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Fahrbericht: Ford Fiesta 1.6 TDCi Econetic: Sparbrötchen

Ähnlich wie Volkswagen mit seinem Bluemotion-Programm will Ford die Econetic-Modelle marketingwirksam als Sparversionen im Markt positionieren. Die Hoffnungen ruhen dabei auf dem Fiesta-Diesel.

Zunächst einmal klingt ein Verbrauch von 3,7 Litern Diesel auf 100 Kilometern eindrucksvoll. Doch im besonders preissensiblen Segment der Kleinwagen sind 15.000 Euro für einen reichlich karg ausgestatteten Dreitürer auch eine stramme Ansage. Real werden es mit Radio und manueller Klimaanlage sogar 16.250 Euro, die der Ford Fiesta Econetic mindestens kostet. Und ohne diese beiden Extras dürfte wohl kein Fiesta die Kölner Produktionshallen verlassen.

Bei solchen Einstandspreisen gerät auch ein Mini-Verbrauch von 3,7 Litern zur Nebensache - nicht nur wegen der bescheidenen jährlichen Laufleistung im Kleinwagensegment. Sondern zum Beispiel auch, weil Ford sich den blauen Econetic-Schriftzug inklusiv grünem Feigenblatt mit 250 Euro extra bezahlen lässt. Schließlich gibt es den normalen 90-PS-Diesel schon für 14.750 Euro.

Der ebenfalls neu eingeführte kleinere 75-PS-Diesel kostet im Vergleich als Trend-Version nochmals 500 Euro weniger. Für den Econetic-Mehrpreis gibt es ein geändertes Motoranagement, ein tiefer gelegtes Sportfahrwerk, müde 14-Zoll-Stahlfelgen mit zu dünnen 175er Reifen und eine Schaltpunktanzeige. Der Normverbrauch des normalen TDCi liegt mit 4,2 Litern Diesel einen halben Liter über dem der Sparversion. In der Realität lässt sich der Mehrpreis für den Econetic in dieser Fahrzeugklasse daher kaum herausfahren.

Wieso keine 75 PS?

Am Lenkrad merkt der Pilot wenig von den Sparmaßnahmen der Kölner Triebwerksmeisterei. Der Motor läuft angenehm leise und zurückhaltend. Mit 66 kW/90 PS ist mehr als genug Leistung für ein Fahrzeug dieser Liga vorhanden. Bleibt die Frage, ob es für ein echtes Öko-Modell wie den Fiesta Econetic nicht auch eine angepasste 75-PS-Version getan hätte.

Die 185 Nm Drehmoment des 1,6 Liter großen Vierzylinders erlaubt jenes schaltfaule Fahren, das man für einen sparsamen Verbrauch benötigt. Früh hoch schalten ist Mittel zum Zweck und so überrascht es, dass die Schaltpunktanzeige im Vergleich zu anderen Herstellern ungewöhnlich spät den Hinweis zum Gangwechsel nach oben gibt. Überhaupt hat man sich eine Anzeige mit der richtigen Gangwahl oder zum Herunterschalten bei dem kleinen Kölner schlicht gespart. Einzig ein grüner Pfeil im Cockpit zeigt dem Piloten, wann hoch zu schalten ist. Wenigstens hat Ford nicht den Fehler gemacht, den fünften Gang zu lang und damit allzu müde auszulegen. Daran krankt es bei einigen anderen Öko-Versionen.

Bei den ersten Testfahrten lag der avisierte Durchschnittsverbrauch von deutlich unter vier Litern in weiter Ferne. Trotz zurückhaltender Fahrweise wanderte der - sinnigerweise nur optional erhältliche - Bordcomputer allenfalls mit Mühe knapp unter die Fünf-Liter-Marke. Kein Ruhmesblatt für einen Kleinwagen der Fiesta-Klasse. In diesen Verbrauchs-Regionen kann man mit vorsichtigem Gasfuß selbst ein Fahrzeug der Kompakt- oder gar Mittelklasse bewegen. Den Spurt 0 auf 100 km/h schafft der Fiesta Econetic in 11,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 175 km/h.

"Für das Jahr 2009 rechnen wir damit, insgesamt 4.000 Fahrzeuge unserer Econetic-Serie, bestehend aus Fiesta, Focus und Mondeo absetzen zu können", sagt Jürgen Stackmann, bei Ford Geschäftsführer für Marketing und Verkauf. Warten müssen die Kunden jedoch auf die Einführung einer Start-Stopp-Automatik bei den Econetic-Modellen. Die dürfte frühestens zur IAA im Herbst vorgestellt werden.

Teure Extras

Das Fiesta-Fahrwerk zeigt sich in der gewohnten Stärke. Etwas breitere Reifen würden dem Econetlic-Modell jedoch nicht nur optisch gut tun. Der Innenraum ist angenehm dimensioniert und das Cockpit übersichtlich. Keine Augenweide sind jedoch große Teile der Kunststoffwelt, die vor allem im unteren Teil des Armaturenbrettes und in der Mittelkonsole verbaut wurde. Das geht auch in einem Kleinwagen schmucker und weitaus hochwertiger. So muten Teile des Innenraums eher wie ein Gewerbemodell Marke Transit an.

Zeitgemäß ist dagegen die Sicherheitsausstattung mit ESP, fünf Airbags und beheizbaren Außenspiegeln. Um einen ordentlich ausgestatteten Ford Fiesta 1.6 TDCi Econetic bewegen zu können, sollten neben dem 1.250 Euro teuren Klangpaket jedoch zumindest die Kopf-Schulter-Airbags (255 Euro) und die Nebelscheinwerfer (160 Euro) geordert werden.

Dass bei einem Sparmodell wie dem Econetic der Bordcomputer mit 145 Euro extra bezahlt werden muss, mag ebenso wenig einleuchten wie der Aufpreis von 50 Euro für einen zweiten Funkschlüssel. In Sachen Navigation bietet Ford ebenso sinnvolle wie preiswerte Alternativen an. Praktisch ist die Halterung (ab 90 Euro) für ein mobiles Navigationssystem an der A-Säule sowie das Modul zur Mobiltelefon-Navigation für 185 Euro, die zusammen mit Novero entwickelt wurde. Dabei greift der Fiesta via Bluetooth auf die Navigationssoftware eines Smartphones zu.

Unterm Strich ist der Ford Fiesta 1.6 TDCi Econetic ein richtig guter Kleinwagen. Zum echten Sparmobil aber taugt er nicht. Dafür ist der Kraftstoffknauser angesichts des normalen Nutzerprofils zu teuer. Das sind die meisten Kunden bei dem mindestens 12.750 Euro teuren Fiesta 1.2 Trend besser aufgehoben. Egal ob mit Flatrate oder ohne: Ein Erfolg ist er mit 20.000 seit Oktober verkauften Fahrzeugen allemal.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.