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Auto-Welt: Auf Du und Du mit der Legende

Ein Ferrari heißt 465M, 360 oder F40. Namen waren bisher nur als Zusätze akzeptabel. Damit ist es nun vorbei.

Sie heißen Moppelchen, Herr P., Trinchen oder Töfftöff - in Sachen Namensfindung für ihre fahrbaren Untersätze sind Autofahrer nicht zimperlich. Was für Golf, C-Klasse oder Corolla beinahe alltäglich ist, einem Ferraristi dreht sich der Magen um bei dem Gedanken, seinem roten Renner einen schnöden Vornamen zu verpassen. Ein Ferrari heißt 465M, 360 oder F40. Namen waren bisher nur als Zusätze akzeptabel.

Extravagantes Spielzeug

Damit ist es nun vorbei. Als Nachfolger des legendären F50 präsentiert der Autobauer aus Modena einen Supersportler, der bei Ferrari-Fans für nervöse Zuckungen sorgt und mit der eingespielten Nomenklatur bricht. Wer in den Besitz eines Ferrari Enzo Ferrari kommt, darf sein extravagantes Spielzeug duzen. Schlicht »Enzo« wird der Supersportler heißen, da Ferrari Enzo Ferrari auf Dauer einfach blöd klingt. Allerdings werden nicht viele Sterbliche in die Verlegenheit kommen, dieses Respekt einflößende Automobil beim Vornamen nennen zu müssen. Im Weg steht neben dem exorbitanten Preis auch die geringe Stückzahl. Gerade einmal 349 Enzos werden das Ferrari-Werksgelände verlassen.

Technik aus der Formel 1

12 Zylinder, 650 PS und eine Spitzengeschwindigkeit von über 350 Stundenkilometern - Design-Großmeister Pininfarina hat verhüllt, was eigentlich nicht zu verhüllen ist. Unter der hauchdünnen Haut aus Karbonfasern steckt praktisch ein Formel-1-Auto. Zugeständnisse? Nur wenige. Einige technische Helferlein, zwei Sitze und ein homöopathisch kleiner Kofferraum müssen reichen, um Alltagstauglichkeit vorzugaukeln.

Gesamtkunstwerk

Der selige Enzo Ferrari hätte seine Freude an dem Automobil gehabt, das nun 14 Jahre nach seinem Tod den handgeschriebenen Ferrari-Schriftzug tragen darf. Verkörpert es doch alle Tugenden, die der »Commendatore« an seinen Autos so schätzte - Dynamik, Kraft und Eleganz gepaart mit unbeschreiblich weiblichen Formen. Der gute »Enzo«, der während der Entwicklungszeit auf das schnöde Kürzel »FX« hören musste, ist obendrein noch vollgepackt mit modernster Technik. Garniert wird das Gesamtkunstwerk von einem Design, das mehr ist als nur Verpackung für ein reinrassigen Sportwagen. Ganz gezielt wurden dem roten Renner Stilelemente verpasst, die auch in der Formel 1 Dienst tun.

Variable Aerodynamik

Da wären die hohe Nase und die riesigen seitlichen Kühler, die dem sechs Liter starken V12-Motor die nötige Atemluft zufächeln sollen. Auch das eigentlich sperrige Formel-1-Näschen ist mehr als ein Show-Effekt. Der Riechkolben sammelt Luft für den flachen Unterboden, mit dessen Hilfe sich Enzo an der Straße festsaugt. In Verbindung mit der variablen Aeordynamik (einstellbare Bodenfreiheit an der Vorderachse, variable Lufteinlässe an den Kühlerkästen und ein ausfahrbarer Heckspoiler) kommen so bei Tempo 300 gut 750 Kilogramm zusammen, die Enzo auf die Straße pressen.

Cockpit im Domina-Look

Damit die handverlesenen Enzo-Kunden ihre 650.000 Euro teuren Spielzeuge einigermaßen unfallfrei besteigen können, erinnerte man sich bei Ferrari an die guten alten Flügeltüren. Nach einem kurzen Knopfdruck schwingt das halbe Dach nach vorne und gibt den Blick auf das rot-schwarze Cockpit im Domina-Look frei. Die roten Schalensitze gibt es je nach Körperumfang in den Größen S, M, L und XL, die Sitzposition wird im Werk je nach Wunsch fest eingestellt. Die Dynamik in geregelte Bahnen lenkt ein sehr kompaktes Multifunktionslenkrad, in dem neben den Knöpfen für Rückwärtsgang und Blinker auch noch der Drehzahlmesser untergebracht ist. Geschaltet wird über Schaltwippen im Lenkrad, einen schnöden Schaltknüppel sucht man im Enzo vergebens.

Ferrari Enzo

Motor

V12-Mittelmotor

Hubraum

6 Liter

Leistung

660 PS / 485 kW

Länge/Breite/Höhe

4.702/2.035/1.147 Millimeter

Leergewicht

1.365 Kilogramm

0-100 km/h

3,65 Sekunden

Topspeed

über 350 km/h

Preis

ab 645.000 Euro (ausverkauft)

Spurten bis die Reifen streiken

Furioses Finale ist natürlich das Triebwerk, das hinter den Sportsitzen seiner Arbeit nachgeht. Weithin gut sichtbar, nur durch eine Glasscheibe vor neugierigen Blicken geschützt. 657 Newtonmeter wuchtet der V12 auf die Hinterräder und braucht dafür gerade einmal 5.500 Umdrehungen pro Minute. Was so viel Kraft mit 1.365 Kilo Gewicht anstellt, lässt sich auf dem Tacho ablesen. 350 Klamotten sollen für Enzo kein Problem sein. Von 0 auf 100 braucht das gute Stück laut Ferrari nur 3,7 Sekunden. Wer Reifen findet, die mehr verkraften, kann sich aber auch mit höheren Geschwindigkeiten anfreunden. Enzo-Besitzer werden den Ferrari-Ingenieuren deshalb dankbar für die Keramik-Bremsen sein, die dem Beschleunigungs-Spuk abrupt ein Ende setzen können.

Jochen Knecht

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.