Warme statt weiße Weihnachten

23. Dezember 2012, 18:49 Uhr

Ein Fest der Rekorde: Am Montag können Süddeutsche Temperaturen bis 20 Grad erwarten – das wärmste Weihnachten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Im Norden und Osten bleibt es dagegen kühl.

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Tauwetter am Olympiaberg in München: Der verbliebene Schnee wurde am vierten Adventssonntag mit Folien abgedeckt. Am 1. Januar soll hier ein Ski World Cup im Parallelslalom abgehalten werden.©

Es droht eine fast schon heiße Bescherung: An Heiligabend wird es in diesem Jahr in weiten Teilen Deutschlands rekordverdächtig warm. "Die Kanarendüse dreht am Heiligabend so richtig auf. Schon am vierten Adventssonntag wurden im Südwesten in Freiburg frühlingshafte 15 Grad gemessen", sagt Meteorologe Dominik Jung wetter.net.

In Bayern, wo das Fest sonst am schneesichersten ist, könnte es der wärmste Heiligabend werden, den es je gab. Im Nordosten bleibt es dagegen mit bis zu fünf Grad winterlich und morgens auch glatt. In München und im Alpenvorland seien bis zu 20 Grad möglich, sagte auch ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Bislang war es in München am 24. Dezember 1977 mit 14,5 Grad am wärmsten.

Im Rheintal in Baden-Württemberg werden an Heiligabend bis zu 17 Grad erwartet, in Stuttgart und im Rhein-Main-Gebiet bis zu 15 Grad. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wird der Heiligabend-Rekord von 1977 mit 16,6 Grad am Kölner Flughafen wohl knapp nicht gebrochen.

Wetterkapriolen am vierten Adventswochende

Während es am vierten Adventswochenende im Süden und Westen bereits fast frühlingshaft war, behinderten im Norden und Osten gefrierender Regen und Schnee den Weg zur Familie oder in den Kurzurlaub. Die Bahn berichtete am Sonntag, der Zugverkehr verlaufe so gut wie reibungslos. Nur im Norden beschädigte Eisregen Oberleitungen, was die modernen E-Loks zwischen Hamburg und Sylt vorübergehend lahmlegte. Vor zwei Jahren hatte es bei der Bahn große Probleme rund um Weihnachten gegeben.

Auf dem Brocken im Harz gab es am Sonntag Blitzeis, auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, erschwerten stürmischer Wind und hohe Lawinengefahr den Skibetrieb. Wegen starken Windes fuhr die Eibsee-Seilbahn nicht, Wintersportler mussten die Zahnradbahn nehmen.

Unfälle in Schleswig-Holstein und Hamburg

In Deutschland kommt es selten vor, dass an Heiligabend und den beiden Feiertagen im ganzen Land Schnee liegt. Zuletzt war das 2010 und 1981 der Fall - eine geschlossene Schneedecke und mindestens ein Zentimeter Schnee sind für den Deutschen Wetterdienst (DWD) die Voraussetzung, um von einer "weißen Weihnacht" zu sprechen.

Im Norden und Osten führten am Sonntag zum Teil spiegelglatte Straßen zu hunderten Unfällen. Allein Schleswig-Holstein und Hamburg krachte es mehr als 100 mal. Bei einer Massenkarambolage mit 14 Wagen auf der Autobahn A23 (Hamburg-Heide) wurden nahe Rellingen bei Pinneberg sechs Menschen leicht verletzt. Auf glatten Bürgersteigen stürzten viele Menschen. Bereits in der Nacht zum Samstag starb auf Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) ein 25-Jähriger, nachdem sein Auto auf Schnee ins Schleudern geraten war und sich überschlug.

Tauwetter lässt Flüsse anschwellen

Auch an den Weihnachtsfeiertagen und zwischen den Jahren ist laut DWD kein flächendeckender Winter in Sicht. Zwar werde es im Vergleich zu Heiligabend wieder etwas kühler, doch soll es mild bleiben. Dabei ist es oft trüb, bewölkt und regnerisch.

Das Tauwetter ließ die Flüsse anschwellen, die Hochwasserzentralen in Mainz und Trier etwa sagten bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag steigende Pegelstände voraus. Die Hochwasserschutzexperten der Stadt Köln sehen den steigenden Rheinpegel gelassen. Am zweiten Weihnachtstag könnte er etwa 8,00 Meter betragen. Die Rheinpromenade am Rande der Altstadt wird aber erst bei 8,20 Meter überspült.

Extreme Gegensätze zwischen Spanien und Russland

In West- und Mitteleuropa herrschen besonders milde Temperaturen. Für Mallorca sind für Heiligabend 20 Grad, für Las Palmas auf den Kanaren 22 Grad angesagt. Dort kann man Weihnachten im T-Shirt feiern und draußen den Grill anschmeißen.

Ganz anders dagegen das Wetter in Russland. In der Region um die Hauptstadt Moskau wird zum Montag mit Temperaturen von bis zu minus 30 Grad gerechnet. Ab minus 25 Grad sind die russischen Kinder von der Schulpflicht befreit. In Sibirien wurden in den vergangenen Tagen schon Temperaturen um die minus 50 Grad erreicht. Durch ungewöhnlichen vorweihnachtlichen Dauerfrost sind in Russland bislang 88 Menschen ums Leben gekommen.

tib mit Agenturen
 
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