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Aston Martin V8 Vantage: Kleiner Bruder

Der Mann traut sich etwas. Ulrich Bez, Chef von Aston Martin, will mit dem neuen Einstiegsmodell V8 Vantage Porsche erschrecken. Diese Woche feiert der Renner auf der Detroit Motorshow Premiere.

Der Mann traut sich etwas. Ulrich Bez, Chef von Aston Martin, will mit dem neuen Einstiegsmodell V8 Vantage Porsche erschrecken. Diese Woche feiert der Renner auf der Detroit Motorshow Premiere

Die Anstecknadeln verteilt der Schlacks derzeit besonders gern. Daumennagelgroß, zeigen sie zwischen zwei silbrigen Schwingen den Firmennamen: Aston Martin. Darunter, und darauf kommt es in diesen Wochen an, die Ziffernfolge 007. Wobei die 7 geformt ist wie eine Pistole.

Kann der Aston Martin V8 Vantage Porsche das Wasser reichen?

James Bonds Hausmarke
Ulrich Bez, der Chef von Aston Martin, trägt gelegentlich selbst solch einen Sticker. Ein wenig drückt dies den Stolz des schlanken 59-Jährigen aus, dass der englische Geheimagent mit der Lizenz für die Ewigkeit wieder ein britisches Automobil fährt. Den Bullen, den 466 PS starken V12 Vanquish, was passenderweise so viel wie Überlegenheit heißt. Die weltweite Markenwerbung vor Millionen Zuschauern ist mit Geld nicht zu bezahlen. Das Beste ist, dass "Äscht'n", wie es dem gebürtigen Stuttgarter schon mal Schwäbisch über die Lippen rutscht, dafür nicht ein Pfund hat bezahlen müssen. Sagt er jedenfalls.

Der kleine "Äsch'n"


Jetzt kam die klitzekleine Sportwagen-Manufaktur schon wieder groß raus. Erneut vor der Weltöffentlichkeit. Diesmal auf der Detroit Motorshow, wo sich, immer zu Jahresanfang, die Autokonzerne mit so genannten Showcars zu überbieten suchen. Dieses Mal sind wieder echte Premieren dabei. So wird der neue Rolls-Royce gezeigt oder der "kleine" Aston Martin.

Der ist das Werk von Bez. Als er im Juli 2000 die Führung des Tochterunternehmens von Ford übernahm, gab es nur zwei mögliche Wege: Entweder die Schotten dicht machen, weil die Käuferzahl so weit runter war, dass jeder Einzelne mit Handschlag begrüßt werden konnte, oder aber aufs Gas gehen.

Chance als Porsche-Gegner


Die Fleisch gewordenen Rotstifte des Ford-Konzerns haben zwar mächtig gejammert, als Bez in Amerika antrabte und den Granden des Vorstandes vom Einstieg in die Porsche-Klasse erzählte und das Projekt mit Design-Entwürfen untermauerte. Trotz schlimmster Erwartungen bekam Bez grünes Licht. Der damalige Konzernboss Jacques Nasser wie auch Gründerenkel William Clay Ford, der heute auf dem Firmenthron regiert, begriffen, dass der geplante Porsche-Gegner eine Chance darstellt.

Promovierter Luftfahrtingenieur
Für Bez ist der fertige Flitzer nicht ohne persönlichen Reiz, war er doch selbst zweimal bei Porsche, zuletzt als Vorstand für Entwicklung. Der vorletzte Typ 911, noch ohne die Spiegeleischeinwerfer, trägt seine Handschrift. Klar, dass der promovierte Luftfahrtingenieur davon einen in seiner Privatgarage stehen hat. Mit null Kilometern auf dem Zähler.

Er hat aber noch eine exquisite automobile Visitenkarte vorzuweisen: den BMW Z1, den er in seiner Zeit als Chef der BMW Motorsport GmbH entwickelt hat. Das ist jener Roadster, der 1987 mit Jalousientüren Aufsehen erregte, die auf Knopfdruck nach unten in den Fahrzeugboden wegtauchen. Auch klar, dass Bez davon ein Exemplar besitzt. Ebenfalls Kilometerstand null.

Aldi-Angebot


Jetzt will Bez mit dem kleinen Aston Martin AMV8 Vantage wieder Furore machen. Die Zutaten sind: eine rassig-dezente Optik, ein ebensolcher Achtzylindermotor mit 4,3 Liter Hubraum und 360 PS sowie der Preis. Die Rede ist von etwa 110.000 Euro. Vergleichsweise ist das fast ein Aldi-Angebot, bedenkt man, dass der DB7, der nächstgrößere Bruder, bereits 128.000 Euro kostet. Gar nicht zu reden vom Topmodell Vanquish, für den ohne einen Sonderwunsch 228.000 Euro zu überweisen sind.

Aston Martin V8 Vantage

Motor

Achtzylinder-Motor

Hubraum

4,3 Liter

Leistung

360 PS

Preis

ca. 110.000 Euro

Titanaufgabe Das Vorhaben von Bez, den gesamten Absatz von derzeit 1500 Stück pro Jahr ab 2005 auf 5000 Exemplare zu pushen, wirkt zunächst wie eine nicht zu schaffende Titanaufgabe. Die größte Hilfe dabei kommt vom Prestige der Marke. Das ist nicht zu überbieten in der Sportwagenwelt. Auch nicht von Ferrari.

So macht im Club ein hingehauchtes "Aston Martin" als Antwort auf die Frage "Welches Auto fährst du?" ungeheuren Eindruck. Die Nennung dieses Namens, natürlich lässig und nebenbei, lässt jeden Ferrari-Besitzer trübsinnig und das Benzin im Tank des Edel-Italieners zu Gelee werden. Woran das liegt, ist vielleicht so zu erklären: Aston Martins sind extrem selten und hochwertig. Vergangenes Jahr wurden in Deutschland nur 92 neu zugelassen, neun mehr als 2001.

100 Händler weltweit


Vom allgemeinen Gejammer der Branche über rückläufige Verkäufe ist in der Aston-Martin-Zentrale in Bloxham (bei Birmingham) nichts zu hören. Auch nichts davon, dass man leider aus Kostengründen das Händlernetz ausdünnen müsse. Im Gegenteil. Bez hat weltweit von 65 auf 100 Dealer aufgestockt. Jetzt peilt er 120 an. Und auch die Kasse stimmt offenbar erstmals in der Firmengeschichte. Bez: "Wir schreiben für 2002 operativ schwarz", sagt er etwas verschlüsselt. "Operativ" heißt, dass Bau und Verkauf von Aston- Martin-Autos die Kosten decken, die Dauerverluste der Vergangenheit allerdings nicht ausgleichen.

Stil und Understatement


Das neue Kultblech soll die Tradition der Marke pflegen, aber auch trübe Zeiten vergessen machen. Very British, mit Stil und Understatement. Denn auf keinen Fall ist ein Aston Martin ein Angeberschlitten für den Disco-Parkplatz oder einen Schickimicki-Biergarten. Fehlt nur noch, dass die Astons demnächst serienmäßig eine technische Finesse bekommen, die James Bond zu schätzen weiß: Auf Knopfdruck wird sein Dienstwagen unsichtbar.

Fotos: Volker Hinz (2)

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