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AMG Vision Gran Turismo: Mercedes baut Batmobil

Erdacht wurde der Mercedes-Benz AMG Vision Gran Turismo für ein Videospiel. Doch zeigt er sich bei ersten Tests auf der Nordschleife des Nürburgrings sportlicher als erwartet.

Mit dem Mercedes-Benz AMG Vision Gran Turismo steht ein wahres Traumauto am Start: Was sich da hinter einem gewaltigen Stern verbirgt, macht heiß auf eine Ausfahrt. Der sonorig klingende 5,5 Liter großer V8-Doppel-Turbomotor mit 430 kW / 585 PS, ein brachiales Drehmoment von 800 Newtonmeter und ein Kampfgewicht von 1385 Kilogramm. Der auf harten Sportreifen ausgelieferte Supersportler im Designerkleid bringt es auf ein Leistungsgewicht von 2,37 Kilogramm pro PS.

Ungetunt heißt nicht, dass der Besitzer des über 340 Kilometer pro Stunde schnellen Boliden ohne Special-Effects auskommen muss. Denn jedes Runterschalten unter Last wird von den acht unabhängigen Auspuffrohren von einem ordentlichen Feuerstoß begleitet. Überhaupt wirkt der nur 80 Millimeter über dem Boden schwebende Mercedes wie ein silbernes Batmobil der Neuzeit. Auf seinen serienmäßigen harten Sportreifen schafft er den Sprint bis Tempo 100 in 3,6, bis 200 in 9,5 und bis 300 in 22 Sekunden. Wird versucht die Tachonadel bis zur 300er-Markierung und schnellstmöglich wieder zurück bis zum Stillstand zu bewegen, vergehen rund 28 Sekunden. Zum Vergleich: Der Bugatti Veyron 16.4 Super Sport mit 1200 PS braucht nur drei Sekunden weniger - auf Rennreifen.

Einsatzort Nordschleife

Die große Frage bleibt, wie sich so ein Traum auf vier Rädern fährt. Testgebiet ist die legendäre Nordschleife am Nürburgring. Die Gewichtsverteilung von 47:53 im Zusammenspiel mit dem Heckantrieb ist schon in den ersten Kurven zu spüren. Dass nicht schon direkt zu Anfang im Abschnitt Hatzenbach die Leitplanken geknutscht werden, dafür sorgt die renntauglich präzise Lenkung und das perfekt für die grüne Hölle abgestimmte Fahrwerk. Vorm Flugplatz leuchtet kurz das kleine, mittig unter der breiten Heckleuchte positionierte rote Quadrat auf, die Bremsleuchte. Danach wird der Drehzahlmesser unter dem AMG-typischen Sound in den Begrenzer bei knapp 7000 Umdrehungen pro Minute gejagt, gefolgt von einigen Gangwechseln.

Mutiger vor dem Bildschirm

In der furchteinflößenden Fuchsröhre wird ohne Rücksicht auf Verluste bei Tempo 260 das Rennlenkrad mit Schaltpaddels nach links gerissen. Kurz über die rutschigen Curves und weiter geht die Hatz. Im weltbekannten Caracciola-Karussel, das mit rund 100 Kilometern pro Stunde durchpflügt werden kann, wird der Fahrer ordentlich durchgeschüttelt. Zart besaitete Hobbypiloten oder Frontschürzenschützer können natürlich auch außen herum fahren. Richtig rund geht es im Pflanzgarten, wo sich zeigt, dass der Traktionskontrolle tatsächlich zwei Reifen auf trockenem Asphalt genügen, um den Flügeltürer auf Kurs zu halten.

Drängler wird von Polizei überrascht.

Wer die Einfahrt in die rund zwei Kilometer lange Gerade mit dem Namen Döttinger Höhe gut gemeistert hat, treibt die Tachonadel bis zur Höchstgeschwindigkeit. Am Ende der langen Geraden wartet auf viele Rennfahrer die große Glaubensfrage: Auf dem Gas stehen bleiben oder nicht?

Für die meisten Fahrer des Mercedes-Benz AMG Vision Gran Turismo ist das keine Frage. Sie bewegen den Renner nur auf der Playstation durch die grüne Hölle - landet er in der Leitplanke, muss nur neu gestartet werden.

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