Lufthansa will Geld für Reservierungen kassieren

5. September 2013, 15:21 Uhr

Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen ist die Lufthansa fündig geworden. Die freie Sitzplatzwahl soll künftig Geld kosten - zumindest für Fluggäste im Economy-Bereich.

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Wer sitzt wo und was hat er dafür gezahlt? Mit dieser Frage können sich künftig Lufthansa-Passagiere auf Langstreckenflügen die Zeit vertreiben.©

Auch die Lufthansa will künftig Geld für Sitzplatzreservierungen nehmen. Zahlen sollen Passagiere, die sich frühzeitig einen Wunschplatz sichern wollen, wie die Airline am Donnerstag mitteilte. Das neue System kommt demnach bereits in diesem Jahr.

"Wir führen eine Sitzplatzreservierung gegen Entgelt für die Economy-Tarife ein", sagte der Chef der Lufthansa-Passagiersparte, Jens Bischof, dem Verkehrs-Fachmagazin "fvw". Ein Lufthansa-Sprecher betonte, das Angebot richte sich an jene Economy-Kunden, die sich schon vor dem offiziellen Check-in einen Sitzplatz sichern wollen. Bislang können Kunden in der günstigsten Tarifklasse Plätze nur innerhalb des 23-stündigen Check-in-Zeitraums vor Abflug auswählen, bei anderen Economy-Tarifen auch gleich bei der Online-Buchung oder telefonisch ohne Aufpreis.

Die Preise für die Sitzplatzreservierung sollen sich Bischof zufolge "im Marktumfeld" bewegen. Auf Europastrecken sind bei der Konkurrenz häufig zwischen etwa fünf und 15 Euro fällig, auf Langstrecken können es bis zu 40 Euro sein. Möglich ist die Sitzplatz-Reservierung den Angaben zufolge zunächst nur in Reisebüros. Eine Reservierung über das Internet solle später auch umgesetzt werden.

Neue Sitzklasse zwischen Economy und Busines Class

In der Ersten Klasse und der Business Class könnten Kunden bereits die Plätze beim Ticketkauf frei wählen, sagte der Lufthansa-Sprecher. Auch Vielfliegern in der Economy Class sei dies bereits möglich. Mit dem neuen Angebot reagiere die Lufthansa auf Kundenwünsche.

Die Lufthansa kündigte auch an, auf Langstreckenflügen eine neue Sitzklasse zwischen der Economy und der Busines Class einzuführen. Die sogenannte Premium Economy werde sich voraussichtlich "näher an der Economy und weniger an der Business Class orientieren", sagte Manager Bischof dem "fvw-Magazin". Derzeit befinde sich Lufthansa noch in der Preis- und Produktfindung.

Wie der Lufthansa-Sprecher sagte, werde die Premium Economy voraussichtlich im Sommer kommenden Jahres eingeführt. Bei der Tourismusmesse ITB im Frühjahr wolle der Konzern die neue Klasse vorstellen.

Billigflieger machen Lufthansa Druck

Der Wettbewerb setzt Deutschlands größte Fluggesellschaft unter massiven Kostendruck. In der Konkurrenz mit Billigfliegern und mit Airlines aus arabischen und asiatischen Ländern gibt die Lufthansa alle Verbindungen innerhalb Deutschlands und Europas außerhalb der Drehkreuze Frankfurt am Main und München an ihre Billig-Tochter Germanwings ab.

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