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BMW 530d GT: Die Trutzburg fürs Private

Der BMW GT fällt auf, und ist eine Krawall-Rakete. Er passt in keine Schublade und wirkt extrem massiv. Aber wer ihn fährt, fühlt sich zu Haus.

Von Gernot Kramper

Lang, elegant, flüssig – so versuchen gestreckte Limousine heutzutage sich als Luxuscoupé zu verkaufen. Mit dem Raubkatzen-Look hat der 5er GT nichts am Hut – er wirkt so bullig wie ein Grizzly. Kaum ein Fahrzeug hält einem die schmuddelige Außenwelt so vom Leib wie diese Festung.

Was fällt sofort auf?

Ehrlich? Das Heck. Das ist wirklich ein gewaltig ausladender Auto-Po. Aber doch nicht so auf Krawall gebürstet wie der X6. Doch wer weiß. Mit noch größeren Reifen und noch weiterer Spur sähe der 5er GT wirklich ganz böse aus. Aber so ist er eine Schönheit auf den zweiten Blick: Man gewinnt ihn lieb, wenn man den ersten Schock verdaut hat. Aber dann kann man sich richtig verlieben.

Was überrascht?

Die große Ladeklappe, die das Coupéheck komplett aufschneidet. Natürlich wird der GT dadurch nicht zum Kombi, aber das Ein- und Ausladen von Koffern und Golftaschen geht souveräner von der Hand, als wenn man es über die schmale Klappe des Kofferraums probieren würde. Und trotzdem behält der GT seine Linie und wird nicht zum Ladelaster. Das ist besser als gedacht und weit mehr als Gag.

Was kann der 5er GT?

Er kann alles, was die 5er Limousine kann und manches noch ein bisschen mehr. Der GT ist ein Privatier und kein Geschäftsmann. Das liegt an der luxuriösen Gestaltung des Innenraums und auch daran, dass den Passagieren der zweiten Reihe soviel Aufmerksamkeit gewidmet wurde. 3,07 Meter Radstand sorgen für einen fürstlichen Innenraum. Und außen signalisiert das Blechkleid unmissverständlich: Hier ist kein gehetzter Außendienstler unterwegs. Und offenbar wird es geschätzt: Kaum saß man selber drin, fiel der 5er GT auch im Stadtbild auf. Typische Fahrer: Ehemalige Manager, die im Berater-Ruhestand keine Dienstlimo mehr fahren müssen.

Wie fährt der 5er GT?

Der GT fährt wie ein normaler 5er mit der gleichen Ausstattung, das heißt die Sparmotoren für den Außendienst gibt es nicht. Auch wird es kein Angebot kleiner Diesel für sparsame Käufer von Leasingrückläufern geben. Gefühlsmäßig zögert man, dem GT richtig die Sporen zu geben. Er wirkt nicht wie ein Sportcoupé und so behandelt man ihn auch.

Was kann der 5er GT nicht?

Natürlich wird der GT nie klein, leise und bescheiden auftreten, aber das soll er auch nicht. Schon der 530d GT reicht für souveräne Fahrerlebnisse. Aber er ist kein Reisewagen für vier Personen, denn wirklich viel Gepäck kann man zu viert nicht mitnehmen. Zu zweit mit umgelegten Rücksitzen stehen satte 1700 Liter zur Verfügung – das sind Maße wie in einem MiniVan. Zu viert bleiben schnöde 440 Liter, nicht mehr als in der Kompaktklassen. Mit den souveränen Skiurlaub zu viert wird es also nichts. Macht das was? Vermutlich nicht, denn in den meisten Fällen dürften sich die kleinen Enkel auf den Rücksitzen herumlümmeln. Dann passt es auch mit dem Gepäck.

Fazit:

Große Überraschung – für BMW-Fans, die aus dem Racing-Alter raus sind, eine echte Alternative. Der GT ist individuell, vom Konzept souverän und nicht so pubertär wie die großen SUVs.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.