Schulkleidung statt Markenwahn

8. Mai 2006, 15:39 Uhr

Schüler in Uniform? Auch Bayerns Ministerpräsident Stoiber und Bundesbildungsministerin Schavan sprachen sich dafür aus. Kritiker des Einheitslooks verweisen auf unselige deutsche Traditionen.

Brandenburgische Erstklässler der Max-Dortu-Grundschule in Potsdam präsentieren ihre Uniformen©

Nach Bundesjustizministerin Brigitte Zypries haben sich auch Bildungsministerin Annette Schavan und der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber positiv zur Einführung von Schuluniformen geäußert. Die CDU-Politikerin sagte der Tageszeitung "Die Welt", wenn einheitliche Schulkleidung zur Identifizierung mit der Schule beitrage und Symbol einer Gemeinschaft aller am Schulleben Beteiligten sei, dann sei das zu begrüßen. "Falls Schulkleidung darüber hinaus dem verbreiteten Markenwahn entgegenwirkt, umso besser", zitierte das Blatt Schavan. Zugleich betonte sie jedoch, die Schulen müssten selbst darüber bestimmen können, ob sie Schuluniformen einführen wollten, "und zwar in Abstimmung mit allen am Schulleben Beteiligten".

Stoiber sprach sich zumindest für Schuluniformen an den Schulen in Bayern aus. "Ich halte das für eine gute Idee", sagte der CSU-Chef in München. Allerdings sei er gegen eine gesetzlich vorgeschriebene landesweite Uniformpflicht, da dieses Thema zu umstritten sei. "Die Schulen müssen aber die Möglichkeit haben, selbst über Einführung von Schuluniformen zu entscheiden", betonte Stoiber. Eine Einheitskleidung wäre günstig gegen soziale Unterschiede in den Klassen, da ein Druck hin zu teuren Markenartikeln vermieden werden könne. Auch seien Schuluniformen von Vorteil für die Integration ausländischer Schüler. "Themen wie Burka in der Schule wären damit natürlich obsolet", so Stoiber.

"Äußerst naiv"

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, nannte den Zypries-Vorschlag, durch die Einführung von Schuluniformen könnten religiöse und soziale Diskriminierung verhindern werden, "äußerst naiv". Der Netzeitung sagte er: "Das ist eine typische Schaufensterpolitik, mit der man glaubt, irgendwelche Schulprobleme lösen zu können." Schuluniformen hätten in Deutschland zudem eine "problematische Tradition".

In blau und rot: Tyson Waitoka (l.) und Marco Perchichizze sitzen in ihrer Schulkleidung im Klassenzimmer der Haupt- und Realschule Friesenheim©

"Völlig unrealistisch"

Auch der Deutsche Philologenverband (DPhV) hat sich gegen eine verpflichtende Einführung von Schuluniformen ausgesprochen. Der Vorsitzende Heinz-Peter Meidinger erklärte in Berlin: "Es ist völlig unrealistisch zu glauben, mit Schuluniformen ließen sich Integrationsprobleme lösen oder der Markenfetischismus bekämpfen." Der DPhV-Chef verwies darauf, dass es in Deutschland keine historisch unbelastete Tradition von Schuluniformen gäbe. Anders als etwa in England habe das Bild uniformierter Jugendlicher im Dritten Reich in der Bundesrepublik eine wohlbegründete Abneigung gegen Schuluniformen entstehen lassen.

"Auch dem Markenfetischismus beugen Schuluniformen nicht vor", fügte Meidinger hinzu. "Denn Forscher haben herausgefunden, dass sich in Ländern mit Schuluniformen dieses Phänomen dann in andere Bereiche, zum Beispiel Handys und Uhren, verlagert." Lohnender wäre es nach den Worten Meidingers, wieder verstärkt das Augenmerk darauf zu richten, dass Jugendliche ordentlich gekleidet in die Schule kommen. Auch durch Kleidung werde ein Signal dafür gesetzt, wie ernst man Schule nehme. Schlabberlook und bauchfreie Tops haben seiner Auffassung nach im Klassenzimmer nichts verloren.

"Historisch belastet"

In Europa ist Großbritannien das Land der Schuluniformen. Auch in Deutschland gab es immer wieder Versuche, Kindern und Jugendlichen Schulkleidung schmackhaft zu machen, etwa in Berlin, Hamburg und Brandenburg. In Baden-Württemberg hatte sich der heutige CDU-Ministerpräsident Günther Oettinger 1997 in einem Grundsatzpapier für Schuluniformen stark gemacht.

Von Seiten der Kultusministerkonferenz (KMK) hieß es bisher, in der Bundesrepublik habe man sich aus historischen Grünen nach dem Zweiten Weltkrieg gegen Schuluniformen entschieden. Zu frisch seien noch die Erinnerungen an die Uniformen der Hitlerjugend und des Bundes Deutscher Mädel. Eine grundsätzliche Verordnung von einheitlicher Kleidung werfe auch die Frage auf, in wie weit in die Rechte von Schülern und Eltern eingegriffen werde.

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KOMMENTARE (10 von 22)
 
marius-s (10.05.2006, 16:20 Uhr)
???Wie soll die Schulkleidung die sozialen Probleme lösen???
Die Schulkleidung wird keineswegs die sozialen Probleme lösen.
Ich habe selber eine Schulkleidung pflichtgemäß getragen. Aber selbst unter den Kommunisten gab es manche die mehr und manche die weniger hatten. Meine Familie verfügte über sehr wenig Geld. Dies war bei mir auch deutlich zu sehen trotz der „Uniform“. Ich wurde aber wegen meiner Person gemocht und nicht wegen meiner „Schuhe“. Das bedeutete und bedeutet mir auch wesentlich mehr.
Eine Schulkleidung nach dem USA Muster könnte durchaus zu einer höheren Verbundenheit mit der Schule führen. Aber NUR die Kleidung alleine reicht dafür auch nicht aus. Vor dem geistigen Auge sehe ich bei uns schon solche Bilder wie; „Hey, da geht jemand in ´ner fremden Uniform, lasst uns ihn verkloppen.“
Was in dem Land versagt ist die zunehmend schwieriger gewordene Erziehung.
Da sind die Reichen genauso dran wie die sozial Schwachen. Jeder auf seine Art trägt dazu bei, dass die Kluft größer wird, bis die sozialen Spannungen zum Funkenüberschlag führen.
Bei manchen Wohlhabenden ist es die Arroganz und ihre herablassende Art, alle die weniger Geld und Ausbildung haben, gleich als Menschen zweiter Klasse zu behandeln. Die schwächeren platzen dagegen vor Wut und Neid und machen für ihr Schicksal nur die „Ausbeuter“ verantwortlich. Die Unzufriedenheit wird durch entsprechendes Verhalten manifestiert. Beide Fronten überzeugen durch das eigene Verhalten die Gegenseite davon, dass sie tatsächlich Recht hat.
Zum Glück gibt es noch normale Familien, die solche Werte wie Liebe, Freundschaft, Aufrichtigkeit, Pflichtbewusstsein, gesunde Wertschätzung, natürliche Autorität etc. vermitteln. Werte eben, die einen psychisch stabilen, rechtschaffenden Philanthrop hervorbringen.
Unsere machtlosen Politiker betreiben wieder Aktionismus und glauben in einer einheitlichen Kleidung alle sozialen Probleme in den Schulen lösen zu können.
Oh Mann, wie töricht.
Zusätzliche Anmerkung:
Der immer wieder zitierte Vergleich mit dem Dritten Reich geht mir schon seit langem auf den Nerv. Alles, aber wirklich alles wird mit dem braunen Sumpf verglichen.
Warum sind bei uns eigentlich keine braunen Hemden per Gesetz verboten?
Wann soll unsere Jugend endlich unverschämt sagen können; Ich bin ein Deutscher!
Wie lange noch werden die alten Moralisten unsere Jugend mit der kollektiven Schuld der Urgroßväter belasten. Wie lange werden wir die Wunden der Verfolgten lecken müssen? Das Unheil darf nicht vergessen werden, aber mit der Sühne soll wirklich Schluss sein. Kein Geld mehr für weiter nutzlose Denkmäler!
Daneel (09.05.2006, 19:38 Uhr)
gute Gründe gegen Schulkleidung
Ich bin auch der Meinung, dass man
nicht mehr mit dem Dritten Reich
gegen Schulkleidung argumentieren
soll. (Es gibt auch Leute, die damit
gegen Kinder argumentieren, weil es
ja das Mutterkreuz gab.) Das heißt
aber nicht, dass Schulkleidung aber
deshalb gut ist, weil das Argument
dagegen mit dem Dritten Reich nichts
taugt.
Ich selber war, in den USA, auf einer
Schule mit Schulkleidung (sie hieß
dort "uniform"). Das Argument war,
dass dadurch die sozialen
Unterschiede nicht auffallen.
Erstens, das ist lächerlich, wenn
manche Schüler mit dem Porsche zur
Schule fahren und manche mit dem
gebrauchten Kadett. Womöglich wird
das Angeben dadurch verstärkt. Es
wird auf jeden Fall verlagert.
Zweitens, es ist ein Problem der
Gesellschaft wenn die soziale
Herkunft eine so große Rolle spielt;
man sollte das Problem behandeln,
nicht die Symptome. Drittens, die
Schule soll einen auf das Leben
vorbereiten; im Leben gibt es aber
keine einheitliche Kleidung.
Persönlich ist mir das nicht so
wichtig. Aber wo ist die Grenze?
Brauchen wir auch einheitliche
Frisuren?
Burka? Es ist ein Armutszeugnis
desjenigen, der Schulkleidung als
Mittel gegen Burka verkauft, wenn
ihm keine anderen Mittel einfallen,
das Tragen einer Burka zu verbieten.
Außerdem ist nicht zu erwarten, dass
die Leute, die eine Burka tragen
wollen, sagen werden "westliche
Kleidung will ich nicht, aber
einheitliche Schulkleidung ist in
Ordnung". Die Auseinandersetzung
wird bleiben.
Wenn Kinder wegen ihrer Herkunft,
Rasse usw. gemobbt werden, dann
sollte gegen diejenigen vorgegangen
werden, die dies tun. Warum auch
nicht, wenn wegen Kleidung gemobbt
wird? Schulkleidung als Lösung für
Markenwann ist genau so sinnvoll wie
Rassenreinheit als Lösung für
Rassismus.
meaty (09.05.2006, 14:16 Uhr)
Endlich
Die Aufregung vieler Leute hier über einheitliche Schulkleidung kann ich nicht im Mindesten nachvollziehen.
Ich selbst musste mit Normalverdienereltern in einemm humanistischen Gymnasium voller Richters- und Ärzte-Kindern als Klassenkameraden lernen, was es bedeutet, wenn einem die Eltern nicht die neuesten Markenklamotten und -schuhe kaufen können. Jeder Schultag ein Spießruutenlauf, jede Sportstunde mit Aldi-Turnschuhen die Hölle! Es hat mir nicht geschadet, keine Markenkleidung zu besitzen - aber die ständigen Diffamierungen, Hänseleien, das stetige Mobbing durch die Klassenkameraden war nahezu unerträglich und ist meiner Meinung nach von heute aus gesehen mitschuldig an - trotz von Lehrern attestierter Intelligenz - kompletter Schulverweigerung, Gewalttätigkeit und Verhaltensauffälligkeit bis hin zum Abgang noch vor dem Abitur.
Ich würde es gerade nun, in Hinblick auf meine eigenen Kinder, absolut befürworten, dass diese ohne diesen zusätzlichen unnötigen Druck sich voll und ganz auf ihre schulischen Leistungen konzentrieren können ohne diesem ständigen zermürbenden Mobbing ausgesetzt sein zu müssen.
klapado (09.05.2006, 09:03 Uhr)
Traurig traurig
diese Diskussion. Als Vater zweier schulpflichtiger Töchter (Grundschule, private Realschule) kann ich diesen Quatsch kaum nachvollziehen. Integration, Werte, Disziplin ... das lässt sich doch nur vermitteln, wenn der Vermittler (Eltern) dieses auch so erkennen und für sich als wichtig erachten. Welche Werte soll ein Langzeitarbeitsloser seinen Kindern vermitteln? Was soll ein Vater oder eine Mutter den Kindern über Nächstenliebe beibringen, wenn sie gerade aus Profitgier entlassen wurden? Wie soll Disziplin vermittelt werden, wenn eben diese bei "Vorbildern" nicht vorhanden ist? Es fehlt an Zeit und Sicherheit für die, die Kinder erziehen.
Es klingt wie Hohn und Spott wenn Politiker über unser wichtigstes Gut reden, unsere Kinder. Schon im nächsten Satz wird uns erklärt das wir aber dafür nu gar kein Geld haben. Jeder spricht von Bildungsmisere und das mehr getan werden muss. Aber nicht jetzt und heute ... irgendwann. Jetzt müssen wir zuerst einmal sparen.
Übrigens ist diese angebliche Diskussion über Markenklamotten nicht wirklich eine. Den Kindern ist es egal ob sie eine Marke tragen oder nicht. Hauptsache es gefällt. Ähnlich verhällt es sich bei Handys. Nicht die Marke ist wichtig, sondern die Features die das Gerät hat.
Was uns fehlt ist sicher keine einheitliche Schulkleidung. Es mangelt in diesem Land an Entscheidern die in der Lage sind, etwas zu bewegen und das Land voran bringen!
fanator72 (09.05.2006, 08:59 Uhr)
Pro
Ich bin entschieden für eine einheitliche Bekleidung an unseren Schulen, wenn diese bestimmte Kriterien erfüllt.
Sie sollte pragmatisch, pflegeleicht, beständig und von hohem Tragekomfort sein. Jedes Bundesland kann seine Farben einfließen lassen. Die Kleidung ist vom jeweiligen Träger zu stellen, der die Kosten nicht auf die Eltern umlegen darf.
Entwicklungshemmnis der Individualität? Kleider machen Leute?
Langeweile? Uniform-Phobie als Lehre des 3. Reich´s?
Komische Einwände gegen eine nützliche Sache die sich weltweit bewährt hat.
Dadurch werden zwar keine Minderheiten- oder Religionskonflikte gelöst, jedoch haben Studien eindeutig belegt, daß das Zusammengehörigkeitsgefühl und der Integrationsprozeß gefördert sowie soziale Kontaktschwächen und Hemmnisse schneller überwunden werden.
fatta (09.05.2006, 07:00 Uhr)
Dann muss eben die Rolex her
Röcke für Mädchen? Erlaubt? Hosen für Mädchen? Verboten? Kopftücher?
Aber egal, wenn ihr das wollt okay, dann kriegt der Filius eben die Rolex und die Kleine das neue Parfüm von Chanel und der Chauffeur muss eben auch schon eher ran oder wird der Bus zwingend und die Uhr verboten? Macht mal alles gleich, freu mich drauf
Fiel mir alles spontan ein, wag gar nicht, richtig darüber nachzudenken
Fatta
Gerriam (09.05.2006, 02:29 Uhr)
Selbstidentifikation
Meiner Meinung nach beschneidet einheitliche Schulkleidung die Heranwachsenden in der Entwicklung ihrer Individualität.
Während meiner Schulzeit, die jetzt auch schon knapp drei Jahre her ist, bin ich natürlich auch einigen Markentrends nachgelaufen. Aber, vor allem in späteren Jahren half mir mein Stil mich von anderen abzusetzen bzw. meine eigene Individualität zu unterstreichen.
Die Hauptverantwortung liegt sowieso bei den Eltern. Wenn diese es schaffen würden, ihren Kindern ein gesundes Selbstbewusstsein zu vermitteln gäbe es auch keine Tränen bei etwaigen Hänselungen.
Und ganz nebenbei: Wenn sich die anderen Kinder nicht mehr über die Klamotten des jeweils betroffenen Kindes lustig machen, finden sie garantiert etwas anderes. Schonmal "About A Boy" gesehen? Der spiuelt in England, mit Schuluniformen...
Briest (09.05.2006, 00:18 Uhr)
Neuseeland, 2.
Bitte nicht ueber die Steuerzeichen im folgenden Text wundern, hier mag jemand keine engl. Computer, vielleicht kann jemand von der Redaktion das korrigieren? Danke!
Briest (09.05.2006, 00:11 Uhr)
Neuseeland als Beispiel
Wir leben in Neuseeland.
Es ist ein Land der Schulkleidung (wieso verwendet man überhaupt das häßliche Wort Uniform dafür – das kann nur jemandem in Deutschland einfallen…)
Überhaupt scheint das Bild der Schulkleidung in Deutschland völlig veraltet zu sein, wenn man daher immer wieder auf Hitlerjungend (man hat die “Jungen Pioniere” in der DDR vergessen….übrigens) schließt.
Schulkleidung ist hier sehr vielfältig.
Zum einen tragen Grundschüler keine einheitliche Kleidung. Das ist auch in Ordnung.
Kinder kommen hier auch schon mit fünf zur Schule.
Ab der Intermediate o.ä. (also 9-10 Jahre) geht das los.
Und hier haben die Schulen lediglich Basisfarben (nein, nicht grau, sondern blau, grün) und ein spezielles Logo.
Da bleibt mir selbst überlassen, ob ich Polohemden, T-Shirts, Pullies oder Fleecejacke bevorzuge.
Genauso dürfen Hosen/Röcke kurz, lang oder „dazwischen“ sein, was gerade bei Hosen bevorzugt wird.
Für die Kinder halte ich es für wesentlich besser (ich denke Gemeinschaftsgefühl ist in dem Alter wesentlicher als die hier immer wieder betonte Individualität), gerade wenn viele unterschiedliche Kulturen zusammentreffen (da ist Neuseeland ein besonderes Beispiel).
Es vermindert die Ausgrenzung von “anderen”, wer auch immer der andere ist.
Und mich erinnert die Schulkleidung eher an die Spielerkleidung eine Fußballmannschaft. Das Wort Mannschaft sagt ja alles.
Da ist die “Uniform” auf einmal so toll, daß alle im “Bayern München” T-Shirt herumlaufen.
Dann gibt es noch die Schulen, die sich für Elite halten (Privatschulen), da geht es früh mit weißem Oberhemd und Krawatte hin. Muß man ja nicht hin.
Dann gibt es noch die Rudolf-Steiner-Schulen, da macht sowieso jeder was er will… also auch keine Schulkleidung.
Meine Kids (7/10/14) sind sogar sehr glücklich mit ihrer Schulkleidung… und wenn uns nachmittags jemand auf der Straße entgegen kommt, dann heißt es: Da ist einer von uns!
Und Handy-Marken-Kult ist mit und ohne Schulkleidung überall genauso verbreitet.
Ich kann mich an eine Schule in Deutschland erinnern, da ging es nur noch drum, wer mit dem teuersten/tollsten Auto abgeholt wird (weil Markenkleidung hatten eh alle) Das ist zehn Jahre her!
Wir diskutieren das Thema Schulkleidung auch schon seit Jahren und haben in Saalfeld in Thüringen erste Versuche gemacht, mit dem niederschmetternden Ergebnis, von unserem Umfeld sehr harsch dafür verurteilt worden zu sein.
knubbelkeks69 (08.05.2006, 23:30 Uhr)
Praxiserfahrung
Wir sind vor einem Jahr nach Irland umgezogen. Hier hat man, wie auch in Grossbritanien und anderen Ländern, Schuluniformen (oder wie es einer meienr Vorgänger ausgedrückt hat - einheitliche Schulkleidung). Unsere Kids kommen super damit zurecht.
- Sie finden ihre Freundinnen / Freunde auf dem Schulhof (wohl das dümmste Argument gegen Schuluniformen, man finde seine Freunde nicht weil alle gleich ausseh'n).
- Es gibt keine Unstimmigkeiten wegen Kleidung (und die sind leider der Alltag an den meisten Schulen - unsere Kids haben es selbst erlebt).
- Sie entwickeln sich nicht zu kleinen Nazis weil sie Schulkleidung tragen(das liegt nicht an der Uniform sondern an der Einstellung).
- Die Uniformen müssen wir allerdings selbst kaufen. Familien ohne oder mit geringem Einkommen bekommen die Uniformen gestellt (Bei dem derzeitgem Sozialabbau der wahrscheinlichste Grund für ein Scheitern der Schuluniformen in Deutschland).
Alles in allem - unsere Kinder sind nicht unterdrückt, in ihrer freien Entfaltung behindert, ihrer Persönlichkeit beraubt oder in irgend einer anderen Art und Weise in ihrer persönlichen Freiheit beraubt, weil sie eine Schuluniform tragen.
Unsere Meinung - mehr positive als negative Aspekte. Schuluniformen in Deutschland - gute Idee!
A.Grass,
Galway