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Frauenleiche gibt Frankfurter Polizei seit sechs Monaten Rätsel auf

Beim Rasenmähen passiert es: Ein Arbeiter stößt in einer Grünanlage in Frankfurt auf eine Leiche. Ein halbes Jahr später ist noch immer unklar, wer die tote Frau ist. Niemand scheint sie zu vermissen. Die Polizei steht vor einem Rätsel.

Polizeibeamte der Spurensicherung sind am 10.08.2016 in Frankfurt unterwegs zum Fundort der toten Frau.

Polizeibeamte der Spurensicherung sind am 10.08.2016 in Frankfurt unterwegs zum Fundort der toten Frau.

Es geschah an einem Wasserauffang-Becken am nördlichen Rand von Frankfurt am Main - gleich gegenüber von Ikea im Stadtteil Nieder-Eschbach. Der Arbeiter, der dort den Rasen mähen soll, macht einen grausigen Fund und alarmiert die Polizei.

Die Spurensicherung identifiziert die Leiche als eine Frau, die zwischen 40 und 65 Jahre alt, 1,72 Meter groß und 100 Kilo schwer ist. Ihre Haare sind angegraut, im Oberkiefer fehlen fünf Zähne. Sie hat ein auffälliges Tattoo am Nacken, braun-schwarze, nackenlange Haare und trägt ein hellgraues T-Shirt sowie eine graue Jogginghose.

Das war am 10. August 2016. Sechs Monate später gibt es immer noch keinerlei Hinweise auf die Identität der Frau. Die Spurensicherung klebte die Leiche komplett mit Folie ab und sicherte Faserspuren. An der Kleidung wurden viele Haare von zwei Hunden gefunden. Papiere hatte die Frau nicht bei sich. Auch vermisst sie offenbar niemand.

Spuren stumpfer Gewalt

Gerichtsmedizinerin Stefanie Plenzig sind diverse Operationsnarben aufgefallen, und im Bereich des Oberkörpers Spuren stumpfer Gewalt. "Wir haben dann noch einen Zahnstatus erhoben. Falls es Hinweise gibt, können wir so Identitäten klären", erklärte sie dem "Spiegel". Gift-Fahnder der Toxologie prüften die Leiche zudem auf Gifteinwirkungen.

Obwohl sogar eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt wurde, gingen bis heute keine konkreten Hinweise auf die Identität der Frau ein. Polizei-Pressesprecherin Chantal Emch teilte dem stern mit: "Es sind zwischenzeitlich weitere Hinweise eingegangen, jedoch waren diese für die Ermittlungen nicht zielführend, so dass zum aktuellen Zeitpunkt keine neuen Erkenntnisse vorliegen."

Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus. Vermutlich habe es zwei Täter gegeben, heißt es. Sie hätten die Frau zu dem Wasserauffang-Becken getragen, wo die Leiche entdeckt wurde. Auf dem Rücken der Leiche fanden sich dazu passende Schleifspuren.

Wahrscheinlich eine Obdachlose

Die Frankfurter Rechtsmediziner haben zudem ermittelt, dass die Frau wahrscheinlich aus Osteuropa stammte, aber schon seit längerer Zeit in Deutschland lebte. Da die Frau nicht als vermisst gemeldet sei und auch die Fahndung mit einem Foto keine Hinweise ergeben habe, liege es nahe, im Bettler- und Obdachlosenmilieu zu ermitteln, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen. "Es wird aber in alle Richtungen ermittelt."

Zwei Monate nach dem Fund hatte sich auch die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" mit der unbekannten Frau befasst. Es seien zwar nach der Sendung 44 Hinweise bei der Staatsanwaltschaft eingegangen, eine heiße Spur habe sich aber auch dabei nicht ergeben, heißt es bei der Ermittlungsbehörde.


mjh

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