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Die Zukunft der Supersportler von Lamborghini: Stromstoß

Lamborghini stellt in diesen Tagen seinen neuen Huracan Evo vor. Es dürfte der letzte Supersportwagen sein, den die Edelschmiede aus Sant‘ Agata ohne eine Elektrifizierung präsentiert.

Lamborghini Huracan Evo

Lamborghini Huracan Evo

Maurizio Reggiani macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. "Wenn es mir nach ginge, würden wir an einem hoch drehenden Saugmotor ohne Aufladung festhalten", erzählt der langjährige Lamborghini-Cheftechniker, "aber den gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen wir uns stellen. Und das werden wir tun." Die absoluten Stückzahlen des norditalienischen Sportwagenherstellers sind überschaubar und so mussten sich die Techniker mit WLTP-Zyklus nicht derart streng beschäftigen wie die Volumenmarken im und außerhalb des Volkswagen Konzerns. Doch Reggiani weiß, dass auch er bald um den ungeliebten Benzinpartikelfilter nicht herumkommt. Der OPF wie er abgekürzt heißt, kostet Leistung, Elastizität und natürlich auch Motorklang - gerade bei Sportwagen ein schwieriges Unterfangen.

Stromstoß
Lamborghini Huracan Evo

Lamborghini Huracan Evo

Mittelfristig wird es damit jedoch nicht getan sein. "Ich kann soviel sagen, dass der Nachfolger des Aventador einen V12-Saugmotor behalten wird und eine Elektrifizierung bekommt", lächelt der grauhaarige Italiener gewohnt spitzbübisch. Wie die Elektrifizierung selbst genau aussehen soll, damit hält er sich zurück. Denkbar erscheint jedoch, dass der dann wohl deutlich über 800 PS starke V12-Saugmotor an der Vorderachse mit einem oder zwei Elektromotoren kombiniert wird. Um die Kardanwelle, die die üppige Motorleistung wie bisher partiell an die Vorderachse transferiert, käme man so herum, wie es unter anderem auch der BMW i8 macht. Das würde einiges Gewicht sparen, damit das kommende Topmodell aus Hause Lamborghini nicht noch schwerer wird als ohnehin. Akkupaket und Elektromotor dürften allein über 200 Kilogramm zusätzlich ins Auto bringen. Das ließe sich nur teilweise mit mehr Motorleistung ausgleichen. Anzunehmen, dass der kommende Lamborghini Aventador nach Vorbild von entsprechenden Konkurrenten deutlich mehr als 1.000 PS leisten dürfte. Als Plug-In-Version ließe sich der wohl 2021 auf den Markt kommende Aventador II an der heimischen Steckdose oder einer Ladesäule aufladen, sodass der Supersportwagen eine entsprechende Strecke auch rein elektrisch zurücklegen könnte.

"Der Lamborghini Aventador ist nach wie vor sehr erfolgreich", unterstreicht auch Lamborghini-CEO Stefano Domenicali, "wir verkaufen von ihm pro Jahr unverändert mehr als 1.000 Fahrzeuge." Viele Kunden dürften bei derzeitigen Lamborghini Aventador zugreifen, weil man weiß, dass das aktuelle Modell der letzte ohne Elektrifizierung sein wird. "Für unsere Kunden und speziell diese in den USA ist ein V12-Saugmotor beim unserem Topmodell gesetzt", ergänzt Maurizio Reggiani. Gut möglich, dass auch der Nachfolger des kleinen Bruders Huracan, der im Frühjahr komplett überarbeitet als Evo auf den Markt kommt, zukünftig mit einem Elektromodul ausgestattet wird. Der 5,2 Liter große V10-Saugmotor leistet in seiner neuesten Ausbaustufe 470 kW / 640 PS und ein maximales Drehmoment von 600 Nm. Für die Lamborghini-Entwickler wird der Druck beim kommenden Huracan in Richtung eines aufgeladenen Turbomotors nicht nur durch das Schwestermodell Audi R8 größer. "Derzeit müssen wir uns damit noch nicht beschäftigen", tritt Maurizio Reggiani auf die Bremse, "zunächst einmal bleibt der Saugmotor gesetzt."

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.