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Fahrbericht: Audi A5 3.2 FSI: Audi für´s Auge

Der Markt der Coupés hat einen neuen Star - und der kommt aus Ingolstadt. Audi füllt die Lücke zwischen 4 und 6 mit dem A5. Der will zwar nicht so sportlich sein wie ein 3er BMW, ist jedoch nicht nur was für´s Auge.

Diesmal hat es Audi geschafft: Die Ingolstädter haben in die Realität umgesetzt, was die Ur-Idee eines Coupés ausmacht. Schon vom aktuellen A4 abgeleitet gab es vor Jahren realitätsgetreue Modelle eines sehenswerten Konkurrenten für BMWs 3er-Coupé und den Mercedes CLK. Doch der Audi-Vorstand sagte seinerzeit Nein - und so mussten die Audifans mehr als zehn Jahre warten, bis jetzt wieder ein 2+2-Sitzer das Logo mit den vier Ringen trägt.

Um ihn bewusst eigenständig zu positionieren, bekam der neue Audi-Star gleich noch einen eigenen Namen: A5 statt A4 Coupé – das ist ein Bekenntnis. Und ein Anzeichen dafür, das in paar Jahren wohl noch ein großer Viersitzer mit dem Namen A7 kommen könnte. Bis das so weit ist, gilt: Einen Audi wie den A5 hat es bisher noch nicht gegeben. Das meint auch Design-Chef Walter da Silva, der ihn zum "schönsten Auto, was ich je gezeichnet habe", deklariert.

Der 4,63 Meter lange Zweitürer ist in der Tat ein Augenschmaus. Strahlend schön und kraftvoll zugleich. In so einen möchte man sich verlieben – wenn man es nicht schon beim ersten Blick getan hat. Und wenn man dem Designteam um Walter da Silva etwas vorwerfen kann, ist es wohl nur das: Keine Ecke, keine Kante oder Sicke, an der das Auge hängen bleibt, sich vielleicht sogar daran reiben kann. Der A5 ist so makellos wohlgeformt wie Heidi Klum. Nahe dran an der Perfektion, was Design, Verarbeitung und selbst seine Stellung im Markt angeht.

Die Zeit ist günstig. Der neue CLK von Mercedes lässt noch mehr als ein Jahr auf sich warten. So ist denn das ebenfalls noch junge BMW 3er-Coupé der Maßstab, an dem sich der Audi messen muss.

In Bezug auf die beim BMW schier grenzenlosen Fahrdynamik hat Audi gar nicht erst versucht, am 3er vorbei zu ziehen. Sicher: Auch der A5 kann sportlich sein. Besonders als S-Line oder als Sportskanone S5. Doch bereits nach wenigen Kilometern macht der A5 keinen Hehl daraus, dass er mehr Cruiser als Jäger sein möchte. Und das ist richtig so: Man kennt die Kundschaft - und die wird deutlich älter als 50 Jahre sein. Die gediegene Klientel wird zum Beispiel das ungewöhnlich geringe Geräuschniveau zu schätzen wissen. Der Audi rollt ab wie eine Sänfte. Das kann auch ein A8 kaum besser. Technisch basiert der Fünfer bereits auf dem neuen Audi A4, der im kommenden Herbst vorgestellt wird.

In Sachen Fahrdynamik darf man besonders bei der Frontantriebsversion des auf 265 PS erstarkten 3.2 FSI keine Wunder erwarten. Gerade die Verbindung mit der überarbeiteten Multitronik ist nichts für die Kurvenhatz in den Bergen. Audi hat dem an sich stufenlosen Getriebe acht Stufen mitgegeben. 330 Nm sind auch für einen Benziner kein Pappenstiel. Und so hat der A5 in dieser Kombination schon mal Probleme die Leistung auf den Boden zu bringen.

Coupékunden sind oftmals Fans des Heckantriebs. Daher sollte man sich bei den stärkeren Motoren gleich für den besser abgestimmten quattro-Antrieb entscheiden. Auch der kann leichte Antriebskräfte in der Lenkung nicht ganz überspielen, wirkt insgesamt jedoch ausgewogener als der Fronttriebler. Auch die Gewichtsverteilung ist mit 57:43 Prozent zugunsten der Vorderachse nicht ideal. Besser ist auch das bei den Allradversionen geregelt, die 52:48 Prozent aufweist und neutraler zu bewegen sind.

Die Fahrleistungen sind erwartungsgemäß bei allen Modellen überzeugend. Von 0 auf 100 km/h in 6,1 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h geben keinen Anlass zu Kritik. Sportliche Fahrer werden sich jedoch wünschen, dass das 3,2 Liter große FSI-Triebwerk etwas bissiger am Gas hängt. Doch die Kraftentfaltung ist ab 2.600 Touren stimmig. Zwischen 3.000 und 5.000 U/min hat man das maximale Drehmoment von 330 Nm zur Verfügung. Trotz aller Leistung soll sich der Sechszylinder mit 8,7 Litern SuperPlus auf 100 Kilometern begnügen.

Wie man den A5 auch bewegt: Auf weiten Landstraßenkurven und Autobahnen fühlt sich der 1,6 Tonnen schwere Bayern besonders wohl. Hier kann man mit dem Audi grandios reisen. Federn und Dämpfer bügeln nahezu jede Unebenheit weg. Das Sportpaket macht einen noch besseren Eindruck, weil es trotz aller Straffheit immer noch genügend Komfort mitbringt. Die Lenkung dagegen dürfte gerade bei höheren Geschwindigkeiten ruhig straffer sein.

Der Innenraum ist trotz 2,75 Meter Radstand enger als gedacht. Vorne sitzt es sich auch für groß gewachsene Personen überaus kommod. Sitze, Instrumente, Schaltung und Ergonomie – das Paket passt.

Anders sieht es hinten aus. Die sanft abfallende Dachlinie macht es bereits mittelgroßen Europäern schwer, sich im Fond wohl zu fühlen. Auch mit der Beinfreiheit ist es nicht weit her. Doch wie selten in der zweiten Reihe eines Coupés jemand Platz nimmt, kann jeder im Straßenverkehr sehen. Und für kurze Strecken reicht die Fondbank allemal.

Dafür ist der Kofferraum mit 445 Liter üppig dimensioniert. Wem das nicht reicht: Die Rückbank lässt sich umklappen. Dem Skiurlaub mit einem Audi A5 3.2 FSI steht also kaum was im Wege.

Wäre da nicht der Preis. Denn der Einstand von knapp unter 33.000 Euro gilt für die Einstiegsvariante A5 1.8 TFSI, die erst ab Herbst verfügbar sein wird. Der Basispreis für den Sechszylinder liegt bei 44.000 Euro. Im Preis enthalten: Eine ordentliche Serienausstattung mit Klimaautomatik, Xenonscheinwerfern, Airbags, 17-Zoll-Alufelgen und Soundsystem. Gewohntermaßen ist die Coupékundschaft gerne bereit, etwas mehr auszugeben. Mit standesgemäßen Ledersitzen, DVD-Navigation und dem optisch empfehlenswerten 18- oder 19-Zoll-Radsatz liegt der Preis dann schnell deutlich über der 50.000-Euro-Marke.

Pressinform / PRESSINFORM
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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