Wie die Fußball-Frauen den FC Bayern schlugen

23. Juli 2013, 15:45 Uhr

Eigentlich ist die Partie ein Knaller: Am Mittwoch spielt Bayern München gegen FC Barcelona. Das ZDF hat die beiden Weltklasse-Teams in den Vorabend verbannt - Schuld daran sind unsere Fußball-Frauen. Von Carsten Heidböhmer

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Uli Hoeneß, Bayern München, Fußball-Nationalmannschaft, EM,

"Ich dachte, wir reden über Fußball": Der Uli-Hoeneß-Cup wird am Mittwoch im Vorabendprogramm ausgetragen. Zur besten Sendezeit laufen unsere Fußball-Frauen auf.©

Seit Monaten ist der FC Bayern ungeschlagen. Hat national wie international in der zurückliegenden Saison alle Titel gewonnen. Und auch in der Vorbereitung zur neuen Saison hat die Elf von Trainer Pep Guardiola bislang eine weiße Weste behalten. Doch nun muss der amtierende Champions-League-Sieger eine herbe Niederlage einstecken - ausgerechnet gegen eine Frauen-Mannschaft!

Eigentlich sollten die Bayern am Mittwochabend um 20.15 Uhr im Uli-Hoeneß-Cup gegen den FC Barcelona spielen, das ZDF wollte live übertragen. Doch es kam anders: Die Partie der beiden Top-Clubs ist ins Vorabendprogramm vorverlegt worden, Anpfiff ist nun bereits um 18.30 Uhr. Der Grund: Um 20.30 Uhr bestreitet die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bei der Fußball-EM in Schweden das Halbfinale. Der Uli-Hoeneß-Cup muss weichen - und das für eine Sportart, über die der Namenspatron noch 2011 verächtlich sagte: "Ich dachte, wir reden über Fußball"! Wie konnte es dazu kommen?

Am Anfang steht eine historische Niederlage

Geplant war alles ganz anders: Noch in den meisten TV-Zeitschriften wird für Mittwoch ab 20.15 Uhr das Freundschaftsspiel zwischen Bayern und Barca angekündigt. Dass nun die Fußball-Damen die Primetime kapern, daran ist eine historische Niederlage Schuld. Am vergangenen Mittwoch unterlag die deutsche Nationalmannschaft gegen Norwegen. Es war das erste Mal nach 20 Jahren, dass die deutschen Frauen bei einer Europameisterschaft verloren. Dadurch wurde die Elf von Trainerin Silvia Neid nur Gruppenzweite - und Deutschland rutschte in einen anderen Turnierstrang, bei dem das Halbfinale bereits am Mittwoch ausgetragen wird.

Dass Deutschland nicht Gruppenerster geworden ist - damit konnte offenbar im Vorfeld keiner rechnen. Und so kam es zu der Doppelbelegung, an deren Ende die Bayern den Kürzeren zogen, denn das ZDF hat sich verpflichtet, sämtliche Spiele mit deutscher Beteiligung bei der EM auszutragen.

Doch wer sich nun darüber beömmelt, dass Weltstars wie Messi, Müller, Lahm und Ribéry als Vorgruppe für Angerer, Laudehr & Co. spielen, dem sei gesagt: So absurd ist die Reihenfolge nicht. Am Sonntag gab es schon einmal ein direktes Duell. Während die Fußball-Damen im Zweiten ihr Viertelfinale spielten, traten die Bayern bei Sat.1 im Telekom-Cup gegen Gladbach an. Das Resultat war eindeutig: 4,07 zu 1,87 Millionen Zuschauer. Für die Frauen.

 
 
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