. .
Urlaubstipps
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
22. Juli 2010, 06:43 Uhr

Bahnindustrie: "Wir liefern keinen Schund"

Sprengstoff vor dem Krisentreffen zu den Hitze-Pannen bei der Bahn. "Fast nie" bekomme sein Unternehmen voll funktionsfähige Züge geliefert, wettert Bahn-Chef Grube. Die Zug-Hersteller sind erbost.

Bahn, Hitze-Pannen, 500 Euro, Entschädigung, Klimaanlage, Krisentreffen, Pro Bahn, Fahrgastverband, Deutsche Bahn, Schmerzensgeld

Wohltemperiertes Bahnfahren: Hilft nur schlechteres Wetter?© Wolfgang Kumm/DPA

Vor dem Krisentreffen zu den Hitze-Pannen in ICE-Zügen ist die Bahn von mehreren Seiten unter Beschuss geraten. Der Verband der Bahnindustrie zeigte sich am Donnerstag empört über den Vorwurf von Bahn-Chef Rüdiger Grube, die Industrie habe Züge in schlechter Qualität geliefert und verwies auf mögliche Wartungsmängel. Die Lokführergewerkschaft GDL warf der Bahn vor, zu spät auf die Probleme reagiert zu haben.

Bei dem Krisentreffen in Berlin beraten am Vormittag Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), Vertreter des Verkehrs- und Verbraucherausschusses des Bundestags mit Grube über die Pannenserie. Die Bahn hat derzeit wegen hochsommerlicher Temperaturen sehr große Probleme mit Klimaanlagen in Teilen ihrer ICE-Flotte. Die Klimaanlagen in ICE-2-Zügen sind nur für Temperaturen bis 32 Grad Celsius ausgelegt.

"Die Hersteller liefern keinen Schund"

Grube hatte im Zusammenhang mit dem Hitze-Chaos bei ICE-Zügen gesagt, die Bahn habe von der Industrie bislang "fast nie Züge geliefert bekommen, die auch das geleistet haben, wofür wir bezahlt haben". Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bahnindustrie, Ronald Pörner, wies dies entschieden zurück: "Die Hersteller liefern keinen Schund, keine Züge mit System-Fehlern", sagte er der "Berliner Zeitung". Gerade bei den jetzt beanstandeten Klimaanlagen habe die "Bahn selbst erklärt, dass kein systematischer Fehler, kein Konstruktionsfehler" vorliege. Die Branche sei deshalb "sehr überrascht und irritiert" über die "unberechtigten" Anschuldigungen Grubes.

Der Bahntechnik-Verband verwies darauf, dass die Hersteller für die Züge und Komponenten nur Wartungsempfehlungen geben. "Die Wartung und Instandhaltung wird aber ausschließlich durch die Deutsche Bahn realisiert", stellte Pörner unter Bezugnahme auf Vermutungen fest, dass der Spardruck bei der Bahn zu einer eingeschränkten Wartung geführt haben soll.

Pro Bahn: "500 Euro zu wenig"

Die Lokführergewerkschaft GDL kritiserte das Krisenmanagement von Grube. "Die Probleme wurden viel zu spät erkannt und nur zugegeben, was nicht mehr abzustreiten war", sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky der "Passauer Neuen Presse". Es sei ärgerlich, dass Grube in der Öffentlichkeit von einem "schlechten Krisenmanagement der Mitarbeiter in den Zügen" gesprochen habe. Die Beschäftigten seien "sehr verärgert" darüber. "Vom letzten Glied in der Kette wird ein perfektes Krisenmanagement verlangt, während sich die Chefetage vornehm zurückhält", sagte Weselsky.

Der Fahrgastverband Pro Bahn bezeichnete derweil auch die nachgebesserten Entschädigungen der Bahn für Opfer der Hitze in den Zügen als unzureichend. 500 Euro Schmerzensgeld für Fahrgäste, die wegen ausgefallener Klimaanlagen der Bahn schwere Gesundheitsschäden erlitten haben, sei zu wenig, sagte Pro-Bahn-Vorstandsreferent Joachim Kemnitz der "Berliner Zeitung". "Wer deswegen im Krankenhaus behandelt werden musste, sollte sich mit 500 Euro nicht zufrieden geben. Das deckt nicht einmal die Transportkosten mit dem Krankenwagen".

dho/AFP/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Verkehrsausschuss befragt Bahn-Chef "Wir erwarten Antworten"

"Zu heiß, zu kalt, zu spät - die Bahn", mokierten sich Kritiker in den letzten Wochen über das miserable DB-Krisenmanagement. Heute steht Bahn-Chef Grube den Obleuten des Verkehrsausschusses Rede und Antwort zum Hitze-Chaos der vergangenen Wochen. mehr...

Entschädigung für Bahn-Kunden ICE-Hitzeopfer bekommen 500 Euro

Vor dem Gipfel im Verkehrsministerium wächst der Druck auf die Deutsche Bahn, ihre Kunden für die Hitzepannen besser zu entschädigen. Wer ärztlich versorgt werden musste und ernste Probleme hatte soll nun großzügiger bedacht werden als bislang vorgesehen. mehr...

Hitzechaos und ICE-Probleme Der Bahn fehlt die Reserve

Wer ist verantwortlich für das Hitzechaos bei der Bahn? Laut Vorstandschef Rüdiger Grube auch die Hersteller. Den Kunden kann der Manager im stern wenig Hoffnung für die Zukunft machen. Chaos ist programmiert: Die Bahn hat kaum Ersatzüge. mehr...

ICE-Desaster der Bahn Pasagiere mussten 70 Grad Hitze ertragen

Die Hitze in den ICE während der Klimaanlagen-Panne war offenbar deutlich höher als bisher berichtet. Laut "Frontal 21" ergab die Störfallanalyse der Bahn über 70 Grad. Der Konzern dementiert das. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch