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5. September 2007, 19:56 Uhr
Waldorfschulen-Gründer

"Der Neger hat ein starkes Triebleben"

Ist Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, ein Rassist? Am 6. September entscheidet die Bundesprüfstelle, ob zwei seiner Bücher auf den Index jugendgefährdender Schriften kommen. Doch rassistische Aussagen gibt es auch in anderen Werken des Initiators der Waldorfpädagogik. Von Manuela Pfohl

Rudolf Steiner 1914 im Atelier am Modell des ersten Goetheanums© Picture-Alliance

Er hat Bildung für alle gefordert, eine solidarische Gemeinschaft und die Verbundenheit mit der Natur angemahnt. Für unzählige Menschen wurde Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie und Initiator der Waldorfpädagogik deshalb zum Vordenker einer neuen Welt. Doch es gibt auch Skeptiker, die in Steiner einen ausgemachten Rassisten sehen, dessen Irrlehre noch heute an den Waldorfschulengelehrt wird. Nun hat sich das Bundesfamilienministerium eingeschaltet. Ursula von der Leyens Behörde hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) in einem "Indizierungsantrag nach dem Jugendschutzgesetz" gebeten, zwei Bücher von Rudolf Steiner in die Liste der jugendgefährdenden Schriften aufzunehmen. Die Werke enthielten Rassen diskriminierende Aussagen, die geeignet seien, "Kinder und Jugendliche sozialethisch zu desorientieren". Am 6. September will die Prüfstelle nun darüber entscheiden, ob Steiners "Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie" und die "Geisteswissenschaftliche Menschenkunde" auf den Index gehören oder darüber hinaus sogar strafrechtliche Relevanz besitzen. Einige Passagen aus Steiners Büchern sprechen eine eindeutige Sprache: "Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten und die übrig gebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden" heißt es in der "Geisteswissenschaftlichen Menschenkunde". Auch von der "passiven Negerseele", die "völlig ihrer Umgebung, der äußeren Physis hingegeben" sei, ist die Rede.

"Der heutige Neger ist kindlich" Nicht zum ersten Mal werden die ideologischen Grundlagen der Waldorfpädagogik von den Jugendschützern untersucht. Bereits im Jahr 2000 sollte das 1936 erschienene Buch des Steiner-Schülers Ernst Uehli "Atlantis und das Rätsel der Eiszeitkunst" auf den Index. Uehlis Buch wurde noch 1998 in den von der Pädagogischen Forschungsstelle der Waldorfschulen herausgegebenen "Literaturangaben für die Arbeit des Klassenlehrers" zum Geschichtsunterricht der 5. Klasse als "sehr anspruchsvoll" empfohlen. Bei Uehli heißt es unter anderem: "Der Keim zum Genie ist der arischen Rasse bereits in ihre atlantische Wiege gelegt worden." Und: "Der heutige Neger ist kindlich, ist ein nachahmendes Wesen geblieben." Der drohenden Indizierung entging das Werk damals nur, weil es gerade noch rechtzeitig vom Verlag zurückgezogen wurde.

Die Berliner Kulturwissenschaftlerin Jana Husmann-Kastein, die für die BPjM das Gutachten "Rassenmodelle bei Rudolf Steiner - Ein Überblick und Zitatvergleich mit Ernst Uehli" erstellt hat, weist nach, dass Uehli seine rassentheoretischen Vorstellungen aus den von ihm selber als Quelle genannten Steiner-Werken übernommen hat - ja, fast wörtlich abgeschrieben hat. Nahe liegende Schlussfolgerung: Auch Steiner sei zu indizieren. Rassen diskriminierende Aussagen finden sich aber auch in anderen Werken der 370-bändigen Steiner Gesamtausgabe. Husmann-Kastein zitiert: "Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentümlichkeit, dass sie alles Licht und alle Wärme vom Weltraum aufsaugen. (...) Und dieses Licht und diese Wärme im Weltraum, die kann nicht durch den ganzen Körper durchgehen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst wenn er ein Schwarzer ist. (...) Da muss etwas sein, was ihm da hilft beim Verarbeiten, das ist namentlich sein Hinterhirn. Beim Neger ist das Hinterhirn besonders ausgebildet. Das kann alles, was da im Menschen drinnen ist an Licht und Wärme, verarbeiten. (...) Der Neger hat also ein starkes Triebleben. (...) Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn."

Experten sehen rassistische Tendenzen Helmut Zander, Professor der Berliner Humboldt-Universität, hat jetzt eine 1884 Seiten starke Untersuchung vorgelegt, die zum ersten Mal die Geschichte der anthroposophischen Bewegung in Deutschland wissenschaftlich nachzeichnet und die Schriften Steiners historisch-kritisch beleuchtet. Er hält nichts davon, die beiden Bücher auf den Index zu setzen. Er meint: "Es gibt zweifellos rassistische Motive in Steiners Denken. Beispielsweise, wenn er von 'passiven Negerseelen' oder 'degenerierten Völkern' redet. Meines Erachtens müssen Anthroposophen sich mit diesem Gedankenkomplex auseinandersetzten und das historisch-kritisch aufarbeiten."

Diese Auseinandersetzung fordert auch Husmann-Kastein: "Es wäre an der Zeit, dass sich die Vertreter der Anthroposophie und Waldorfpädagogik endgültig und in konsequenter Weise von den vorzufindenden Rassismen distanzieren, anstatt eine Relativierung und Rechtfertigung von Steiners Rassismen fortzusetzen." "Indianer sind eine absterbende Rasse" Ein Appell, der nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, nur allzu berechtigt erscheint. Denn noch gehöre Steiner in all seinen Facetten zur pädagogischen Grundlage in Waldorfschulen, auch wenn das oftmals heftigst geleugnet würde. So weise der "Studienbegleiter der Freien Hochschule Stuttgart - Seminar für Waldorfpädagogik" in seiner Fassung vom Juli 2005 für die Seminaristen neben einer Behandlung von Steiners "Geheimwissenschaften im Umriss" auch einen täglichen Hauptkurs in anthroposophischer Menschenkunde aus. Andreas Lichte, 46, freier Grafiker aus Berlin, kann das bestätigen. Von Mai 2001 bis Juli 2002 machte er eine Fortbildung zum Waldorflehrer am "Seminar für Waldorfpädagogik Berlin". Er lernte im Fach "Allgemeine Menschenkunde", dass "der in der Kultur etwas höher stehende Mensch sich von dem niedriger stehenden dadurch unterscheidet, dass der letztere immer mit sich zufrieden sein möchte (...)", in der "Geographie" hörte er, dass "die Indianer eine absterbende Rasse sind, weil ihnen die Voraussetzungen für eine kulturelle Höherentwicklung fehlen". In Steiners Buch "Aus der Akasha-Chronik" las er, dass "die zweite Gruppe der Astralmenschen ihre höhere Fähigkeit nur dadurch erworben hat, dass sie einen Teil der astralischen Wesenheit von sich ausgeschieden und zu niedriger Arbeit verurteilt hat. Hätte sie diese Kräfte in sich behalten (...) so hätte sie selbst nicht höher steigen können." Lichte ist entsetzt, fragt nach, erhält aber von den Dozenten keine Antworten.

Atlantis als historische Tatsache Also macht er sich selber auf die Suche und findet schließlich eine Erklärung für die abenteuerlichen Aussagen der Waldorfdozenten: In Steiners Buch "Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis" findet er zwei Schaubilder Steiners, die die menschliche Evolution vom "Atlantier" zum "Europäer", bzw. vom "Mensch" zum "Arier" zeigen. Auf dem Wege der Höherentwicklung des Menschen gibt es zwei "dekadente Abzweigungen": "Affen" und "Indianer". Und im Text entsprechende rassistische Erläuterungen Steiners. Unglaublich. Gleichzeitig erhält Lichte "Geschichtsepochenhefte" von Waldorfschülern, aus denen eindeutig hervorgeht, dass "Atlantis" in den Waldorfschulen nach wie vor als historische Tatsache unterrichtet wird.

Lichte sagt: "Der Indizierungsantrag ist für mich die ultima ratio, doch noch eine wirkliche Diskussion zur Anthroposophie und damit zur Waldorfpädagogik in Gang zu setzen." Denn das Gespräch hatte er gesucht, auch bei Walter Hiller, seinerzeit Geschäftsführer des Bundes der Freien Waldorfschulen. Hiller antwortete auf Lichtes Bedenken. Er verteidigt Steiner und wirft Lichte mangelnde Einsicht in die Thematik vor: "Ich kann sehr gut verstehen, dass die spontane Begegnung mit Begriffen wie 'absterbende Rasse', 'dekadente Abzweigung' im Zusammenhang mit dem Schicksal der Indianer geradezu wie eine Rechtfertigung für den unmenschlichen Umgang mit den Einwohnern Amerikas wirken", meint Hiller. "Dies ist sicher nicht der einzige 'Kurz-Schluss', der sich beim Kennenlernen des Werkes Steiners zunächst ergeben kann, sicher aber der folgenreichste, weil die assoziierte Thematik mit ihrem Gewicht schon sehr viel gelassenes Erkenntnisstreben braucht, um den Gedanken von der 'Entwicklung der Menschheit' nach-zu-denken, um seine aktuelle Relevanz zu prüfen."

NPD-Mann wollte Waldorf-Heim gründen Ein Ansatz, den auch der niedersächsische NPD-Spitzenfunktionär Andreas Molau auf seine Weise verfolgt. Der 39-Jährige, der bis 2004 an einer Waldorfschule in Braunschweig Politik, Geschichte und Musik unterrichtete, sagt, Steiner habe stets "völkisch argumentiert und nicht umsonst die Differenzen von Rassen und Völkern betont". Demnächst wolle er öffentlich deutlich machen, welche Gemeinsamkeiten die Steinersche Waldorfpädagogik mit modernem Nationalismus habe. Molau hatte Anfang August erklärt, er wolle im brandenburgischen Örtchen Rauen ein Waldorf-Landschulheim eröffnen. 20 Hektar Land inklusive mehrerer Gebäude hatte der 39-Jährige für sein ehrgeiziges Projekt bereits erworben. Laufe das gut, plane er gleiches für Niedersachsen. Doch eine Waldorfschule unter Leitung eines NPD-Mannes wird es nicht geben. Nicht in Brandenburg und auch nicht in Niedersachsen. Das machte der Bund der Freien Waldorfschulen klar. Geschäftsführer Christian Boettger meint: "Wir werden mit Sicherheit keiner Schule das Namensrecht erteilen, die in irgendeiner Form mit rechtsradikalem Gedankengut assoziiert ist, weil das der Waldorfpädagogik im Innersten widerspricht." An der Prüfstelle liegt es nun, zu bewerten, was in Steiners Werken wirklich steckt.

Rudolf Steiner

Rudolf Steiner war Philosoph, Naturwissenschaftler, Goethe-Forscher und Begründer der Waldorfschulen. Er wurde 1861 im kroatischen Ort Kraljevec, der damals zu Ungarn gehörte, geboren. Als Sohn von Bahnangestellten besuchte er ab 1872 die Realschule und begann 1879 ein Studium an der Technischen Hochschule in Wien. Er studierte Naturwissenschaften und Mathematik und widmete sich der Philosophie und Literatur. Mit 29 Jahren wurde Rudolf Steiner Mitarbeiter des Goethe-Schiller-Archivs in Weimar. Neben Goethes naturwissenschaftlichen Schriften veröffentlichte er Werke des Philosophen Schopenhauer und des Dichters Jean Paul. Er selbst schrieb vier Bücher, gab ein Literatur-Magazin heraus und war Lehrer an einer Arbeiterbildungsschule.

Auf Initiative des Direktors der Zigarettenfabrik Waldorf-Astoria, Emil Molt, war Rudolf Steiner zudem ab 1919 als Reformpädagoge tätig. In Stuttgart gründete er am 7. September 1919 die erste freie Waldorfschule unter der Schirmherrschaft Emil Molts. Sie war aus allgemeinbildenden Kursen für die Arbeiter der Zigarettenfabrik entstanden, die Steiner initiiert hatte. Außerdem war Rudolf Steiner als Künstler und Architekt aktiv: Er schrieb Dramen, entwickelte die Bewegungskunst "Eurythmie" und wirkte am Bau des "Goetheanums" in Dornach bei Basel mit. Das "Goetheanum" diente als Zentrum der "Anthroposophischen Gesellschaft", die Steiner 1923 gründete. Als "Anthroposophie" bezeichnete er die "wissenschaftliche Erforschung der geistigen Welt", die als Erkenntnisphilosophie ausgelegt war. Zuvor war er Mitglied und Vorsitzender der "Theosophischen Gesellschaft", einer esoterische Vereinigung, die auf den Lehren eines selbsterklärten Mediums basierte. Er starb 1925 in Dornach.

Waldorfschulen

Waldorfschulen sind staatlich anerkannte, private Ersatzschulen, die dem jeweiligen Landesschulrecht unterstehen. Die Schulen in freier Trägerschaft, meist als Verein, finanzieren sich über staatliche Zuschüsse und Schulgeld. Im Gegensatz zu staatlichen Schulen haben sie Finanz- und Personalhoheit. Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart von Rudolf Steiner gegründet. In Deutschland gibt es 208 Waldorfschulen, in ganz Europa 665 und weltweit 958.

Waldorfschulen sind auf zwölf Jahre Regelschulzeit angelegt, die die Schüler durchlaufen, ohne sitzen bleiben zu können. Es gibt keine Differenzierung. Am Ende der Schullaufbahn steht der "Waldorfschulabschluss", der in Deutschland im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern nicht als einem staatlichen Schulabschluss gleichwertig anerkannt ist. Meist bieten Waldorfschulen daher eine zusätzliche 13. Jahrgangsstufe an, nach der das Abitur oder die Fachhochschulreife abgelegt werden kann.

Fremdsprachen ab dem ersten Schuljahr In Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen und ab 2008 auch in Nordrhein-Westfalen kann an Waldorfschulen das Zentralabitur geschrieben werden. Allerdings zählen an Waldorfschulen für die Abiturnote ausschließlich die Prüfungsergebnisse, zuvor erbrachte Leistungen werden nicht berücksichtigt. Hessen hat als einziges deutsches Bundesland die Klassen 11 bis 13 der Waldorfschulen als gymnasiale Oberstufe anerkannt.

An Waldorfschulen werden ab dem ersten Schuljahr Fremdsprachen unterrichtet, es gibt ein großes Angebot an künstlerischem Unterricht. Das Bewertungssystem mit Zensuren gibt es in den meisten Waldorfschulen nicht. Stattdessen werden die Bewertungen der Lernerfolge ausformuliert. An Waldorfschulen, an denen man das Abitur machen kann, wird das Zensurensystem meist erst in der Oberstufe eingeführt. An anderen Schulen existieren beide Bewertungssysteme parallel.

Lehrer an Waldorfschulen brauchen im Gegensatz zu staatlichen Schulen keine universitär-wissenschaftliche Ausbildung. Eine Ausbildung auf einem "Institut für Waldorfpädagogik" kann ein Lehramtsstudium ersetzen. Jedoch brauchen diese Lehrkräfte die Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde.

KOMMENTARE (10 von 44)
 
Rali-Pali (08.09.2007, 03:47 Uhr)
Wortklauberei
Ich find's unmöglich, wie Leute hier auf das Wort Neger beharren. Wenn jemand das Wort Neger (oder ein beliebiges anderes Wort) beleidigend findet, benutze ich es doch nicht weiter, selbst wenn ich das Wort persönlich als neutral betrachte. Soviel Respekt steht ja wohl jedem zu.
In diesem Falle denke ich aber, dass man schon sehr ungebildet sein muss, um dass Wort Neger nicht als beleidigend zu werten.
Lorenzo-Klee (07.09.2007, 10:59 Uhr)
Aktuelles: Steiner kommt nicht auf den Index
Anbei die Aktuelle Meldung vom Bund der freien Waldorfschulen:
"Bonn/Stuttgart (6.9.2007). Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) in Bonn hat den Antrag, zwei Schriften von Rudolf Steiner in die Liste der jugendgefährdenden Medien aufzunehmen nach der heutigen Anhörung abgelehnt. Die Ablehnung erfolgte mit der Auflage, dass die beanstandeten Schriften Rudolf Steiners bei Neuausgaben kommentiert werden sollen. Der Verlag hat angekündigt, dass ebenfalls die alten Ausgaben mit entsprechenden, eingelegten Kommentaren versehen werden sollen - mit der Kommentierung wurde bereits vor dem Indizierungsverfahren begonnen.
Der Bund der Freien Waldorfschulen, der gebeten worden war, zu dem Vorwurf der Jugendgefährdung Stellung zu nehmen, begrüßt die Entscheidung. Wir möchten an dieser Stelle vor allem zu dem immer wieder aufgekochten Vorwurf Stellung nehmen, Inhalte und Praxis der Waldorfpädagogik seien rassistisch motiviert:
Der Bund der Freien Waldorfschulen lehnt Rassismus in jedweder Form ab.
Die Erziehung im Sinne der von Rudolf Steiner begründeten Waldorfpädagogik lässt keinen Raum dafür, Menschen nach ihrer Abstammung oder Herkunft zu beurteilen, zu bewerten oder in einer sonstigen Art und Weise zu diskriminieren.
Die Waldorfschulen sehen sich bei der Wahrnehmung ihrer erzieherischen Aufgabe in der Pflicht, die Voraussetzungen für eine Gesellschaft zu schaffen, die auf dem solidarischen Zusammenleben aller Menschen, gleich welcher Hautfarbe, ethnischen oder kulturellen Zugehörigkeit, beruht.
Anthroposophie ist nicht Gegenstand des Unterrichts an der Waldorfschule; die Waldorfschulen sind ausdrücklich keine Weltanschauungsschulen.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben unlängst bestätigt, dass an Waldorfschulen weder zur Anthroposophie erzogen wird noch eine heimliche Indoktrination erfolgt (Barz/Randoll, Absolventenstudie, 2007). Sowohl bei der Fremdenfeindlichkeit als auch beim Rechtsextremismus weisen Waldorfschüler im Vergleich mit Schülern aller anderen Schularten das allerniedrigste Niveau auf (Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen 2005).
Waldorfpädagogische Einrichtungen arbeiten erfolgreich in den verschiedensten Kulturen. Es gibt weltweit derzeit über 1200 Schulen, über 500 heilpädagogische Einrichtungen sowie 2500 Kindergärten insbesondere auch in Afrika, Ostasien und Südamerika sowie in Israel. Eine latente, erst recht eine offene rassistische Weltsicht wäre mit einer solchen Orientierung der Waldorfpädagogik absolut unvereinbar.
Für Rückfragen bzw. als Interviewpartner steht zur Verfügung: Bund der Freien Waldorfschulen, Thekla Walker, Tel. 0711-2104225.
Über den Bund der Freien Waldorfschulen e.V.
Die deutschen Waldorfschulen haben sich zu einem Bund der Freien Waldorfschulen e.V. mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen. Die föderative Vereinigung lässt die Autonomie der einzelnen Waldorfschule unangetastet, nimmt aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr. Korporative Mitglieder sind derzeit 208 Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen sowie acht Seminare/Hochschulen für Waldorfpädagogik. Daneben gibt es rund 2.700 persönliche Mitglieder.
Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart eröffnet. Nach 87 Jahren Waldorfpädagogik gibt es heute weltweit über 1000 Waldorfschulen sowie 2.000 Kindergärten und Förder-Einrichtungen in allen Erdteilen, darunter auch in Israel, Südafrika und Ostasien.
Herausgeber:
Bund der Freien Waldorfschulen
Thekla Walker
Wagenburgstraße 6
70184 Stuttgart
Tel. 0711-2104225
walker@waldorfschule.de "
...gut, dass es diese Klarstellung endlich gibt, aber schade, dass der Verlag so lange gebraucht hat um sich bereit zu erklären, endlich eine entsprechende Kommentierung abzudrucken!
ChristianT (07.09.2007, 04:53 Uhr)
Neger-Zitate
Neger-Zitate:
Immanuel Kant: „Die Negers von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das Läppische steigt.“
Georg W. F. Hegel: „Der Neger stellt den natürlichen Menschen in seiner ganzen Unbändigkeit dar. Obgleich sie sich der Abhängigkeit vom Natürlichen bewusst sein müssen, so führt dies doch nicht zum Bewusstsein eines Höheren.“
Albert Schweitzer: „Der Neger ist ein Kind. Ohne Autorität ist bei einem Kinde nichts auszurichten. [...] Den Negern gegenüber habe ich dafür das Wort geprägt: Ich bin dein Bruder; aber dein älterer Bruder."
Nun stellt sich die Frage, ob alle diese Herren Kant, Hegel, Schweitzer und Steiner etwa Rassisten sind. Bei Goethe finde ich bestimmt auch noch was und in der Bibel ebenfalls. Was soll das alles? Ist doch Unsinn! Natürlich sind sie keine Rassisten! Man muss immer ein Zitat aus dem zeitgeschichtlichen Kontext heraus verstehen. Des Weiteren wäre es im Falle Steiner sicherlich hilfreich, sich etwas exakter mit Anthroposophie zu befassen, einem so umfangreichen Gebiet, welches man nicht in einer Woche mal eben analysieren kann. Es gibt aber in der anthroposophischen Literatur von Steiner einige Textstellen (16 Stellen) welche aus heutiger Sicht (aus heutiger Sicht wohlbemerkt!) als "rassistisch" einzustufen sind. Doch dieses Thema ist fast schon alt.
Ich besuchte die Waldorfschule 13 Jahre lang und mit Abitur. Mir sind zu keiner Zeit rassistisches Gedankengut vermittelt worden, geschweige denn Äußerungen, die auch nur versteckt darauf hindeuten könnten. Anthroposophie war niemals Unterrichtsinhalt. Mir ist bekannt, dass in Berlin jüdische und türkische Kinder die Waldorfschulen besuchen.
Zum Ende ein Zitat von Steiner: „Ich habe den Menschen nie nach etwas anderem beurteilen können als nach den individuellen, persönlichen Charaktereigenschaften, die ich an ihm kennenlerne. ... Und ich habe im Antisemitismus nie etwas anderes sehen können als eine Anschauung, die bei ihren Trägern auf Inferiorität des Geistes, auf mangelndes ethisches Urteilsvermögen und auf Abgeschmacktheit deutet.“
Rudolf Steiner, „Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1887-1901“ (GA 31), S. 378 f
Andere Zitate: http://de.wikipedia.org/wiki/Neger
J.Stahl (06.09.2007, 22:02 Uhr)
ich persönlich
empfinde kalkleiste und ähnliches nicht als schimpfwort und nutze solche worte auch nicht.ganz einfach weil es von schwarzen für weiße keine eigens angepassten schimpfwörter gibt.aber gleich im umkehrschluß zu sagen weil sie sich da vielleicht nicht beleidigt fühlen darf ich mich bei dem wort neger auch nicht beleidigt fühlen ist schon ein bißchen kurz gedacht.so einfach kann man es sich nicht machen.
um mal was zu dem häufig genutzten wort nigger zu sagen:es ist etwas ganz anderes wenn 2 schwarze untereinander das zu sich sagen.in dem moment und diesem verhältnis ist keiner etwas anderes oder besseres wie es die weißen immer gleich sehen und somit ist es nichts beleidigendes.wenn ihr alle ja so weltgewandt seid und kein problem mit schwarzen habt wieso macht es auch dann so viel mühe dieses wort einfach nicht zu sagen???ganz einfach,weil bei euch dann doch eine gewiße absicht dahintersteckt,die des reduzierens und runtermachen.ist lou123 der einzige der das kapiert?hier schreien ständig leute beleidigt auf wenn die moslems sie schweinefleischfresser nennen.ich glaube das sind die gleichen die nicht auf das wort neger verzichten wollen.
starmax (06.09.2007, 21:49 Uhr)
Unfug
Kurz - weil wir uns vom Thema wegbewegen - zum letzten Beitrag vonJStahl:
Eine andere Meinung sollte respektiert werden. Und auf Nebenkriegsschauplätze auszuweichen, das halte i c h für "primitiv". Kalkleiste, Kraut, Piefke - damit haben ich und viele andere Landsleute kein Problem... so what? Wahrscheinlich ist es nur mangelndes Sebstbewusstsein, wenn man sich über solche Bezeichnungen als Betroffener aufregt.-Der "Nigger" ist und bleibt ein unter US-Schwarzen häufig genutztes Schimpfwort - nada mas.
J.Stahl (06.09.2007, 21:11 Uhr)
p.s.
ich finde es lustig wie hier das wort nigger verteufelt wird und von neger getrennt wird...das ist doch mal scheinheilig.oder was heißt nigger auf deutsch?bitte fangt nicht an mit das kann man nicht übersetzen...
J.Stahl (06.09.2007, 21:09 Uhr)
einfach nur primitiv...
damit meine ich jene leute die das wort neger so verteidigen.aber wehe jemand wie ich sagt etwas gegen die deutschen oder leute wie sie dann bin ich ganz schnell ein rassist.oder die bösen moslems.wie es einem gerade passt.ihr seid ja alle so klug und könnt beurteilen wann schwarze menschen sich bleidigt (zu) fühlen (haben).kommt euch nicht der gedanke das ihr euch nicht wundern braucht das wir nicht mit leuten wie euch zusammen leben wollen die so an ihrer besserartigkeit festhalten?die ewig die rein äußerlichen unterschiede auch in der sprache hochhalten müßen?ich finde genau das primitiv
starmax (06.09.2007, 20:35 Uhr)
Neger bleibt!
Jeden Falls für mich, JStahl. Es kommt nämlich aus dem Spanischen (die führten zuerst Negersklaven in Europa ein)- "negro" i.e. "schwarz".Savy?
Nigger ist dagegen ein US-Schimpfwort, das sich aber auch primivere schwarze Mitmenschen dort gern mal an den Kopf werfen.
putterbaul (06.09.2007, 19:58 Uhr)
Sich wichtig Macher am Werk!
Ich lese und schreibe in div. Foren. Seit einiger Zeit beobachte ich, dass es da wohl einige seelisch Verkrüppelte geben muß, die jeden, der das Wort Neger schreibt, als einen infamen Rassisten zu verteufeln versuchen!
Meine beiden Kinder waren auf der Waldorfschule und sind - ach wie komisch - in keiner Weise Rassisten geworden.
Ich vermute hinter dem ganzen Theater steckt die Antifa, die sich redlichst bemüht mit neuen Vorwürfen Rassisten, Faschisten und ähnliches ausfindig zu machen, um weiterhin Staatsgelder einstreichen zu können.
Zusammengefasst - wer Steiner unterstellt er wäre ein Rassist, befindet sich in der selben geistigen Verwirtheit wie sei R. Steiner unterstellt wird.
P.S.: Wer was gegen Rassendiskriminierung tun will - Dafur wäre sein Einsatzgebiet! Da werden NEGER von ARABERN umgebracht!
H.P. (06.09.2007, 19:42 Uhr)
Steiner und die Anthroposophie
Dabei verstand Steiner unter Anthroposophie einerseits eine umfassende („kosmologische“) Anschauung des Menschen und der Welt, die er als Lehre vertrat und verbreitete, andererseits aber auch einen Erkenntnisweg bzw. eine „wissenschaftliche“ Methode zur Erforschung des Übersinnlichen („Geistigen“). Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Anthroposophie
Daran ist ja nichts verkehrtes, daran arbeiten heute auch Größen wie Stephen Hawking aus England, mit dem Universum in der Nussschale. Auch Quantenphysiker beschäftigen sich mit dieser Kosmologie, all das als billige Esoterik abzutun ist typisch für viele Zeitgenossen heute, denn man will bewusst diese Wissenschaft ins Lächerliche ziehen, wenn man daran ein Interesse hätte, müsste man sein eigens Verhalten ändern, weil wir auch Schöpfer unserer eigenen Realität sind. Der Mensch ist ein kosmisches Wesen, ob wir es verstehen können oder nicht.
Ich bin weder Esoteriker noch gehöre ich einer Sekte an, es ist meine eigene Erfahrung mit dem SELBST. Es wäre heute von dringender Wichtigkeit sich damit einmal auseinander zusetzen und darüber zu diskutieren, wir können es auf Dauer nicht ignorieren, wir können nicht ständig vor uns selbst fliehen, was dabei herauskommt ist unsere Realität heute und die sieht nicht gerade berauschend aus.
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