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"heute wichtig" Die Waldorfschule – zwischen Esoterik und Entfaltung

Schülerinnen gehen in der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe an einem Bild von Rudolf Steiner vorbei
Schülerinnen gehen in der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe in Stuttgart an einem Bild von Rudolf Steiner vorbei
© Sebastian Gollnow / DPA
Den eigenen Namen tanzen und keine Noten – das waren alte Vorwürfe gegen die Methoden der Waldorfschulen. Dennoch: Die Schulform polarisiert, Kritiker und Befürworter gleichermaßen.

Vor allem der anthroposophische Ansatz der Waldorfschulen wird kritisiert, die übrigens mit über einer halben Milliarde Euro pro Jahr vom Staat finanziert werden. Nele Auschra, selbst im Vorstand des Bundes der freien Waldorfschulen, sagt in der 414. Folge des Podcasts "heute wichtig", dass man sich durchaus auch weiterentwickle und die Theorien kritisch hinterfrage: "Rudolf Steiner ist der Gründer, der sowohl die philosophische Richtung der Anthroposophie begründet hat als auch die erste Waldorfschule mitgestaltet hat, mit seinen Anregungen, die bis heute noch studiert werden, aber nicht im Sinne einer Lehre, sondern einer Auseinandersetzung damit. Denn es ist sicherlich heute nicht mehr möglich, über eine Kopfform sofort auf das Individuelle des Kindes zu kommen, das geht ja gar nicht. Das heißt schon, dass wir uns damit auseinandersetzen und das passiert auch in den Aus- und Weiterbildungsstätten für Waldorflehrer." 

Die Schulform polarisiert  

Unter dem Video zur Recherche von "Krautreporter" und dem "ZDF Magazin Royale" finden sich mittlerweile mehr als 4000 Kommentare, mit ganz verschiedenen Meinungen, teils harscher Kritik, teils aber auch Berichten aus dem Alltag einer Waldorfschule. Diese Schulform polarisiert, Kritiker und Befürworter gleichermaßen.   

Michel Abdollahi
© TVNOW / Andreas Friese

Podcast "heute wichtig"

Klar, meinungsstark, auf die 12: "heute wichtig" ist nicht nur ein Nachrichten-Podcast. Wir setzen Themen und stoßen Debatten an – mit Haltung und auch mal unbequem. Dafür sprechen Host Michel Abdollahi und sein Team aus stern- und RTL-Reporter:innen mit den spannendsten Menschen aus Politik, Gesellschaft und Unterhaltung. Sie lassen alle Stimmen zu Wort kommen, die leisen und die lauten. Wer "heute wichtig" hört, startet informiert in den Tag und kann fundiert mitreden.

Black Box Waldorfschule  

Im Gespräch mit "heute wichtig"-Host Michel Abdollahi geht Nele Auschra auch auf den Vorwurf der Black Box ein, also die Waldorfschulen würden machen, sie was wollen: "Es gibt einen Rahmenlehrplan, der wird kontinuierlich überarbeitet und publiziert, den kann man sich als PDF kaufen. Der ist übrigens auch Voraussetzung dafür, dass eine Schule als Waldorfschule genehmigt wird in den meisten Bundesländern. Dann öffnen sich die Schulen für Infoveranstaltungen etc. Wir informieren auf unseren Websiten." 

Mehr gemeinsame Zeit an der Schule

Während Schüler:innen an einer Regelschule nach der vierten oder sechsten Klasse auf Weiterführende Schulen gehen und damit getrennt werden, ist das System an der Waldorfschule anders. "Ich glaube, dass die Waldorfschulen sich etwas mehr Zeit nehmen, die Schüler:inen zu ihrer eigenen Entwicklung zu führen, dass sie z.B. 12 Jahre gemeinsam auf einer Schule sind, nicht sitzen bleiben können, also die Gelegenheit haben, Qualitäten, die für die Abschlüsse notwendig sind, erst in der siebten, achten Klasse zu entfalten", sagt Nele Auschra.  

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