HOME

BMW Vierer Gran Coupé: Der Dreier mit Pfiff

Mit dem Vierer Gran Coupé präsentiert BMW mehr als nur eine schicke Alternative zur 3er-Limousine. Schwächen leistet sich der Neue kaum.

Vorsprung durch Vielfalt: Bei BMW gibt es die Coupés jetzt mit zwei oder vier Türen

Vorsprung durch Vielfalt: Bei BMW gibt es die Coupés jetzt mit zwei oder vier Türen

Ob der Kunde die Reiz- beziehungsweise Modellüberflutung auf dem Automarkt wirklich braucht, ist das Eine. Das Andere, dass die neuen Segmente, Modelle und Typen nicht schlechter oder besser sind als ihre nahezu eineiigen Zwillinge. Die Qual der Wahl wird also schlimmer. Potenziellen BMW-Kunden geht es da wie allen anderen. Und mit dem 4,64 Meter langen 428 i Gran Coupé ist die Suche nach dem perfekten Alltagsauto um ein Modell bereichert worden. Für Außenstehende ist dabei kaum zu verstehen, dass BMW sich freiwillig einen Konkurrenten für die 3er Limousine ins eigene Nest setzt. Das gleich dimensionierte und genau gleich teure 4er Coupé scheidet als direkter Konkurrent des neuesten Sprösslings aus. Das Coupé hat zwei, das Gran Coupé vier Türen.

BMW 428i Gran Coupe: Der bessere Dreier?
Inklusive 8-Gang Steptronic Getriebe werden mindestens 43.250 Euro fällig.

Inklusive 8-Gang Steptronic Getriebe werden mindestens 43.250 Euro fällig.

Der etablierte BMW Dreier ist lediglich zwei Zentimeter kürzer, einen Zentimeter breiter und vier Zentimeter höher als das neue Vierer Gran Coupé. Der größte Unterschied liegt beim Vergleich mit der schnöden Limousine im Preis. Während das 4er Gran Coupé als 420i bei 35.750 Euro startet, fällt der Einstieg in die Welt des Dreiers mit dem deutlich schwächer motorisierten Einstiegsmodell des 316i für 29.050 Euro wesentlich günstiger aus.

Wird dieselbe Motorisierung gewählt, wird die Differenz schon kleiner. Der BMW 428i Gran Coupé kostet inklusive des gewohnt sorgenfrei schaltenden Achtgang-Automatik-Getriebes in der Grundausstattung 43.250 Euro - eine 2500 Euro teurere Allradversion steht ebenfalls zur Auswahl. Der direkte 3er-Konkurrent ist 3100 Euro günstiger. Immerhin - aber auch nicht die Welt.

Das, wie von BMW noch gewohnt, über die Hinterräder angetriebene Gran Coupe holt 180 kW / 245 PS und 350 Newtonmeter aus seinem Vierzylinderaggregat. Dass an Hand der letzten beiden Ziffern der Modellbezeichnung nicht mehr automatisch auf das Volumen des Hubraums geschlossen werden kann, ist nicht neu. Denn unter der modern gezeichneten Motorhaube arbeitet ein zwei Liter großer Benzinmotor, der im Normalbetrieb nahezu ungehört bleibt. Erst beim bewusst starken Gaspedaleinsatz verleiht er seiner Stärke auch ein wenig Klang. Für sportlich ambitionierte BMW-Fahrer fällt diese erst ab rund 4.500 Umdrehungen ertönende Soundkulisse vielleicht ein wenig zu zurückhaltend aus. An seinen Fahrleistungen und dem daraus resultierenden Fahrspaß ändert dies nichts. Schon gar nicht, wenn mithilfe der Schaltwippen am Lenkrad der Drehzahlmesser zwischen zwei und drei Uhr gehalten wird. Der Spritverbrauch von 6,3 Litern bezieht sich dann zwar nur noch auf eine Strecke von 50 Kilometern, doch bekommen der Fahrer und seine bis zu fünf Insassen die Mehrkosten durch ein Dauergrinsen zurückbezahlt. Wer einen standesgemäßen Sechszylinder bewegen möchte, muss zu höheren Leistungsklassen greifen.

Der 1,6 Tonnen schwere Viertürer lässt sich dank der ausgewogenen Achslastverteilung von 50:50 und spezieller Karosserieverstärkungen leicht und präzise bedienen - auch, oder vor allem, wenn es mal etwas schneller ums Eck gehen soll. Die serienmäßig verbaute elektromechanische Servolenkung samt Servotronic Funktion gibt trotz des sehr massiv in der Hand liegenden Lenkrads gute Rückmeldungen und ein ausgezeichnetes Lenkgefühl. Einer der wenigen Unterschiede zum Vierer Coupé ist besonders auf holprigem Untergrund zu erfahren, da die Federung und die Dämpfung speziell auf das Gran Coupé abgestimmt, sprich komfortabler gestaltet wurde.

Wie aus anderen BMW-Modellen bekannt, können auch im 428er über einen Wippschalter die Fahrmodi Eco Pro, Comfort, Sport und Sport Plus angewählt werden. Bereits im Sportmodus können die Insassen des 4+1-Sitzers spüren, wie er sich auf seine nun folgende sportlichere Aufgabe vorbereitet. Die Drehzahl macht einen kleinen Satz nach oben. Der Motorenklang wird deutlicher und das ganze Fahrzeug scheint sich wie eine Feder zu spannen. Im Sport Plus-Modus wird dieses Gefühl nochmals verstärkt.

Das Gran Coupé bietet einen eleganteren Auftritt als die Limousine.

Das Gran Coupé bietet einen eleganteren Auftritt als die Limousine.

Durch seine große Heckklappe lassen sich nicht nur 480 Liter Gepäck im ohnehin schon großen Kofferraum platzieren. Durch das Umlegen der im Verhältnis 40:20:40 umklappbaren Rückbank können bis zu 1.300 Liter und 560 Kilogramm sperrigen Gepäcks hineingewuchtet werden. Die Heckklappe öffnet elektrisch. Won Kyu Kang, Exterieurdesigner, verantwortlich für die BMW 4er Reihe, bringt es auf den Punkt: "In der Anmutung wie ein großes BMW Coupé, vereint das 4er Gran Coupé seine dynamisch gestreckte Silhouette mit erhöhter Funktionalität und einem größeren Raumangebot im Fond." Dass der 428i gleichzeitig für den Tempo 100-Sprint nur sechs Sekunden braucht und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde erreicht, erscheint da fast schon nebensächlich.

Press-Inform
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.