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Fokus auf Autopilot Kein Radar, keine Ultraschallsensoren mehr: Tesla gibt wichtige Fahrfunktionen auf

Die Front eines Tesla-Autos
Die Front eines Tesla-Autos
© NurPhoto | Artur Widak / Picture Alliance
Im vergangenen Jahr begann Tesla, die Radar-Funktion aus seinen Autos zu entfernen. Nun gibt der US-Autobauer auch die Ultraschallsensoren auf – und verzichtet damit wichtige Fahrfunktionen. Kameras sollen den Dienst künftig alleine erweisen.

Die Ultraschallsensoren helfen den Autos bei der Erfassung ihrer Umgebung. Sie können etwa beim Parken hilfreich sein. Dennoch verzichtet Tesla fortan auf die zwölf Sensoren, die an Fahrzeugfront und -heck verbaut sind.

Ab Anfang Oktober werden alle gebauten Model 3- und Model Y-Fahrzeuge für Nordamerika, Europa, den Nahen Osten und Taiwan nicht mehr mit den Ultraschallsensoren ausgestattet, sodass die Autos in den nächsten Monaten ohne die Sensoren ausgeliefert werden. Im Anschluss wird im Jahr 2023 auch das Model S und Model X ohne die Sensoren an Tesla-Kundinnen und -Kunden ausgegeben. Das teilte der US-Autobauer nun mit.

Tesla: Autos sollen ausschließlich Kameras nutzen

Nachdem Tesla bereits 2021 als Reaktion auf den weltweiten Chipmangel die Umstellung auf "Tesla Vision" gestartet hatte, welches ohne Radar auskommt und stattdessen ein kamerabasiertes Autopilot-System nutzt, wird der Autobauer ausschließlich Kameras für seine Sicherheits- und Fahrerassistenzfunktionen verwenden. Unternehmensangaben zufolge seien die Sicherheitsbewertungen sowie die automatische Notbremsung bei Fußgängern des Model 3 und Model Y seit dem Verzicht auf Radar mindestens gleich geblieben oder hätten sich gar verbessert. Und auch das jetzt angekündigte Ende der Sensoren soll keine Auswirkungen auf die Sicherheitsbewertungen bei Unfällen haben.

Künftig will Tesla als Ersatz für die Ultraschallsensoren auf ein visionsbasiertes Netzwerk zurückgreifen, das in der Beta-Version des sogenannten Full Self-Driving-Systems Anwendung findet. Die Software soll dem Autopiloten eine hochauflösende räumliche Positionierung, eine größere Sichtweite und die Fähigkeit, Objekte zu identifizieren und zu unterscheiden, ermöglichen. Weiter verspricht der Autobauer, dass sich die Funktion deutlich verbessern wird.

Experten zweifeln an Erfolg

"Es bleibt abzuwarten, ob es sich um zwei Schritte vorwärts und einen Schritt zurück handelt oder umgekehrt", sagte Raj Rajkumar, Professor für Elektrotechnik und Computertechnik an der Carnegie Mellon University gegenüber Reuters. "Die Frage ist, wie gut die Kameras die Umgebung des Fahrzeugs erkennen können, was manchmal begrenzt sein kann", so Professor Philip Koopman von derselben Universität gegenüber Reuters. Tesla-CEO Elon Musk sagt hingegen, dass vollautonome Fahrzeuge lediglich mit Kameras erreicht werden kann.

Bis die Änderung abgeschlossen ist, werden Fahrzeuge mit dem kamerabasierten System "Tesla Vision", die nicht mit Ultraschallsensoren ausgestattet sind, zeitweilig mit eingeschränkten oder ausbleibenden Funktionen ausgeliefert. Konkret soll das den Parkassistenten, die automatische Einparkfunktion, "Summon" und "Smart Summon" – beides Fahrzeugsteuerungen per App – betreffen. "In naher Zukunft" sollen die Funktionen dann über Softwareupdates mittels Funk wieder hergestellt werden. Fahrzeuge mit Ultraschallsensoren, die nun schon auf der Straße unterwegs sind, sollen die Funktion hingegen behalten.

Quellen: Tesla, Reuters

nk

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