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Fahrbericht: Jaguar XK 5.0: Achtschwänzige Katze

Immer mehr Hersteller spendieren ihren PS-starken Modellen moderne Triebwerke mit Turbolader und Direkteinspritzung. Jaguar setzt beim aufgefrischten XK auf alte Tugenden: Besser als Hubraum ist nur mehr Hubraum.

Die Konkurrenz reduziert durchweg den Hubraum ihrer Modelle und ersetzt die so verlorene Leistung mit der Kraft aus einem oder gleich zwei Turboladern. Nicht so Jaguar: Die Briten satteln mit traditionellen Mitteln kräftig drauf. Denn dem 4,2 Liter großen bisherigen Triebwerk und seinen rund 300 PS hat die Zeit zuletzt doch arg zugesetzt. Der nun neu entwickelte Achtzylinder mit Direkteinspritzung schöpft seine Kraft ab sofort aus einem Gesamtvolumen von fünf Litern. Macht eine satte Leistungssteigerung auf 385 PS, deutlich verbesserte Fahrleistungen und einen Klang, der einen mit der Zunge schnalzen läßt.

Noch mehr Power gibt es für die ebenfalls in die Jahre gekommene Kompressorversion. Musste der XKR bisher mit auch schon alles andere als trägen 416 PS auskommen, so legte Jaguar für sein Aushängeschild ebenfalls deutlich nach. Hier kann man sich nun über 510 PS und 625 Nm maximales Drehmoment freuen. Auch in Jaguar XF und XFR kommt der fünf Liter große Achtzylinder mit und ohne Kompressoraufladung zum Einsatz.

Leistung auf Kompressorniveau

Bereits die Saugerversion dürfte im optisch und technisch überarbeiteten Jaguar XK die meisten sportlichen Piloten erfreuen. Schließlich ist man mit 283 kW/385 PS alles andere als untermotorisiert. Der komplett neu entwickelte Achtzylinder ist hungrig und drehfreudig zugleich. Im normalen Modus würde man sich besonders vom Zusammenspiel zwischen Motor und Getriebe etwas mehr Biss wünschen.

Das gilt jedoch nur so lange, bis man das Sportprogramm angesteuert hat. Ist das weich geschwungene Coupé im langsamen Galopp gerade noch mit 1.800 Touren unterwegs, sind es nach Anwahl des Sportprogramms plötzlich 3.500 U/min. In Sekundenbruchteilen zeigt der Achtzylinder, dass er nicht allein zum sanften Säusler geboren ist. Wer es darauf anlegt, schafft den Spurt von 0 auf 100 km/h Dank 515 Nm Drehmoment in 5,5 Sekunden und liegt damit auf dem Niveau des alten Kompressors. Abgeriegelt wird bei Tempo 250.

Keine großen Fortschritte gibt es in Sachen Verbrauch. Die vom Hersteller in Aussicht gestellten 11,2 Liter Superkraftstoff auf 100 Kilometer lassen sich angesichts des britischen Tatendrangs kaum realisieren.

Das Fahrwerk zeigt die bekannten Jaguar-Tugenden. Der XK ist auch im Modelljahr 2010 kein Rennwagen, sondern ein echtes Sportcoupé. Im schnellen Galopp ist die Lenkung zwar präzise, aber zu leichtgängig. Und auch die Dämpfereinstellung könnte im nun manuellen anzuwählenden Sportmodus durchaus noch etwas mehr gesunde Härte vertragen. Ansonsten merkt man dem XK bei engen Kurven an, dass er mit seinen 1,7 Tonnen kein Leichtgewicht ist.

Wo ist das Basistriebwerk?

Das Gesamtpaket ist prächtig und wenn man angesichts der soliden Modellpflege mit kraftvollen Schürzen, neuen Rückleuchten und einem aufgewerteten Interieur etwas vermisst, dann ist eine standesgemäße Einstiegsversion. So ist der Jaguar XK des Modelljahres 2010 allein als V8 mit 385 und 510 PS zu bekommen. Gleiches gilt für die identisch motorisierten Cabrioversionen. Doch ein aufgeladener Sechszylinder mit 250 bis 300 PS würde sich im XK ebenfalls gut machen. Mit einem zusätzlichen V6-Basistriebwerk würden sich wohl noch mehr Kunden für den Briten entscheiden.

Wenn die 330 Liter Kofferraum des Coupés nicht reichen, bleibt für den Kurztrip immer noch die Rückbank als zusätzlicher Gepäckraum. Sitze kann in der zweiten Reihe niemand – muss aber auch nicht sein. Der Innenraum wurde nur leicht modifiziert. Nach wie vor passen einige Kunststoffoberflächen an Armaturenbrett und Mittelkonsole nicht mit dem edlen Leder der bequemen Sitze und schicken Verkleidungen zusammen. Vor allem bei Multifunktionslenkrad und elektrischer Sitzverstellung ist vom zu erwartenden Luxuscharme eines britischen Nobelcoupés nicht viel zu spüren.

Das könnte man bei einem Basispreis von 88.900 Euro für den komplett ausgestatteten Jaguar XK 5.0 jedoch durchaus verlangen. Das Cabriolet kostet einen Aufpreis von 8.200 Euro. Serienmäßig sind vollelektrische Ledersitze, Xenonlicht, DVD-Navigation und Keyless Go. Das Topmodell XKR Coupé startet bei 103.900 Euro.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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