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Schachtel Zigaretten für 7,80 Euro: Kommt bald die Tabakmaut?

Ein Gesundheitsinstitut fordert eine Sonderabgabe auf Zigaretten, um das Gesundheitssystem von den Folgekosten des Rauchens zu entlasten. Eine Schachtel Zigaretten könnte dann 7,80 Euro kosten - oder sogar noch viel teurer werden.

  Eine Tabakmaut soll das Gesundheitssystem entlasten. 

Eine Tabakmaut soll das Gesundheitssystem entlasten. 

Raucher sind eine große Belastung für das Gesundheitssystem. Jährlich verursachen die Folgeerkrankungen dieser Sucht Kosten in Höhe von 24,5 Milliarden Euro. Um diese Ausgaben zu refinanzieren, fordert nun das Leiter des Instituts für Gesundheitssysteme-Entwicklung eine sogenannte "Tabakmaut". "Raucher sollten in Zukunft auf jede Packung oder Zigarette einen Zuschlag zahlen, der direkt in den Gesundheitsfonds fließt und so die vom Rauchen verursachten Kosten refinanziert", sagt Institutsleiter Albrecht Kloepfer dem "Handelsblatt". Dadurch würden die Preise für Zigaretten drastisch ansteigen.

Folgekosten des Rauchens: 80 Milliarden Euro

Sollte diese Sonderabgabe eingeführt werden, würde eine Schachtel Markenzigaretten nicht mehr fünf Euro, sondern mindestens 7,80 Euro kosten, berichtet die "Lebensmittelzeitung". Mit den Mehreinnahmen könnten direkte Folgekosten des Rauchens wie Krankenbehandlungen, Reha-Aufenthalte und Pflege finanziert werden. Rechnet man aber auch noch den Arbeitsausfall durch Krankheit und den Produktivitätsausfall beispielsweise durch Raucherpausen mit, müsste eine Schachtel Zigaretten künftig 11,30 Euro kosten. Denn laut einer aktuellen Studie sind es nicht "nur" die 24,5 Milliarden Euro, die Raucher als Kosten verursachen, sondern jährlich rund 80 Milliarden Euro - das entspricht 2,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts von Deutschland. Zu diesem Ergebnis kam das Deutsche Krebsforschungszentrum im Frühjahr vergangenen Jahres. Rund 1,2 Milliarden Euro soll die Behandlung von Erkrankungen bei Nichtrauchern durch das Passiv-Rauchen verschlingen, so eine Kostenvergleichsstudie.

Raucher sterben kaum früher

Der Mythos, dass Raucher deutlich früher sterben und somit das Gesundheitssystem gar nicht so stark belasten würden, ist längst widerlegt. Raucher sterben im Durchschnitt nur drei Jahre früher als Nichtraucher - verursachen aber zu Lebzeiten enorme Kosten. 

Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum spricht sich dafür aus, Raucher stärker zur Kasse zu bitten: Bis zu 11,30 Euro halten sie ebenfalls für einen realistischen Betrag für eine Schachtel Zigaretten. Allerdings setzt das Forschungszentrum auf eine drastische Steuererhöhung auf Tabakprodukte, während Albrecht Kloepfer eine Sonderabgabe vorschlägt.

Denn: Steuererhöhungen würden zum Stopfen allgemeiner Haushaltslöcher genutzt. Eine Sonderabgabe wäre zweckgebunden, ganz ähnlich wie bei einer Maut auf Autobahnen. "Die Nutzer tragen mit ihrer Abgabe die durch die Nutzung, also das Autofahren oder das Rauchen, entstehenden Kosten selbst", sagte Kloepfer.

Allerdings: Bislang konnten sich diese Forderungen, die seit Jahren durch Studien untermauert werden, nicht durchsetzen. Deutschlands Politik setzt auf stufenweise Steuererhöhungen auf Tabakprodukte. 


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