbar muss sich der Ex-Fußballer auf einen kräftigen Nachschlag einstellen. Für Rummenigge sicher ärgerlich, aber kein Beinbruch. In seiner aktiven Zeit als Profi und den Jahren als Funktionär dürfte er sich ein Vermögen in Millionenhöhe aufgebaut haben. Da wird er eine kleinen Strafe verkraften können.

che
 
 
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