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Anpassung an Krisenzeiten Audi-Chef befürchtet schwierige Zeiten – und ist sogar offen für autofreie Tage und Tempolimit

Markus Duesmann, Vorstandsvorsitzender der Audi AG spricht auf einer Veranstaltung
Markus Duesmann, Vorstandsvorsitzender der Audi AG
© Sven Simon / Imago Images
Audi-Chef Markus Duesmann blickt mit Sorge in die Zukunft. Er befürchtet schwierige Zeiten – auch für sein Unternehmen – und hat sich deshalb für Veränderungen ausgesprochen. Der Chef des Ingolstädter Autobauers ist sogar offen für autofreie Tage und ein Tempolimit.

Audi-Vorstandschef Markus Duesmann ist nicht jemand, der die Welt grundsätzlich negativ sieht oder dazu neigt, schnell aufzugeben. Doch gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch) sagte der 53-Jährige: "[..] Die aktuelle Situation beschäftigt mich schon."

Zwar kann sich Audi derzeit kaum beklagen, denn nach der Corona-Pandemie, dem weltweiten Chipmangel und den Lieferengpässen sind die Auftragsbücher des Autobauers gut gefüllt. "Im Moment kommen wir ja nicht mit der Produktion hinterher, aber wie sieht es in einem Jahr aus?", fragt Duesmann im Gespräch mit der Tageszeitung. Denn bei Audi merke man allmählich einen Rückgang der Bestellungen in Europa.

Ein langer Krieg, wie er seit Ende Februar in der Ukraine herrscht, beunruhige die Menschen. Auch wegen der Inflation und der Energiekrise halten sich viele Menschen beim Autokauf zurück. Dem Vorstandschef zufolge könne man daher eine Senkung der Unternehmensprognosen nicht ausschließen. 

Duesmann ist insbesondere besorgt über die Unerreichbarkeit von Wladimir Putin, welcher den russischen Angriffskrieg in der Ukraine trotz großen internationalen Drucks erbittert fortsetzt. "Das widerspricht allen Regeln des geschäftlichen Pokerns, das ist kein taktisches Spiel", sagt der Audi-Chef, der in der Vergangenheit auch leitende Positionen bei Daimler und dem ehemaligen Formel-1-Team von BMW-Sauber innehatte und sich mit Drohungen, Finten und Machtspielen auskenne.

Audi-Chef fordert Umdenken

Der 53-Jährige zieht Konsequenzen aus der außergewöhnlichen Situation, in der sich die Welt befindet: "Wir müssen umdenken, uns klar werden, dass sich unser Leben ändert." Ausgerechnet der Chef eines Autobauers, der  naturgemäß auf den Autoverkauf angewiesen ist, sagt schließlich: "Um uns in Deutschland besser einzustimmen, auf die Lage und die Notwendigkeit des Sparens, könnte es wieder autofreie Tage geben, so wie in den 1970er-Jahren." Auch ein Tempolimit auf Autobahnen könnte ein hilfreiches Symbol sein.

Doch wie steht es dann um die Zukunft der Elektroautos, die als wichtiges Mittel zur CO2-Reduktion gesehen werden? "Andere Marken im Konzern können gegebenenfalls einige Jahre länger als geplant Verbrennerautos produzieren, wenn die Energielage in den kommenden Jahren so bleibt", sagt Duesmann über Volkswagen. Doch Audi wolle seine Strategie zum vollständigen Umstieg auf E-Autos bis zum Jahr 2033 trotz der hohen Energiepreise "nicht anpassen".

Quellen: "Süddeutsche Zeitung"

nk

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