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Böse Gerüchte bei den Bayern

Ein turbulenter Start in die Rückrunde! Die schwere Verletzung von Jerome Boateng trifft die Bayern viel schwerer als sie zugeben wollen. In Bremen und Frankfurt werden derweil alte Recken gefeiert. Das Fußball-Wochenende im stern-Check.

Jerome Boateng vom FC Bayern München wird behandelt

Verletzt: Jerome Boateng vom FC Bayern München wird gegen den HSV am Spielfeldrand behandelt

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Spieltags

Das ist ganz klar die schwere Verletzung von Bayerns Nationalspieler Jerome Boateng. Ein Schock nicht nur für die Bayern, sondern auch für die Nationalelf. Der Verteidiger zog sich nach einem harmlosen Foul durch den Hamburger Dennis Diekmeier einen Muskelbündelriss zu. Das bedeutet eine mehrmonatige Pause, möglicherweise ist sogar die Europameisterschaft in Frankreich in Gefahr. Trainer Pep Guardiola spielte den Ausfall herunter: "Wenn wir Jérôme Boateng für längere Zeit verlieren, werden wir trotzdem mit elf Mann spielen", sagte er nach dem Sieg gegen den HSV. Und: "Wir haben ein Problem, aber wir werden eine Lösung finden." Das ist nur die halbe Wahrheit. Mit Boateng wird den Bayern in der entscheidenden Saisonphase im Frühjahr einer ihrer besten Spieler fehlen. Sollte sich noch ein Abwehrmann verletzten, wird es richtig eng. Und: Wieder wird die Frage diskutiert, warum sich so viele Bayern-Spieler Muskelverletzungen zuziehen. Götze, Ribery, Bernat, Benatia, Robben und Badstuber sind es bislang in dieser Saison - das lässt aufhorchen. Doch kritische Fragen bügelt Pep Guardiola ab. Setzt er die Spieler zu früh wieder ein? Lässt er falsch trainieren? Stimmt die Kommunikation mit den Ärzten? Die Verletztenmisere ist ein Thema, genau wie der Abschied des Trainers am Saisonende. Die Diskussionen und Gerüchte werden den Club begleiten und können zu einem Belastungsfaktor werden.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Clemens Fritz hat es für Werder geschossen. Sein Distanzschuss aus 20 Metern zum 1:1 brachte die Bremer gegen Schalke wieder ins Spiel. Später traf auch noch Claudio Pizarro. Damit stellen die Norddeutschen das älteste Torduo der Bundesliga-Geschichte. Fritz, mit einem Tor und zwei Vorlagen bester Bremer, ist immerhin schon 35 Jahre alt, Pizarro gar 37 Jahre. Bleibt für die Werder-Fans zu hoffen, dass bei den Alten bis zum Saisonende die Knochen halten. Schließlich müssen sie helfen, den Norddeutschen die Klasse zu sichern. Denn trotz des Erfolges auf Schalke bleibt der Club auf dem Relegationsplatz, weil Frankfurt und Stuttgart ebenfalls gewannen.

Gewinner des Tages

Alexander Meier Eintracht Frankfurt

Gruß an die Fans: Alexander Meier, in Frankfurt nur "Fußballgott" genannt, trifft drei Mal gegen Wolfsburg

Klare Angelegenheit auch hier. Alex Meier und die Eintracht aus Frankfurt. Das Team von Armin Veh spielte in der ersten Halbzeit gegen gut aufgelegte Wolfsburger grottenschlecht. Doch der Fußball-Gott meint es immer mal wieder gut mit den launischen Südhessen. Das liegt vor allem am famosen Alex Meier, auch schon 33 Jahre alt. Der Mann mit dem modischen Japan-Zopf ist ein genialer Torjäger. In der vergangenen Saison wurde er trotz langer Verletzungspause Torschützenkönig. Jetzt gegen Wolfsburg drehte er das Spiel fast im Alleingang mit drei Toren in der zweiten Halbzeit. Ein astreiner Hattrick. Und er verschaffte seinem Team durch den Sieg ein wenig Luft im Abstiegskampf. Alte Recken wie Meier drücken der Liga ihren Stempel auf.

Verlierer des Tages

Thomas Schaaf, der neue Trainer von Hannover 96. Der vermeintliche Retter der schwer abstiegsbedrohten Niedersachsen wurde euphorisch in der norddeutschen Tiefebene empfangen, nach der Niederlage zu Hause gegen Aufsteiger Darmstadt ist der Verein auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Durch die Siege der Konkurrenz sind es jetzt schon vier Punkte Abstand auf den Relegationsplatz. Das ist ganz bitter. Die Mannschaft ist verunsichert, ihr Abwehrverhalten dilettantisch, der ganze Club liegt in tiefer Depression. Es wird eine der spannendsten Fragen der Saison sein, ob Schaaf seine Spieler aus dem Tal der Tränen herausführen kann. Als er 1999 als Trainer Felix Magath ablöste, schaffte er den Klassenerhalt mit den abstiegsbedrohten Bremern und gewann gleich mal den DFB-Pokal.  

Bild des Tages

Pierre-Michel Lasogga und Johan Djourou jubeln

Pierre-Michel Lasogga und Johan Djourou vom Hamburger SV feiern den Treffer gegen den FC Bayern München

Stolz präsentiert sich Pierre-Michel Lasogga nach dem Tor gegen den FC Bayern München (ein Freistoß von Aaron Hunt, der an Freund und Feind vorbei ins Tor von Manuel Neuer segelte) seinem Kapitän Johan Djorou, aus dessem Grinsen die ganze lausbübische Freude über den Ausgleich gegen den Rekordmeister strahlt. Tatsächlich war die Leistung der Hanseaten ein Beweis für das neue Selbstvertrauen der Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia: die Hamburger halten lange mit und verlieren so unglücklich, dass sie sich am Ende sogar ärgern - was für eine Verbesserung gegenüber den haushohen Niederlagen, die man in den letzten Jahren regelmäßig gegen die Münchener erleiden musste.

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