Gottesteilchen ist Fund des Jahres

20. Dezember 2012, 22:47 Uhr

Großer Wirbel um ein kleines Teilchen: Das Magazin "Science" kürt den scheinbaren Fund des Higgs-Teilchens zur Entdeckung des Jahres. Damit sticht das Higgs sogar spektakuläre Konkurrenz aus.

Science, Higgs-Teilchen, Gottesteilchen, 2012, Ranking

Bunter Datenwust: Das Bild zeigt den Zerfall eines fiktiven Higgs-Teilchens. Jahrzehntelang suchten Forscher fieberhaft nach dem mysteriösen Gottesteilchen.©

Die Herausgeber des Magazins "Science" sind sich einig: Die neuen Erkenntnisse über das Higgs-Teilchen sind der wissenschaftliche Durchbruch des Jahres 2012. "Es ist noch nicht klar, wohin diese Entdeckung die Teilchenphysik in Zukunft führen wird. Aber ihre Bedeutung für die Physik ist unstrittig", begründeten die Herausgeber ihre Wahl.

Das Higgs-Teilchen gilt als letzter unbekannter Baustein der Materie und soll erklären, warum sie überhaupt eine Masse hat. Über Jahre fahndeten Forscher fieberhaft nach dem sogenannten Gottesteilchen – ohne Erfolg. Im Sommer dieses Jahres wurde dann die vermeintliche Sensation bekannt gegeben: Forscher des Europäischen Kernforschungszentrums Cern in Genf erklärten, das jahrzehntelang gesuchte Teilchen höchstwahrscheinlich gefunden zu haben.

Rollendes Forschungslabor

Bei der jährlichen "Science"-Wahl lässt das Gottesteilchen damit starke Konkurrenz hinter sich – wie etwa die Landung des Marsrovers "Curiosity". Er ist der bislang teuerste und technisch ausgefeilteste Rover auf dem Mars. Das Roboterfahrzeug der US-Weltraumbehörde Nasa sucht seit August den roten Planeten nach Spuren von Leben ab. "Obwohl sie das Landesystem nicht unter realen Bedingungen testen konnten, haben die Ingenieure den Rover sicher und präzise auf dem Mars gelandet", begründete "Science" die Entscheidung.

Ein Roboter-Arm begeisterte die Herausgeber des Magazins ebenfalls: Er lässt sich mit reiner Gedankenkraft steuern und könnte das Leben von querschnittsgelähmten Menschen künftig erleichtern. Allerdings ist die Technologie noch sehr experimentell und teuer.

Knochensplitter liefert weite Einblicke

Auch das "Denisova-Genom" zählt zu den bedeutendsten Entdeckungen des Jahres: Mithilfe einer neuen Technik gelang es Forschern, das komplette Erbgut eines Denisova-Menschen zu entziffern, der vor rund 80.000 Jahren in Sibirien lebte. Als Material stand den Forschern das Knochenfragment eines kleinen Fingers zur Verfügung. Dennoch wiesen die Forscher nach, dass der Fingerknochen von einem Mädchen mit brauner Haut, braunen Augen und Haaren stammt.

Mit dem Erbgut beschäftigten sich auch zahlreiche andere Forscher. Das Magazin "Science" wählte das Ergebnis des "Encode Projekts" ebenfalls in die Liste: Wissenschaftler konnten beweisen, dass das Genom mehr Steuerelemente und weniger nutzlose Bereiche enthält als vermutet. Rund 80 Prozent des menschlichen Genoms sind demzufolge aktiv.

Zerstörerische Partikel

Japanische Forscher sicherten sich einen Platz auf der Liste, indem sie zeigten, dass embryonale Stammzellen von Mäusen in lebensfähige Eizellen verwandelt werden können. Die Methode sei ein mächtiges Werkzeug, urteilte "Science". Auch aus China kommen neue Erkenntnisse zu sogenannten Neutrinos – elektrisch neutralen Elementarteilchen mit sehr kleiner Masse. Sie bewegen sich fast mit Lichtgeschwindigkeit und verändern sich dabei.

Auf dem Gebiet der Laser hat sich in diesem Jahr ebenfalls viel getan. Mit einem Röntgen-Laser, der sehr viel heller als ein herkömmlicher Laser ist, erkannten Forscher etwa die Struktur eines Enzyms. Ebenso bemerkenswert aus Sicht von "Science": Ein Team von Physikern und Chemikern wies dieses Jahr erstmals die Existenz von "Majorana-Fermionen" nach – Partikeln, die ihre eigene Anti-Materie sind und sich selbst zerstören.

Zum Thema
Wissen
Wissenstests
Wie gut ist Ihr Allgemeinwissen? Wie gut ist Ihr Allgemeinwissen? Kniffliges für Ihr Hirn: Quizzen Sie sich zum Allgemeinwissens-Champion! Mit diesen Fragen und Antworten sammeln Sie zudem genug Stoff für jeden Party-Smalltalk. Zu den Wissenstests
 
Extra
Lebensmittelunverträglichkeiten: Wenn Essen zur Qual wird Lebensmittelunverträglichkeiten Wenn Essen zur Qual wird
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von dorfdepp: Soll sich die westliche Welt Kuba gegenüber öffnen?

 

  von dorfdepp: Gibt es noch Vorbehalte gegen Online-Banking?

 

  von JennyJay: Heißt es "mittels Mobilkrane" oder "mittels Mobilkränen"?

 

  von bh_roth: Vorsätzliche Tötung

 

  von Amos: Warum muß ein Blinder bei "Wetten dass" eine geschwärzte Brille tragen?

 

  von Amos: Seit heute steigen die Preise der DB, wenn ich per Kreditkarte oder Internet bezahle.

 

  von Bananabender: Der Mythos Megapixel

 

  von Amos: Warum müssen verunglückte Reitpferde immer eingeschläfert werden?

 

  von Amos: Haus mit 5 Wohneinheiten. Jetzt steht eine Wohnung längere Zeit leer. Wie verhält es sich dann mit...

 

  von Amos: Smartphones zu Weihnachten: Kaufentscheidung abhängig von der Fotoauflösung? Telefonieren wäre doch...

 

  von StechusKaktus: Wie kann die kalte Progression abgeschafft werden?

 

  von bh_roth: Gastherme versetzen

 

  von Bananabender: Drucker Patronen

 

  von bh_roth: Lichterführung bei speziellen LKW

 

  von Amos: Wenn ich einen Karton Sekt aus Bequemlichkeit im Kofferraum "vergesse": wie hoch ist die...

 

  von Musca: Vogelschwarm filmen

 

  von Amos: Da ich als Arzt nicht mehr tätig bin, habe ich meine Berufshaftplicht gekündigt.

 

  von Amos: Eine Fondsgesellschaft schickt mir am 2..12.2014 die Steuerbescheinigung für 2013. Obwohl ich meine...

 

  von Gast: Ist der Nahme "Haircouture" geschützt

 

  von Gast: ich habe eine rente in höhe von 760 ?,wie viel kann ich dazu beantragen?