23. Oktober 2012, 11:48 Uhr

16 Millionen Deutsche von Armut betroffen

In Deutschland sind rund 16 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Das ist das Ergebnis der Erhebung "Leben in Europa 2011".

Etwa jeder fünfte Deutsche (19,9 Prozent) ist im vergangenen Jahr von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen gewesen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden unter Berufung auf die länderübergreifende EU-Erhebung "Leben in Europa 2011" mit. Danach belief sich die Zahl der Betroffenen in Deutschland auf rund 16 Millionen Menschen. Im Vergleich zum Vorjahr veränderte sich ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung kaum: 2010 waren es 19,7 Prozent gewesen.

Frauen waren 2011 mit 21,3 Prozent häufiger von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen als Männer mit 18,5 Prozent. Die EU hatte den Indikator "Armut und soziale Ausgrenzung" neu eingeführt, um Fortschritte in der Sozialpolitik besser messen zu können. Er ist breiter aufgestellt als die sogenannte Armutsgefährdungsquote und umfasst weitere Faktoren. So fallen auch Haushalte in diese Kategorie, wenn sie mit "erheblicher materieller Entbehrung" zu kämpfen haben oder nur eine "sehr geringe Erwerbsbeteiligung" aufweisen.

Nach dieser Definition sind die Möglichkeiten zur "sozialen Teilhabe" für die Betroffenen stark eingeschränkt. So könnten sie etwa laufende Rechnungen nicht begleichen oder müssten auf notwendige Anschaffungen, Urlaube oder ein Auto verzichten, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die enger gefasste Armutsgefährdungsquote in Deutschland lag 2011 bei 15,8 Prozent.

kave/AFP
 
 
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