Der Amoklauf in Winnenden hat ganz Deutschland schockiert. Die bittere Bilanz: 16 Tote und viele Verletzte. Begonnen hat alles an der Albertville-Realschule. stern.de zeichnet die Ereignisse in der baden-württembergischen Provinz nach.

Großeinsatz an der Albertville-Schule in Winnenden: Der Amokläufer schoss seinen Opfern gezielt in den Kopf© Sascha Baumann/DPA
Der 17 Jahre alte Tim K. tötete am Mittwochvormittag bei einem Amoklauf 15 Menschen, bevor er nach einem Feuergefecht mit der Polizei sich selbst das Leben nahm. Sein Blutbad begann der Jugendliche um 9.30 Uhr in der Albertville-Realschule. Dort tötete der schwarz gekleidete Jugendliche zunächst neun Schüler im Alter von 14 und 15 Jahren sowie drei Lehrerinnen. Auf seiner Flucht erschoss er weitere drei Menschen. Weitere Schüler und Passanten wurden teils schwer verletzt. Im 40 Kilometer entfernten Wendlingen endete der Amoklauf des Ex-Schülers bei einem Schusswechsel mit der Polizei, bei dem er sich selbst tötete. Die Ereignisse im Detail:
Ein Anruf aus der Albertville-Realschule im baden-württembergischen Winnenden erreicht die Notrufzentrale der Polizei.
Zwei Interventionsteams der Polizei dringen in das Gebäude ein. Ob sich der Täter noch in der Schule befindet, wissen sie nicht. Aber schnell stellt sich heraus: Der Täter ist bereits geflohen.
Eine Großfahndung auch mit Hubschrauber wird eingeleitet. Der Täter ist in die Innenstadt von Winnenden unterwegs. Auf seinem Weg erschießt er einen Mitarbeiter eines Zentrums für Psychiatrie. Er stoppt einen VW Sharan und kidnappt dessen Fahrer.
Auf den Agenturen laufen die ersten Eilmeldungen: "In einer Schule im baden-württembergischen Winnenden bei Stuttgart hat es nach Polizeiangaben einen Amoklauf gegeben."
Die Polizei fahndet weiterhin mit einem Großaufgebot nach dem Amokläufer. Wegen eines Staus zwingt der Amokläufer den Fahrer des Wagens, die Autobahn zu verlassen und über Landstraßen nach Wendlingen zu fahren. Als der Fahrer wieder auf die Autobahn auffahren will, kommt das Auto von der Fahrbahn ab. Der Fahrer flüchtete aus dem Wagen zu einem Streifenwagen. Die Schule und Teile der Innenstadt von Winnenden wurden abgesperrt. Autofahrer wurden aufgefordert, keine Anhalter mitzunehmen.
Die Realschule ist zusammen mit einem Gymnasium in einem Schulzentrum mit insgesamt 1000 Schülern untergebracht. Viele Schüler befinden sich noch in der Schule, da unklar ist, wo sich der Täter befindet. Die Innenstadt blieb weiterhin weiträumig abgesperrt.
Unklare Opferzahlen: Laut der Nachrichtenagentur dpa soll es neun Tote gegeben haben. Die Polizei bestätigte bislang immer noch nur zwei Tote. Trotzdem erste Hinweise: Ein Tatverdächtiger soll inzwischen festgenommen worden sein. Bei dem mutmaßlichen Täter soll sich um einen 17-Jährigen handeln, der der Polizei bekannt ist. Die Meldung entpuppt sich wenig später als Gerücht.
Der Täter stellt das gestohlene Auto auf der Autobahn ab und lässt die Geisel zurück. Der 17-Jährige geht zu Fuß zum nahegelegenen Industriegebiet. Der Fahrer benachrichtigt die Polizei.
Schlimme Gewissheit und neue Opferzahlen: Zehn Menschen sind bislang an ihren Verletzungen gestorben. Das teilte Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech in einer Pressekonferenz mit. Weitere Menschen wurden verletzt. Auch bei der Tätersuche scheinen die Ermittlungen vorangeschritten zu sein. Der Amokläufer ist nach Angaben der Polizei ein 17-jähriger ehemaliger Schüler der Albertville-Realschule.
Der Täter steuert im Wendlinger Industriegebiet ein VW-Autohaus an und erschießt zwei Angestellte.