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9. Dezember 2009, 17:03 Uhr

Clan soll mehr als 250 Menschen getötet haben

Auf den Philippinen kommen immer mehr Gräueltaten des Ampatuan-Clans ans Licht. In ihrer achtjährigen Herrschaft soll die militante Gruppe mehr als 250 Menschen umgebracht haben. Teilweise wurden die Opfer lebendig begraben oder mit der Kettensäge zerteilt.

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Die Polizei sucht mit Fahndungsplakaten nach den Mitgliedern des militanten Ampatuan-Clans© Alanah M. Torralba/EPA/DPA

Der Skandal um einen Clan, mit dessen Hilfe sich die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo die Macht in der südlichen Provinz Maguindanao sichern wollte, zieht immer weitere Kreise. Wie Menschenrechtler am Mittwoch mitteilten, brachte der Ampatuan-Clan während seiner achtjährigen Herrschaft mehr als 250 Menschen um. Clan-Chef Andal Ampatuan Senior und weitere Mitglieder wurden unterdessen wegen Rebellion angeklagt.

Die Vorsitzende des philippinischen Menschenrechtsrats, Leila de Lima, nannte grausame Einzelheiten der Gewaltherrschaft. So seien Menschen mit Kettensägen ermordet oder bei lebendigem Leibe begraben worden. Dafür gebe es Zeugen, die den Behörden die Massengräber zeigen könnten. De Lima warf Arroyos Regierung vor, die schrecklichen Verbrechen toleriert zu haben. Arroyo hatte dem Ampatuan-Clan den Aufbau einer Privatarmee erlaubt, um den Unabhängigkeitskampf muslimischer Rebellen in Maguindanao zu beenden.

Anklage wegen Rebellion

Den Mut für eine Aussage gegen den Ampatuan-Clan fanden die Zeugen laut de Lima, nachdem vergangene Woche Andal Ampatuan Senior und weitere Clan-Mitglieder festgenommen worden waren. Die Festnahmen standen im Zusammenhang mit einem Massaker am 23. November, bei dem in Maguindanao 57 Menschen getötet worden waren. Als sich die Privatarmee des Clans in Stellung brachte, verhängte Präsidentin Arroyo das Kriegsrecht über Maguindanao. Am Mittwoch wurden Clan-Chef Ampatuan Senior und 23 weitere Mitglieder wegen Rebellion angeklagt, wie das Justizministerium in Manila mitteilte.

Nach Angaben der philippinischen Polizei waren an dem Massaker Ende November wahrscheinlich mindestens 161 Menschen direkt beteiligt. Drahtzieher der Tat soll ein Sohn des Clan-Chefs, Andal Ampatuan Junior, sein, der inzwischen inhaftiert und wegen Mordes angeklagt wurde. Auch Polizisten und Soldaten gehörten zu den Tätern. Zu den Todesopfern zählen zahlreiche Journalisten und Frauen. Unterstützer und Angehörige des Vizebürgermeisters von Buluan, Esmael Mangudadatu, waren in Begleitung von Journalisten auf dem Weg zu einem Wahlbüro gewesen, um Mangudadatus Kandidatur für die Gouverneurswahl im Mai 2010 einzureichen. Dies wollte der Ampatuan-Clan offenbar verhindern.

AFP
 
 
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